Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken. 9 – Vom Königreich Axum zum Imperium Äthiopiens

19.09.2018 - Valentin Mufila

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Afrika, eine Geschichte zum Wiederentdecken. 9 – Vom Königreich Axum zum Imperium Äthiopiens
Kirche Bet Giyorgis in Lalibela (Foto: Bernard Gagnon)

Das Königreich Axum wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. im nördlichen Teil Äthiopiens gegründet. Seine Ursprünge sind noch unbekannt, aber wir wissen, dass es eines der mächtigsten Königreiche war, und vor allem das erste christliche Königreich Afrikas.

Auf dem Höhepunkt seiner Expansion erstreckte es sich über Gebiete des heutigen Eritrea, Äthiopiens, Jemens, Südsaudi-Arabiens, Westsomalia, Dschibutis und des Nordsudans. Es unterhielt Handelsbeziehungen zu Rom, China, Indien und Persien. Reich an Elfenbein, Weihrauch und Gold, war es das erste afrikanische Königreich, das seine eigene Währung prägte und ein Treffpunkt für eine Vielzahl von Kulturen – Ägypter, Nubier, Araber und Inder – war. In den axumitischen Städten lebten Christen, Juden, Muslime und sogar buddhistische Minderheiten. Da die Axumiten den ersten Anhängern Mohammeds Asyl und Schutz gaben, versuchten die Muslime nie, das Königreich zu stürzen, selbst wenn sie ihre Religion in Nordafrika verbreiteten. Das Königreich begann dann einen langsamen, aber unaufhaltsamen Niedergang, der mit der Invasion der Königin Gudit, auch bekannt als Judith, gipfelte.

Zwischen 320 und 360 n. Chr. wurde König Ezana der erste christliche Herrscher. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche ist daher die einzige autochtone, christliche Kirche mit alter Tradition im subsaharischen Afrika. Früher wurde eine traditionelle Religion praktiziert, und dann, mit Menelik, dem ersten Sohn Salomos und der Königin von Saba, verbreitete sich ein afrikanisches Judentum, das einen anderen Kalender hatte als der westliche und der jüdische.

Das Königreich Axum zeichnete sich auch durch seine außergewöhnlichen architektonischen und künstlerischen Werke aus. Von den Palästen über die riesigen Obelisken bis hin zu den Kirchen, einschließlich der elf Kirchen, die in den Felsen der Stätte Lalibela gegraben wurden, gebaut vom gleichnamigen König und dem unzugänglichen befestigten Kloster Debré Damo. Einer Legende zufolge besitzt eine der Kirchen die Bundeslade. Guez, eine semitische Sprache, wurde in der Liturgie verwendet und wird heute noch gesprochen.

Das äthiopische Imperium wurde im 12. Jahrhundert gegründet, verkündete seine Kontinuität mit dem alten Königreich Axum und verdrängte den letzten Nachkommen von Königin Gudit. Es gelang ihm, die arabischen und türkischen Armeen abzuwehren, und zusammen mit Liberia war er das einzige afrikanische Land, das eine Kolonisierung verhinderte, außer in der kurzen Zeit zwischen 1936 und 1941, als Äthiopien dem italienischen Ostafrika angeschlossen wurde. Sein letzter Kaiser, Ras Tafari Makonnen, besser bekannt als Haile Selassie, wurde 1974 durch einen Staatsstreich abgesetzt.

Übersetzung aus dem Italienischen von Lorenzo Molinari

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Kategorien: Afrika, Kultur und Medien
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