Am Samstagabend, dem 31. Januar 2026, versammelten sich tausende Demonstrierende – Araber:innen und jüdische Verbündete – im Zentrum von Tel Aviv zu einer kraftvollen Kundgebung unter dem Motto „Arab Lives Matter: STOPPT die Gewalt“. Die Protestierenden forderten dringende Maßnahmen gegen die eskalierende Gewaltkriminalität in arabischen Gemeinden sowie ein Ende der staatlichen Untätigkeit, die laut Teilnehmenden seit Jahren anhält.
Die Demonstration wurde vom Hohen Arabischen Follow-up-Komitee – dem höchsten politischen Gremium der arabischen Bevölkerung Israels – in Zusammenarbeit mit arabisch-jüdischen zivilgesellschaftlichen Organisationen organisiert. Aus dem ganzen Land kamen Menschen mit schwarzen Fahnen, Transparenten und Bildern von Angehörigen, die der Gewalt der letzten Jahre zum Opfer gefallen sind, auf den Habima-Platz. Auf Spruchbändern standen Parolen wie „Genug von Gewalt und Mord“ und „Kein Schweigen mehr“, während die Menge politische Reformen, eine Stärkung der Polizeiarbeit und Investitionen in Gewaltprävention einforderte.
Zu den Redner:innen der Kundgebung zählten Bürgermeister:innen, Angehörige von Opfern und lokale Führungspersönlichkeiten. Sie riefen die Regierung dazu auf, die Welle von Schießereien, Erpressungen und Morden endlich als gesellschaftliche Krise ernst zu nehmen, die tiefgreifende Maßnahmen erfordert. Viele kritisierten die staatlichen Sicherheitsbehörden dafür, dass sie den illegalen Waffenhandel und das organisierte Verbrechen nicht eindämmen und arabische Städte und Gemeinden systematisch vernachlässigen.
Die Demonstration in Tel Aviv folgte auf eine Reihe größerer Proteste und einen Generalstreik zu Wochenbeginn in arabischen Städten wie Sakhnin. Dort hatten zehntausende Menschen mit geschlossenen Geschäften und Schulen ihren kollektiven Protest gegen die eskalierende Gewalt zum Ausdruck gebracht. Die Veranstaltenden sehen den Protest in Tel Aviv als Teil einer breiteren Strategie zivilgesellschaftlichen Drucks – darunter geplante „Tage der Störung“ und fortgesetzte Demonstrationen, falls die Regierung nicht entschlossen handelt.
Angesichts wachsender Frustration betonten Aktivist:innen, dass das gemeinsame Anliegen nach Sicherheit und Menschenwürde alle betrifft – arabische ebenso wie jüdische Bürger:innen. Die Botschaft: Nur gemeinsam lässt sich eine sichere Zukunft für alle gestalten.
Fotos: Sharon Dolev
Übersetzung aus dem Englischen von Reto Thumiger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!









