Zurück zur Normalität? Gespräch mit Pia Figueroa

04.07.2020 - Andrea De Lotto

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Katalanisch, Griechisch verfügbar.

Zurück zur Normalität? Gespräch mit Pia Figueroa

Jetzt, da wir nun beinah am Ende des Covid-19-Notzustandes angelangt sind, sagen viele Leute „Wir wollen nicht zur Normalität zurückkehren, denn die Normalität war das Problem.“ Dies kann also eine große Chance für Veränderung sein. Wir sprechen darüber mit Pia Figueroa, einer der Ko-Direktor*innen von Pressenza.

Was muss deiner Meinung nach jetzt dringend geändert werden? Und was würdest du tun, um dies zu ändern?

In Chile haben wir nicht wirklich das Gefühl bereits aus dem Notzustand heraus zu sein, tatsächlich verschlimmert sich die Situation Tag für Tag. Nicht nur der schlechte Gesundheitszustand vieler Menschen und die vielen Tode spiegeln das Scheitern unseres Gesundheitssystems wieder, sondern es herrscht auch eine massive Arbeitslosigkeit, die sich sogar auf grundlegende Berufe der Sozialen Arbeit wie Grundschullehrer ausbreitet, sowie die Armut vieler Menschen, die nicht mal genug zum Essen haben. Unser gesamtes System ist gescheitert und es werden mehr als nur kleine individuelle Änderungen erforderlich sein, um es zu retten.

Wenn wir aus dieser unmenschlichen „Normalität“ entkommen wollen, müssen wir unser politisches System ändern, indem wir aus dem Kapitalismus endgültig aussteigen. Wir wollen auf keinen Fall zurück zu politischen und sozialen Systemen, die bereits gescheitert sind, wie den Kommunismus oder den Faschismus, obwohl es noch immer Unterstützer dieser Bewegungen gibt.

Ich denke über einen absolut neuen humanistischen Vorschlag nach: ein dezentralisiertes System, basierend auf echter Demokratie, mit einem nie zuvor dagewesenen Maß an sozialer Gerechtigkeit und einer Beteiligung der Basis, welches in der Lage ist, den neuen Prozess zu tragen. Ich wäre bereit auf allen Ebenen mitzudenken, zu schreiben, Vorschläge zu machen und teilzunehmen: in der Nachbarschaft, in der Stadt, im Land, der Nation und sogar weltweit, denn um ein neues Modell aufzubauen, braucht man die Teilnahme vieler Menschen. Und ich will einer von diesen sein.

Was würde es brauchen, um diesen Wandel auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene zu unterstützen?

Persönlich muss man davon überzeugt sein, diese große gegenwärtige Notwendigkeit über alle anderen kleinen Veränderungen stellen und seine Zeit, Energie und Leidenschaft einsetzten. Auf der gesellschaftlichen Ebene muss dieser Prozess noch geklärt, überlegt und organisiert werden. Wir müssen jungen Menschen und Frauen einen Raum als Protagonist*innen geben, neuen sozialen Akteur*innen, die die Dinge klarer sehen, weil sie die Gewalt des gegenwärtigen Systems mehr als andere erleben.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Janel Stieber vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Kategorien: Interviews, Menschenrechte, Südamerika
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