Dank der Unterstützung von Gerardo Femina von Europe for Peace konnten wir Noam Chomsky, der bereits so viel über den Fall Assange geschrieben, ihn genau verfolgt und für die Freiheit des investigativen Journalisten gekämpft hat, einige Fragen stellen. Wir berichten über seine knappen Antworten.

Julian Assanges Auslieferung an die USA scheint immer wahrscheinlicher zu werden: Was kannst du noch zu diesem Thema sagen?

Ich kann nur wiederholen, was ich bereits laut und deutlich gesagt habe. Der Angriff der USA auf ihn, mit feiger britischer Komplizenschaft, ist ein schweres Verbrechen.

Was sind deiner Meinung nach die unmittelbaren Folgen für den investigativen Journalismus?

Es ist eine Warnung, vorsichtig zu sein, wenn du Informationen an die Öffentlichkeit gibst, die sie zu kennen verdient, die der mächtige Staat aber geheim halten will. Die Konsequenzen werden von der Reaktion bestimmt werden.

Hier in Europa sehen wir keine wesentlichen Veränderungen in der amerikanischen Politik, weder in Fragen der Informationsfreiheit noch in der internationalen Politik. Bist du mit dieser Analyse einverstanden? Welche Aussichten siehst du für die Zukunft?

Unterschiedliche Themen. Die USA sind Europa bei der Informationsfreiheit weit voraus, auch wenn es Angriffe auf sie gibt. Die internationale Politik ist eine lange und separate Geschichte. Die Aussichten hängen von Menschen wie dir ab.

Vielleicht bräuchten die USA eine Wahrheits- und Versöhnungskommission, so wie sie Nelson Mandela in Südafrika eingesetzt hat: Meinst du, es wäre eine gute Idee, wenn die Zivilgesellschaft eine solche vorschlagen würde?

Dies wurde schon oft vorgeschlagen und manchmal informell umgesetzt. Eine ernsthafte Anstrengung wäre eine sehr gute Idee.

Übersetzung aus dem Englischen von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


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