Am 15. Oktober wurde verkündet, dass Kawasaki Akira (Mitglied des Peace Boat Exekutivkomitees, Mitglied der internationalen Lenkungsgruppe der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)) als Empfängerin des 33. jährlichen „Kiyoshi Tanimoto Friedenspreis“ ausgewählt wurde. Kiyoshi Tanimoto, ein methodistischer Geistlicher, der in Hiroshima der atomaren Bombardierung ausgesetzt war, hat sich direkt danach selbst der Hilfe von Atombombenüberlebenden und der Friedensbewegung verschrieben. Er erlangte internationale Bekanntheit als einer von 6 Hiroshima-Überlebenden, deren Erfahrungen mit der Bombe und im späteren Leben in John Herseys Buch Hiroshima dargestellt werden.

Der Friedenspreis wurde im Jahr 1987, ein Jahr nach dem Tod des Reverends, im Hiroshima Friedenscenter ins Leben gerufen. Reverend Tanimotos Vermächtnis wird von seiner Tochter, Kondo Koko weitergetragen, die zur Zeit der Bombardierung erst 8 Monate als war und inzwischen eine international bekannte Friedensverfechterin ist.

Der erste Preisträger war Norman Cousins, der entscheidend für die Überführung der „Hiroshima Mädchen“ in die USA zu Behandlungszwecken war. Folgende Ehrungen erhielten Nakazawa Keiji, Autor von Barfuß durch Hiroshima; die Atombombenüberlebenden Setsuko Thurlow, Tsuboi Sunao, and Ogura Keiko; und die früheren Bürgermeister von Hiroshima, Hiraoka Takashi and Akiba Tadatoshi.

Kawasaki Akira wird für den 33. Kiyoshi Tanimoto-Friedenspreis für seine Arbeiten bei der Organisation zahlloser Hibakusha-Anhörungen (Anm. d. Übers.: Überlebende der Atombombenabwürfe.) und Jugendprogramme in der ganzen Welt im Rahmen des Projekts „Weltweite Reise für eine atomfreie Welt: Friedensboot Hibakusha Projekt“ sowie seine Aktivitäten in Japan und international als Teil von ICAN geehrt. Dabei kämpft er für die Verabschiedung des Vertrags der Vereinten Nationen (UN) über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) und die anschließenden Kampagnen, die die Staaten zum Vertragsbeitritt aufrufen.

Kommentar von Kawaski Akira zu dieser Ankündigung

Ich bin unglaublich demütig im Angesicht dessen, einen Preis im Namen von Reverend Kiyoshi Tanimoto zu erhalten, der sein Leben der Fürsorge für Atombombenüberlebende gewidmet hat. Ich denke, dass wir jetzt eine Zeit erreicht haben, in der es nötig ist, denjenigen, die Krieg nicht direkt miterlebt haben, den Horror des Krieges zu vermitteln.

Während meiner Zeit mit dem Friedensboot habe ich daran gearbeitet, die Berichte der Hibakusha von Hiroshima und Nagasaki mit der Welt zu teilen. Das war immer eine Gruppenleistung von vielen Menschen – die Hibakusha selbst und die Menschen um den Globus herum, die sie willkommen heißen und empfangen, sowie der Jugend, Übersetzer:innen und Medien, die sie verbinden. Während dieser Reisen haben wir auch Verbindungen geschaffen zwischen denen, die weltweit Opfer von Krieg geworden sind, als auch Überlebende von Nuklearkatastrophen. Wir schätzen diesen Kreis von Menschen und hoffen, ihn noch weiter ausbauen zu können.

Durch die Handlungen von Menschen, die durch das Treffen mit Hibakusha bewegt wurden, wurde der Vertrag über das Verbot von Nuklearwaffen verabschiedet und in Kraft gesetzt. Es ist nur noch eine kurze Zeit übrig, in der uns die Hibakusha selbst erzählen können, dass Nuklearwaffen inakzeptabel sind. Nichtsdestotrotz wird der Vertrag weiter bestehen und die Länder auch in Zukunft binden. Wir werden fortfahren, mit Partnern der ICAN zu arbeiten, um sicherzugehen, dass Japan und alle anderen Staaten dem Vertrag beitreten.

Kawasaki Akira, 15. 10. 2021

die Preisverleihung wird am Sonntag, 14.11.2021 am Institut für Technologie Hiroshima stattfinden.

Peace Boat sucht auch Unterstützung für die Arbeit, um die Erfahrungen und Appelle der Atombombenüberlebenden aufzuzeichnen und mit Menschen auf der ganzen Welt zu teilen, als Teil des Projekts „Jede Sekunde zählt für die Überlebenden: Friedensboot Hibakusha Projekt Online“. Bitte lest hier, wie ihr durch Freiwilligenarbeit, Hibakusha-Eventhosting oder mit Spenden, um diese Veranstaltungen zu ermöglichen, unterstützen könnt.

Übersetzung aus dem Englischen von Aline Sieber vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Der Originalartikel kann hier besucht werden