Deutschland muss nuklear abrüsten

Der 6. und 9. August erinnern an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 76 Jahren. Die Überlebenden mahnen: Der Einsatz für nukleare Abrüstung liegt in der Verantwortung aller Staaten – und dem Handeln der nächsten Generation.

Die 24-jährige ICAN-Botschafterin Elisabeth Saar gedenkt am Paulsplatz in Frankfurt am Main den Opfern von Hiroshima und Nagasaki und sagt: “Das Leid der Überlebenden und Betroffenen der Atomwaffenabwürfe – die Hibakusha – verdeutlicht wie sehr Atomwaffen menschliche Sicherheit gefährden. Und auch das gerade jetzt stattfindende neue nukleare Wettrüsten gefährdet die Umwelt, Gesundheit und Sicherheit der jetzigen und künftigen Generationen.”

“Deutschland sollte den Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen und so zum Vorreiter und glaubwürdigen Vermittler für nukleare Abrüstung werden. Dann können wir sicher sein, dass sich das Leid von Hiroshima und Nagasaki nie mehr wiederholt” fordert der 33-jährige Steffen Bezold von ICAN Deutschland auf der jährlichen Gedenkveranstaltung an der Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain in Berlin.

Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hatten Hunderttausende Tote und Verletzte zur Folge. Sie zeigen: Solange Atomwaffen existieren, besteht die Gefahr, dass sie eingesetzt werden. Damit die in Rheinland-Pfalz stationierten US-Atomwaffen künftig einsatzfähiger werden, plant Deutschland Milliardenausgaben für neue Trägersysteme und trägt damit aktiv zum neuen nuklearen Wettrüsten bei.

Doch die Opfer von Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomwaffen sind noch keine Waffen der Vergangenheit und ihr Einsatz hat jahrzehntelange Folgen. Der am 22. Januar in Kraft getretene UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen fordert in Artikel 6 und 7 Hilfe für die Geschädigten der Atomwaffentests- und Einsätze sowie Umweltsanierung der kontaminierten Gebiete. Deutschland lehnt den Atomwaffenverbotsvertrag bisher ab.

ICAN Deutschland fordert zusammen mit der IPPNW in einem Brief an Bundesaußenminister Heiko Maas und Staatsminister Annen die Teilnahme Deutschlands an der ersten Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags als Beobachter einzuleiten. Die Konferenz findet voraussichtlich vom 12.-14. Januar 2022 in Wien statt.

ICAN Deutschland mahnt mit Veranstaltungen in Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Offenbach den Opfern der Atomwaffenangriffe. Die Redner*innen stehen für Interviews zur Verfügung.

Der Originalartikel kann hier besucht werden