Heute wurde die Weltuntergangsuhr neu gestellt. Von 89 Sekunden im Jahr 2025 wurden die Zeiger in diesem Jahr auf 85 Sekunden noch weiter in Richtung Mitternacht verschoben; näher an die Selbstzerstörung der Menschheit als je zuvor.
Die Doomsday Clock, herausgegeben vom Bulletin of the Atomic Scientists, gilt seit fast acht Jahrzehnten als global anerkannter Indikator für die existenziellen Risiken der Menschheit. Sie misst vor allem die Gefahren durch den Einsatz von Atomwaffen, die Klimakrise und neue disruptive Technologien.
„Dass die Uhr heute 4 Sekunden weiter vorgestellt wird, ist ein dramatisches Warnsignal an die internationale Gemeinschaft“, erklärt Christoph von Lieven, Vorstand von ICAN Deutschland. „Die Risiken durch Atomwaffen nehmen nicht ab – im Gegenteil: Kriege, weltweite Aufrüstung, der Abbau von Rüstungskontrollverträgen und die Folgen der Klimakrise bringen uns immer näher an die Zerstörung der Lebensgundlagen.“
Die Wissenschaftler:innen des Bulletin of the Atomic Scientists verweisen in ihrer Analyse insbesondere auf:
- zahlreiche aktive Konflikte unter Beteilung von und zwischen Atomwaffenstaaten
- das Auflaufen des New START Vertrags am 5. Februar 2026
- das besorgniserregende Ausmaß der menschengemachten Erderwärmung
- Künstliche Intelligenz und Misinformation
- Stationierung von Waffensystemen im Weltraum
„Atomwaffen, besonders in den Händen von Leuten wie Trump, Putin und Co , bieten keine Sicherheit, sie sind ein existenzielles Risiko“, so Christoph von Lieven weiter. „Jede Sekunde näher an Mitternacht bedeutet politisches Versagen und ist ein Auftrag zur Abrüstung, zu Diplomatie und zum gemeinsamen Handeln gegen die Folgen der Klimakrise.“
ICAN Deutschland fordert die Bundesregierung erneut auf,
- den Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) zu unterzeichnen und zu ratifizieren,
- sich klar gegen nukleare Abschreckung zu positionieren,
- aktiv internationale Abrüstungsinitiativen zu stärken, statt auf Aufrüstung zu setzen.
Die heutige Entscheidung des Wissenschafts- und Sicherheitsrats des Bulletin of the Atomic Scientists, beraten von 8 Nobelpreisträger:innen und weiteren führenden Expert:innen, unterstreicht: Die Bedrohung ist aktuell, real, menschengemacht – und damit auch von Menschen lösbar.
„Die Weltuntergangsuhr zeigt nicht das Ende der Welt“, betont Christoph von Lieven. „Sie zeigt, wie dringend wir politische Entwicklungen ändern müssen. Abrüstung ist kein Idealismus, sondern Überlebensstrategie.“









