Anfang Dezember hat der Präsident der Französischen Republik sein kriegerisches und autoritäres Abdriften noch weiter vorangetrieben. Eine neue Schwelle ist nun überschritten: Junge Menschen werden in ein Rekrutierungssystem gelockt, geködert durch finanzielle Anreize.

Mit seinen Ankündigungen eines bezahlten freiwilligen Militärdienstes verwandelt Emmanuel Macron soziale Not in einen Rekrutierungspool für militärischen Nachwuchs. Junge Menschen in großer Not mit 800 Euro zu locken, zeugt von alarmierender Würdelosigkeit und nicht hinnehmbarer Gefährlichkeit.

Wie könnte man eine „Rekrutierung unter wirtschaftlichem Zwang“ nicht verurteilen, zumal zu einem Zeitpunkt, an dem die Armut in Frankreich Rekordwerte erreicht hat und statt jungen Menschen zu helfen, etwas zu erschaffen, zu erfinden, sich zu entfalten, wird ihnen Gehorsam und eine Uniform angeboten.

Die Warnung muss sich auch auf das seit Jahren zunehmend stärkere Eindringen des Militärs in die Schule beziehen. „Kinder werden schon von klein auf auf die Militärkultur, die in die Lehrpläne aufgenommen wurde, getrimmt. Das ist eine autoritäre Fehlentwicklung, die sofort gestoppt werden sollte.“ Diese Methoden ähneln denen, die die Machthaber selbst als sektiererisch bezeichnen, wenn es darum geht, kritisches Denken und Nonkonformismus zu verunglimpfen.

Andererseits erreichen die Angstdiskurse rund um die Wiederbewaffnung und eine angeblich notwendige Militarisierung ihren Höhepunkt, um den Beitritt zur gefährlichsten Sekte überhaupt zu fördern: der Armee, wo junge Köpfe auf die Idee des Tötens vorbereitet werden. Das genaue Gegenteil von einer zivilisierten, friedlichen und geeinten Gesellschaft.

„Frankreich ist nicht in Gefahr, einzig seine kriegerische Politik bringt es in Gefahr. Dieses Land, das in der Vergangenheit als Speerspitze der Menschenrechte galt, sollte mit gutem Beispiel bei der einseitigen Abrüstung vorangehen: Das ist möglich und sogar eine Pflicht.“

Investitionen in Bildung, in Solidarität und in die reale Zukunft junger Menschen sollten Priorität haben und nicht deren verschleierte Rekrutierung.

„Es ist an der Zeit, dass wir den Horizont erweitern und den Menschen von Knechtschaft befreien. Die Umsetzung universeller Werte wie absolute Gewaltfreiheit, Verantwortungsbewusstsein, Recht auf Bildung, das Teilen und die friedliche Transformation menschlicher Strukturen wird zu einer dringenden Notwendigkeit.“

Fany Charpentier, Raelianerin

Übersetzung aus dem Französischen von Christine Richter vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!