Pressenza erhält den Preis für Menschenrechte 2016

19.10.2016 - Rom, Italien - Redazione Italia

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Französisch, Italienisch, Griechisch verfügbar.

Pressenza erhält den Preis für Menschenrechte 2016
Verleihung des Preises für Menschenrechte 2016 an Pressenza (Bild von Magalì Buj)

Am Nachmittag des 16. Oktobers 2016 wurde Pressenza anlässlich des jährlichen Treffens der Free Lance International Press (Internationale Vereinigung unabhängiger Journalisten) mit einem Preis ausgezeichnet. Die gesamte Redaktion von Pressenza sowie die ehrenamtliche Arbeit, die wir seit Jahren dem Projekt freie und unabhängige Information widmen, sind mit dem Preis für Menschenrechte 2016 ausgezeichnet worden.

Es ist eine sehr wichtige Auszeichnung für uns, für die wir im Besonderen Amnesty International Italia danken, mit denen wir in letzter Zeit oft zusammengearbeitet haben; es ist ein Preis, der all unser Engagement für den Kampf um Respekt für Menschenrechte, für Gewaltfreiheit und für Friedensinitiative bestätigt. Seit vielen Jahren versuchen wir, denjenigen wieder eine Stimme zu geben, die selber keine Stimme mehr haben, Jahre in denen wir unseren täglichen Verpflichtungen Zeit abrangen, um korrekte und fundierte Information liefern zu können, um all den vielen Veränderungen Rechnung zu tragen, die in dieser unserer Welt stattfinden. In dieser Zeit haben wir uns für ein Projekt freier und unabhängiger Information eingesetzt, das ausschließlich von ehrenamtlich Tätigen getragen und nach vorne gebracht wird.

Pressenza entstand als Idee aus dem Weltweiten Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit von 2009 heraus, wir publizieren inzwischen in sieben Sprachen und zählen auf die stille und stetige Arbeit von hunderten von Menschen, die sich in der ganzen Welt darum bemühen, gesunden Journalismus zu betreiben und Informationen ohne Zensur oder jeglicher Art von Kontrolle seitens der Machteliten zu liefern, seitens wirtschaftlicher Gruppen, die heute auf die eine oder andere Weise immer mehr Kontrolle über 90% der großen Mainstream-Medien ausüben. Unser Engagement gilt im Besondere dem Versuch, Information im Rahmen eines Konzeptes der Ethik, Korrektheit und Kohärenz zu liefern, und niemals aus Bequemlichkeit oder zu reinem wirtschaftlichen Nutzen, womit wir unsere Arbeit an den Höchstbietenden verkauft hätten.

Das Engagement von Pressenza wurde im Besonderen für zwei Merkmale unseres Handelns ausgezeichnet: die standhafte Position der Anklage, die wir stets eingenommen haben, wo immer fundamentale Rechte von Frauen und Männern verletzt werden, sowie die Haltung vorschlagenden Charakters, die sich immer dann manifestiert, wenn wir nicht nur versuchen, Unrechtes anzuklagen, sondern auch einer Realität Gesicht und Hoffnung zu verleihen, die aus tausenden von Menschen besteht, die leise arbeiten, kämpfen und an der Erbauung einer besseren Welt teilnehmen. Sie rebellieren sich täglich, indem sie sich an Graswurzelprojekten beteiligen, sie schaffen mit ihren Werken eine andere Realität in der zivilen Gesellschaft, indem sie Opposition mit eigenen Initiativen lebendig machen, indem sie Widerstand leisten gegen ein politisches und wirtschaftliches System, das in unverhältnismäßig gewaltsamer und dominanter Weise alle Aspekte des menschlichen Seins zu unterdrücken und zu kontrollieren scheint.

Der Information kommt in diesem historischen Moment ist eine Schlüsselrolle zu, sie bewegt und orientiert das Bewusstsein der Menschen, wenn sie korrekt produziert wird, aber sie lähmt und manipuliert es, wenn sie instrumentalisiert wird, wie es nunmehr seit Jahrzehnten durch die großen Massen- und Mainstream geschieht, bis hin zu einem Punkt, an dem wir sie nicht mehr als Informationsmittel bezeichnen können, sondern vielmehr als Mittel zur Kontrolle, die in den Händen bestimmter Gruppen mit wirtschaftlicher Macht liegen. Dies sind Gruppen, welche die Interessen weniger Familien bedienen, einer begrenzten „Elite“, die auf verschiedenen Ebenen die Aktienmehrheit am Großteil der Informationsmitteln hält, neben der wirtschaftlichen Kontrolle durch mehrheitliche Beteiligungen an Banken, Holdings, multinationalen Unternehmen und Firmen, die Öl und andere Energiequellen abbauen, Gruppen, die letztendlich ihre Macht auf die Natur ausdehnen, die das Leben selber patentieren und kommerzialisieren wollen und die nun sogar auf wahrhaftige private Armeen zurückgreifen, die aus professionellen und gut bewaffneten Söldnern bestehen, die Krieg um des Krieges Willen produzieren, weil es wirtschaftlich genehm ist und spezifischen privaten Interessen weniger Personen dient.

Dieser Menschenrechtspreis 2016 erkennt uns eine klare und gut definierte Positionierung innerhalb der Welt der Information an. Für uns ist es ein wichtiger Ausgangspunkt, der uns dazu beflügelt und uns noch mehr Kraft und Willen gibt, in dieser Richtung entschieden voranzuschreiten und unabhängige Information zu betreiben, immer mit freien Händen und reinem Gewissen, um so weiterhin von den Rechten der Menschen und ihrer Initiativen berichten zu können und immer wieder das unumstößliche Konzept zu bekräftigen, dass die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Bestrebungen, in gleichem Maße wie die lebende Welt, die sie umgibt, ausnahmslos vor allem anderen stehen.

pergamena

Zertifikat des Menschenrechtspreises 2016

„Hiermit wird er Menschenrechtspreis Italien 2016 an die Nachrichtenagentur Pressenza vergeben.
Pressenza hat Menschenrechte im Herzen und im Mittelpunkt ihrer redaktionellen Linie. Es gibt keinen Ort und keinen Landstrich der Welt, keine Menschenrechtskampagne, die sie nicht erhellt hätte, oftmals im Alleingang, das Bewusstsein für Handlungsbedarf weckend und die Aktion stimulierend. Von der Todesstrafe bis zur Verteidigung der Rechte auf dieser Erde, von Aktivisten für Gewaltfreiheit bis hin zu Journalisten, die repressive und auf Gewalt basierende Regime herausfordern, Pressenza ist stets die Stimme derer, die keine Stimme haben. Und sie ist auch eine der Stimmen von Amnesty International, mit denen sie das Ziel des Wandels teilt, ebenso wie das Berichten von Herausforderungen und möglichen Siegen.“

Kategorien: Europa, International, Kultur und Medien, Menschenrechte
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