Malika Ahmadi, zwei, starb laut ihrer Familie bei einem US-amerikanischen Drohnenangriff in Kabul. Hat uns der 20-jährige Krieg das Einfühlungsvermögen gekostet?

Die Kriege in Afghanistan und Irak, welche als Einstieg dienen sollten, und all die anderen Stellvertreterkriege hinterließen (wenn man lediglich Luftangriffe als hinterlassen zählt), Millionen von Toten, Millionen von Verletzten, Millionen von Traumatisierten, Millionen von Obdachlosen, die Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit, die Zerstörung der natürlichen Umwelt, die Zunahme von Regierungsgeheimnissen, Überwachung und Autoritarismus weltweit. Die Folge war sowohl zunehmender Terrorismus als auch vermehrte Waffenverkäufe, ein weitherum verbreiteter Rassismus und Fanatismus, sowie Billionen von verschwendeten Dollar, die stattdessen für einen guten Zweck hätten genutzt werden können.

Eine Kultur wurde zersetzt, eine Drogenepidemie wurde ausgelöst, eine Pandemie konnte sich leichter ausbreiten, das Recht auf Protest wurde eingeschränkt, der Reichtum wurde auf eine Handvoll Profitmacher verteilt. Das US-Militär hat sich in eine solche Maschine des einseitigen Abschlachtens verwandelt, dass in den Kriegen, in denen sie beteiligt waren, die Zahl der Opfer weniger als 1 Prozent beträgt und die häufigste Todesursache in den eigenen Reihen Selbstmord ist.

Aber wir, die Gegner des Wahnsinns, verhinderten und beendeten Kriege, hielten Stützpunkte und Waffenhandel auf, zogen Geld von Waffen ab, demilitarisierten die Polizei, klärten die Menschen und uns selbst auf und schufen die Mittel, um all dies noch weiter zu führen.

Sehen wir uns einige der Statistiken an.

Die Kriege:

Zu den Kriegen, die mit dem “Krieg gegen den Terror”, und in der Regel mit dem 2001 AUMF (Authorization for Use of Military Force; Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt) begründet wurden, gehören unter Anderem die Kriege in Afghanistan, Irak, Pakistan, Libyen, Somalia, Syrien, dem Jemen, den Philippinen, als auch die damit verbundenen Militäreinsätze in Georgien, Kuba, Dschibuti, Kenia, Äthiopien, Eritrea, der Türkei, Niger, Kamerun, Jordan, Lebanon, Haiti, der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, der Zentralafrikanischen Republik, Mali, Burkina Faso, Tschad, Mauretanien, Nigeria, Tunesien und den verschiedenen Meeren.

(Aber nur, weil man verrückt nach Krige ist, heißt es nicht, dass man nicht auch putschen kann, wie beispielsweise in Afghanistan 2001, Venezuela 2002, Irak 2003, Haiti 2004, Somalia 2007 bis heute, Honduras 2009, Libyen 2011, Syrien 2012, Ukraine 2014, Venezuela 2018, Bolivien 2019, Venezuela 2019 und Venezuela 2020.)

Die Todeszahlen:

Unter den verfügbaren Schätzungen, welche die Anzahl der Menschen, die direkt und gewaltsam durch die Kriege starben – ausgenommen die Menschen, die erfroren, verhungert, nach dem wegziehen an Krankheiten oder durch Selbstmord usw. starben – sind folgende die präzisesten:

Zu diesen Zahlen kommen noch 0,007 Millionen Tote der US-Truppen hinzu, Söldner und Selbstmorde ausgenommen.

Insgesamt sind es dann 5,917 Million Tote, wobei die US-Truppen bis zu 0,1% der Tode (und etwa 95% der Medienberichterstattung) ausmachen.

Diejenigen, die die Toten beneiden:

Die Verletzten, Traumatisierten und Obdachlosen übertreffen deutlich die Zahl der Verstorbenen.

Die finanziellen Kosten:

Die direkten Kosten des Militarismus, die vergebenen Chancen, die Zerstörung, die zukünftigen gesundheitlichen Kosten, die Verschiebung des Wohlstands zu den Reichen und die fortlaufenden Militärausgaben sind so hoch, dass das menschliche Gehirn es nicht begreifen kann.

Zwischen 2001 und 2020 waren laut SIPRI die Ausgaben des US-Militärs wie folgt: (wobei U.S. Präsident Biden und der Kongress im Jahr 2021 eine Erhöhung beabsichtigen.)

  • 2001: 479,077,000,000 USD
  • 2002: 537,912,000,000 USD
  • 2003: 612,233,000,000 USD
  • 2004: 667,285,000,000 USD
  • 2005: 698,019,000,000 USD
  • 2006: 708,077,000,000 USD
  • 2007: 726,972,000,000 USD
  • 2008: 779,854,000,000 USD
  • 2009: 841,220,000,000 USD
  • 2010: 865,268,000,000 USD
  • 2011: 855,022,000,000 USD
  • 2012: 807,530,000,000 USD
  • 2013: 745,416,000,000 USD
  • 2014: 699,564,000,000 USD
  • 2015: 683,678,000,000 USD
  • 2016: 681,580,000,000 USD
  • 2017: 674,557,000,000 USD
  • 2018: 694,860,000,000 USD
  • 2019: 734,344,000,000 USD
  • 2020: 766,583,000,000 USD

Experten sagten uns jahrelang wiederholt, dass jeweils ungefähr 500 Milliarden US-Dollar nicht in diese Zahlen enthalten sind. Etwa 200 Milliarden US-Dollar werden über mehrere Abteilungen und Geheimdienste verteilt, welche eindeutig Militärausgaben sind. Hierzu gehört das kostenfreie Bewaffnen und Tranieren der Militärs brutaler ausländischer Regierungen. Weitere 100 bis 200 Milliarden sind Ausgaben des Schuldentilgung für vorherige Militärausgaben. Die anderen 100 Milliarden machen die Kosten für Pflege der Veteranen aus; und während die meisten anderen wohlhabenden Nationen jedem Bürger eine umfassenden Gesundheitsversorgung bieten, würde, wenn die USA dies ebenfalls tun würde (was viele US-Bürger befürworten), die medizinische Versorgung der Veteranen aufgrund ihrer Kriegsverletzungen trotzdem erheblich teurer bleiben. Außerdem können diese Kosten mehrere Jahrzehnte nach Kriegsende weiterhin anfallen.

Die Summe der oben genannten Zahlen des SIPRI, die das Jahr 2021 nicht einschließen, beträgt 14.259.051.000.000 US-Dollar. Das sind 14 Billionen Dollar, mit einem B.

Wenn wir nun die zusätzlichen 500 Milliarden im Jahr sicherheitsheilbar noch auf 400 Milliarden senken und das mit den 20 Jahren multiplizieren, wären das zusätzliche 8 Billionen US-Dollar, oder insgesamt 22 Billionen US-Dollar, die bisher ausgegeben wurden.

Man liest Berichte, in denen die Kriegskosten dieser Jahre als ein Bruchteil der hier genannten Summe, beispielsweise 6 Billionen Dollar, angegeben werden, was aber durch die Normalisierung der hohen Militärausgaben gelingt, indem sie als etwas anderes als Kriege behandelt werden.

Laut den Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern generiert das Geld, das in Bildung investiert wird, um ein Bespiel von vielen verschiedenen Bereichen zu nennen, 138,4% mehr Arbeitsplätze als die gleiche Summa an Geld, das in Militarismus investiert wird. Rein wirtschafltich gesehen ist es also mehr als nur 22 Billionen wert, wenn man etwas Klügere mit diesen 22 Billionen macht.

Jenseit der Wirtschaft ist da noch die Tatsache, dass weniger als 3% dieses Geldes den weltweiten Hunger hätte beenden können, und etwas mehr als 1% hätte genügt, um Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Das ist nur ein kleiner Teil der Kosten dieser Ausgaben, die mehr Menschenleben gekostet haben, weil sie nicht sinnvoll ausgegeben wurden.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Ayyüce Cekic vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Der Originalartikel kann hier besucht werden