In Kiew haben sich am Montag die Angehörigen (Ehefrauen, Kinder, Brüder und Schwestern, Großmütter und Großväter) der vermissten Soldaten versammelt, von denen es seit Monaten keine Nachrichten mehr gibt.
Die Regierung hat vom Parlament ein Gesetz verabschieden lassen, das sie als tot erklärt, und damit einen Schlussstrich gezogen, sodass sie faktisch in Vergessenheit geraten oder vielmehr auf privaten Kummer und private Erinnerung reduziert werden.
Tausende Angehörige, die aus allen Teilen der Ukraine angereist sind, fordern, dass das Gesetz zurückgezogen wird. Sie wollen die Wahrheit wissen: Entweder die Leichen, damit sie ihnen ein Begräbnis und eine würdige Bestattung bereiten können, oder die Freilassung und die Rückkehr nach Hause, falls sie in russischer Gefangenschaft sind.
Es sind fast ausschließlich Frauen, dazu Kinder, Jugendliche und einige ältere Männer. Alle tragen die Nationalflagge in den Farben Blau und Gelb (der Himmel und ein Feld voller Sonnenblumen), auf der die Gesichter ihrer Lieben abgebildet sind – Tausende und Abertausende von Gesichtern –, und sie halten ein riesiges Transparent hoch, auf dem sich Sprüche in verschiedenen Sprachen wiederholen.
Sie fordern einen sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen, um einen gerechten Frieden zu erreichen.
Sie sind gegen den Krieg, aber sie lehnen die Demütigung einer Kapitulation ab; sie wollen ein Ende der Aggression und echte Verhandlungen, um die Unabhängigkeit der Ukraine zu sichern – denn dafür haben ihre Angehörigen gekämpft.
Die vorbeifahrenden Autos hupen als Zeichen der Solidarität.
Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!










