Vom Pazifismus zur Gewaltfreiheit

02.10.2016 - Gabriela Amaya

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Griechisch verfügbar.

Vom Pazifismus zur Gewaltfreiheit

Unter dem Motto “Versöhnung ist der einzige Weg zum Frieden” haben Hunderte von Menschen in Berlin am 1. Oktober, am Vorabend zum Internationalen Tag der Gewaltfreiheit, ein menschliches Friedenszeichen geformt, das sich dann in das Symbol der Gewaltfreiheit verwandelte, in Übereinstimmung mit den Feierlichkeiten zu diesem Gedenktag und an zahlreichen Orten überall auf der Welt.

Das Event fand im Rahmen des Internationalen Kongresses organisiert vom International Peace Bureau (#IPB2016) auf dem Ernst-Reuter-Platz in Berlin und auf Anregung der internationalem Presseagentur Pressenza statt.

Die bekannte Form des Symbols für Frieden wandelte sich zu einem festgelegten Moment in das Symbol der Gewaltfreiheit, und stellte so die Notwendigkeit dar, vom Bereich des Pazifismus in den der Gewaltfreiheit überzugehen, was ein Anerkennen der diversen Formen von Gewalt voraussetzt, und zwar nicht nur von physischer Gewalt, deren ultimativer Ausdruck der Krieg ist, sondern auch von ökonomischer, rassistischer, religiöser, generationsbedingter, sexueller, psychologischer, moralischer Gewalt und so weiter.

Die Gewaltfreiheit beinhaltet auch einen Lebensstil im Alltag, der auf dem moralischen und universellem Prinzip „Behandle die anderen, wie Du selbst behandelt werden möchtest“ basiert.

Nichts könnte diesen bedeutungsvollen und inspirierenden Moment besser beschreiben als die Bilder und vor allem die Worte, die währenddessen von Menschen unterschiedlichsten Alters und Herkunft vorgetragen wurden:

Morgen, am 2. Oktober, Geburtstag von Gandhi, ist der Internationale Tag der Gewaltfreiheit.
Wir sind heute hier, um ihn zu feiern und um die Dunkelheit dieses Moments mit den einfachen Lichtern unserer Mobiltelefone und der mächtigen Kraft unser besten Bestrebungen zu erhellen.

Auf der Welt gibt es viele Menschen wie uns, Menschen, die sich für Frieden einsetzen und die der Meinung sind, dass Gewalt unnatürlich ist und dass sie überwunden werden kann.

Wir sind also auf diesem Platz in Berlin nicht alleine, denn in diesen Tagen finden viele Veranstaltungen auf der ganzen Welt statt: Flashmobs, Spektakel mit Musik und Theater, Filmvorführungen, Ausstellungen mit Videos und Fotos zur Gewaltfreiheit, Kurse an Schulen, Workshops für Kinder und Erwachsene und so weiter. Diese Veranstaltungen sind zu zahlreich, um sie alle zu nennen, aber wir möchten alle Menschen und Organisationen grüßen, die ihre Stimme für einen neuen Humanismus erheben, ein historischer Moment für Versöhnung und für ein Klima von Frieden und Abrüstung.

Und jetzt lasst uns alle unsere Lichter anschalten.

In diesem Moment erhellt sich das lebende Friedenssymbol mit den Lichtern der Mobiltelefone, während eine Einladung zur Meditation ausgesprochen wird:

Wir sind heute hier, um ein Zeichen der Unterstützung an Millionen von Menschen zu schicken, die in dieser Welt Frieden fordern.

Um ein Zeichen von Hoffnung zu senden an all diejenigen, die in Krieg leben müssen. Auf dass sie wissen, dass wir sie nicht vergessen haben.

Um ein Zeichen von Ermutigung an all diejenigen zu schicken, die Frieden wollen, aber die noch nicht hier bei uns sind.

Um ein Zeichen an uns selbst zu senden, damit wir niemals die Wichtigkeit und den Wert dessen vergessen, was wir tun.

Um eine Warnung an diejenigen zu schicken, die Kriege und Gewalt nähren, auf dass sie wissen, dass wir nicht schlafen.

Auf dass sie wissen, dass eine neue Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit entsteht.

Nach einiger Zeit: Und nun formen wir das Symbol für Gewaltfreiheit!

Als das Zeichen der Gewaltfreiheit entstanden war, folgt erneut die Einladung zur Meditation:

Wir verurteilen die Entmenschlichung, die Unterdrückung und die Gewalt in jeglicher Form – physisch, wirtschaftlich, rassistisch, religiös, ökologisch, psychologisch, genderspezifisch und moralisch.

Wir wehren uns dagegen, in einer mechanischen Kultur von Groll und Ressentiment, von Schuld und Rache gefesselt zu sein und wir rufen eine zielgerichtete, persönliche und soziale gewaltfreie Revolution aus.

Wir werden keine Zukunft akzeptieren, die dem menschlichen Wesen und unserem Planeten verschlossen bleibt.

Wir fordern das Recht für jeden Menschen ein, glücklich und frei zu sein. Frei von äußeren und inneren Grenzen, frei von Schmerz und von Leid.

Und nun, indem wir uns mit dem Menschlichen in uns verbinden, nehmen wir einen Atemzug, lassen ihn in die Tiefe unseres Herzens sinken und bitten wir darum, die Gewalt zu überwinden.

Und aus der Tiefe unseres Herzens verpflichten wir uns hier, unser Bestens zu geben, um eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheit zu schaffen, indem wir das suchen, was uns verbindet, indem wir zwischen den Menschen Brücken bauen und indem wir für Versöhnung mit uns selbst, unter den Menschen und unter den Völkern arbeiten.

Für Euch alle Frieden, Kraft und Freude!

 

Übersetzung von Evelyn Rottengatter

Kategorien: Humanismus und Spiritualität, International
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