Die Botschaft – Der zweite Teil

10.05.2020 - Gunther Moll - Pressenza Muenchen

Die Botschaft – Der zweite Teil
(Bild von pxhere.com / CC0)

1. Einklang

Als Lebewesen haben wir Menschen im Einklang mit unserer Biologie, der Vielfalt und Fülle der Natur und der Rhythmen unseres Planeten zu leben. Störungen wie Schlaf- und Bewegungsmangel, übermäßiges Essen, Überforderung, Hektik oder Licht-, Lärm- und Giftstoff-Smog machen uns reizbar, missgestimmt, müde, unglücklich und – letzten Endes – krank.

2. Wohlbefinden

Um gesund in körperlich-psychisch-sozialem Wohlbefinden zu leben, benötigen wir Menschen günstige Umstände: Aufwachsen in einer Familie (oder einer Familie entsprechenden Struktur) in Liebe, Glück und Verständnis, erholsamer Schlaf, umfangreiche Bewegung, gesunde Ernährung, liebevolle Beziehungen, vertraute soziale Kontakte, freies Denken und Entscheiden sowie sinnvolle und erfolgreiche Beschäftigungen.

3. Umstände

Unter günstigen Umständen sind wir Menschen gut und friedfertig. Können wir jedoch nicht in sozial getragenen Gemeinschaften und in Sicherheit aufwachsen und leben – oder sind wir Einsamkeit, Unsicherheit und Angst, Not und Mangel oder Unrecht und Bösem ausgesetzt, kann unser Leben von Jahrtausende alten Eigenschaften und Verhaltensweisen bestimmt werden: Neid, Missgunst, Lüge, Betrug, Eifersucht, Gier, Geltungssucht und Machtstreben, Vergeltung und Rache – bis hin zum Morden von Mitmenschen, Misshandeln von Tieren und Zerstören unseres Planeten. Wir Menschen können machtgierig, habgierig, schlecht und böse werden.

4. Machtgier

Ohne schlechtes Gewissen, ohne Scham und Schuldgefühle können machtgierige Menschen Männer wie Frauen, ethnische Gruppen oder Bevölkerungen ganzer Länder mit Bedrohung, Missbrauch, Gewalt und Terror unterdrücken, ausbeuten, traumatisieren und sogar töten. Dabei führt – in „Teufelskreisen“ über Generationen hinweg – Gewalt zu Gewalt, Terror zu Terror und Krieg zu Krieg.

5. Habgier

Seit Jahrhunderten versuchen habgierige Menschen, die Natur und unseren Planeten zu beherrschen und in Besitz zu nehmen. Katastrophale Ereignisse von Wirbelstürmen, Überschwemmungen, Waldbränden und Dürren bis hin zu Virus-Pandemien geben uns aber deutlich zu spüren, dass trotz – oder gerade wegen – der Ausbeutung der Ressourcen und Vergiftung von Land, Luft und Wasser die Natur stärker als wir Menschen ist.

6. Ausreden

In der „Corona-Krise“ demonstrierten die Regierungen ihre Macht über unseren Alltag, ja unser gesamtes Leben. Diese Machtfülle zeigt, dass die regierenden Politiker*innen – wenn sie wollten – ihre Vorgaben und Gesetze nur noch für unser Wohl und das Leben auf unserem Planeten erlassen könnten. Sollten sie sich aber weiter ihrer Machtsucht hingeben und uns an die Habgier von Großkonzernen, Finanzimperien, Großbanken und Milliardenvermögen verkaufen, sind sie feige, Versager oder Betrüger. Es gibt für sie – seit der Ausbreitung des Corona-Virus – keine Ausreden mehr.

7. Frieden

Wir Menschen können nur gemeinsam ein gutes Leben führen: Sozial verbunden mit unseren Mitmenschen sowie im Einklang mit der Natur und den Rhythmen unseres Planeten. Der „Lockdown“ der „Corona-Krise“ erbrachte uns ein Anwachsen der Natur und ein erstes Erholen unseres Planeten. Verordnen die Regierungen nun einen „Lockdown“ gegen das Schlechte und Böse, wie Armut, Hunger, Giftstoffe, Waffenproduktion, Terror und Morden, werden wir ein wunderbares Aufleben und Ausbreiten von Menschlichkeit erleben. Die Regierungen können Kriege und Umweltzerstörung verbieten. Ansonsten müssen wir diese – natürlich friedfertig – mit allem Nachdruck dazu bringen.

8. Menschlichkeit

„Ich kann nichts ändern und bewegen“, so denken viele Menschen. Dies ist für uns, die Natur und unseren Planeten ein lebensgefährlicher Irrtum. Denn wir können mit „Glücksknoten“ aus Liebe, Wohlbefinden und Zufriedenheit in Beziehung, Familie, Freundschaften, Vereinen, Geschäften, Betrieben und „social media“ Kontakten ein riesengroßes Netz aus Menschlichkeit knüpfen. So lange, bis dieses tragfähig ist, um in Frieden, Würde, Solidarität, Freiheit und Toleranz zu leben und fest genug, um Machtgier, Habgier, Ausbeutung, Zerstörung und Krieg für immer in einem „Lockdown“ gefangen zu halten.

 

Professor Dr. Gunther Moll
Leiter der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen
www.gunther-moll.de
www.facebook.com/Professor.Gunther.Moll

 

Die Botschaft – Teil 1  (12.09.2019)

Kategorien: Frieden und Abrüstung, Gesundheit, International, Menschenrechte, Ökologie und Umwelt
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