Am Internationalen Tag der Menschenrechte machten Aktivist:innen, Künstler:innen und Friedensengagierte mit einer eindrücklichen Kunstaktion auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor auf grundlegende Menschenrechte aufmerksam. Organisiert wurde die Veranstaltung von DonnerHerzig in Kooperation mit der Initiative „Unveräußerlichen Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung – auch im Krieg“, der Kampagne #objectwarcampaign sowie weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Ziel der Aktion war es, zentrale Menschenrechte durch künstlerische Installationen und Redebeiträge sichtbar zu machen – unter anderem das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung, die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das Recht auf Leben ohne Bedrohung durch Atomwaffen. Unterstützt wurde die Aktion unter anderem mit Informationsmaterial der Organisationen IPPNW, ICAN und von Connection e.V. – Internationale Arbeit zu Kriegsdienstverweigerung und Desertion. Bezugspunkt für viele Beiträge war die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die als inhaltlicher Rahmen diente.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung, das mit Bannern und Redebeiträgen von #objectwarcampaign hervorgehoben wurde. Die Aktion machte deutlich: Krieg ist die umfassendste Menschenrechtsverletzung überhaupt. Er zerstört genau das, was vorgeblich verteidigt werden soll – Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. In Redebeiträgen wurde betont, dass Staaten gerade in Zeiten von Aufrüstung und Krieg dazu neigen, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung einzuschränken oder auszuhöhlen.
In Erinnerung an den im Sommer tödlich in den Bergen verunglückten Menschenrechtsaktivisten Rudi Friedrich, der sich über Jahrzehnte mit dem Verein Connection e.V. für Kriegsdienstverweigerer weltweit engagierte, wurde sein Zitat aufgegriffen, das er am 15. Mai 2025 – dem Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung – an gleicher Stelle ausgesprochen hatte:
„Kriegsdienstverweigerung ist kein Schönwetterrecht, das nach Belieben ausgesetzt werden kann. Sie ist als Menschenrecht anerkannt und muss jederzeit in Anspruch genommen werden können.“
Ein weiterer Redebeitrag erinnerte an die historische Rede von Haile Selassie vor den Vereinten Nationen im Jahr 1964, in der er betonte, dass solange grundlegende Menschenrechte nicht für alle Menschen gleichermaßen gelten – unabhängig von Glaube, Herkunft, Hautfarbe oder Behinderung – Krieg unausweichlich bleibe.
Die Veranstalter machten deutlich: Ein wirklicher Weg aus der Spirale der Gewalt beginnt mit einer entschiedenen Hinwendung zu Gewaltfreiheit, Menschenrechten und friedlichem Widerstand. In einer Gesellschaft, die Stärke oft mit Waffengewalt gleichsetzt und in den Medien täglich Gewaltbilder verbreitet werden, gehe die Erinnerung an gewaltfreie Vorbilder wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King Jr. allzu leicht verloren.
Wie bei früheren Aktionen boten die Organisator:innen auch diesmal eine partizipative Mitmachaktion für Passant:innen an: Auf einem weißen Band konnten Passant:innen ihre Friedensbotschaften hinterlassen und an einer langen Schnur befestigen. So entstand eine stetig wachsende Installation, die Hoffnung und Ausdruck des Engagements sichtbar werden ließ.
Die Veranstalter kündigten an, auch im neuen Jahr auf Menschenrechte aufmerksam machen zu wollen – nicht mehr wöchentlich, aber weiterhin zu ausgewählten internationalen Gedenktagen. Die nächste Aktion ist für den Red Hand Day am 12. Februar geplant, der sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten richtet.
„Gewalt ist die Waffe des Schwachen, Gewaltlosigkeit die des Starken.“ – Mahatma Gandhi
Fotos von Lothar Eberhardt, Roland Brecht, Angelika Klatte, Ute Bella Donner:









