Nach mehr als sechs Monaten wird am 7. September 2020, das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange fortgesetzt. Die ersten vier Tage fanden Ende Februar statt. Teil zwei, ursprünglich für Mai vorgesehen, wurde aufgrund der Corona-Pandemie auf September verlegt.

Mit dem Termin änderte sich auch der Schauplatz. Der zweite Teil des Verfahrens wird im Gegensatz zum ersten nämlich nicht in den Räumlichkeiten des Woolwich Crown Court, dem Gericht direkt neben dem Belmarsh-Gefängnis im Osten Londons, in welchem Julian seit mehr als 16 Monaten inhaftiert ist, sondern in jenen des Old Bailey, einem Gericht im Stadtzentrum, stattfinden.

Kurz vor dieser entscheidenden Phase wächst der internationale Support für Julian täglich enorm. Eine von Julians Partnerin Stella Morris initiierte Spendenaktion zur Unterstützung für die Deckung der Anwaltskosten hat bereits die stolze Marke von über 80.000 Pounds erreicht. Hier geht’s zur Spendenaktion: https://www.crowdjustice.com/case/julianassange/

Auch die „Lawyers for Assange“ meldeten sich kürzlich in einem Offenen Brief an den britischen Premierminister Boris Johnson, den Justizminister Robert Buckland, den Außenminister Dominic Raab und die Innenministerin Priti Patel zu Wort: https://www.lawyersforassange.org/open-letter.html

Am 15. August berichtete „scharf links“ von der letzten „technischen Anhörung“ – bei welcher RSF (Reporter Without Borders) persönlich der Zutritt verwehrt wurde – vor dem Prozessbeginn am Tag zuvor: http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=74701&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=5e1699579c.

Wikileaks-Chefredakteur Kristinn Hrafnsson äußert sich zur Anhörung hier (Englisch): https://twitter.com/jlpassarelli/status/1294318393299017728?s=19

Zwei Tage später veröffentlichte WSWS, also die World Socialist Web Site, den Artikel „Der Schauprozess gegen Julian Assange: Eine grausame juristische Farce“ (https://www.wsws.org/de/articles/2020/08/17/pers-a17.html).

Julians Vater John Shipton hat kürzlich die Schweiz besucht, wo er eine große Zahl an Mitstreitern traf. Die Unterstützung in der Schweiz ist riesig, das Genfer Parlament bietet Julian humanitäres Visum an. Mehr dazu im Artikel der Schweizer Tageszeitung „Blick“, die sich in Genf mit John unterhalten hat: https://www.blick.ch/news/ausland/julian-assanges-vater-ueber-den-prozess-gegen-seinen-sohn-sie-wollen-ihn-vernichten-id16067324.html

Vor wenigen Tagen durfte Julian erstmals nach fast sechs Monaten von seiner Partnerin und den beiden gemeinsamen Söhnen im Gefängnis besucht werden. Julian trug eine Maske, Körperkontakt war strengstens untersagt. Julian habe erneut deutlich an Gewicht verloren, wie Stella berichtete. Den ganzen Artikel dazu gibt es hier (Englisch): https://www.irishexaminer.com/world/arid-40037597.html

Am 29. August stand die Weltpremiere der neuen Dokumentation „The War on Journalism: The Case of Julian Assange“ von Juan Passarelli an. Hier geht es zur Doku (Englisch): https://www.youtube.com/watch?v=gVoUPnXqvNE

Einen Tag vor Beginn des zweiten Prozessteils findet am 6. September der „Don’t Extradite Julian Assange Global Digital Protest“ statt. Hier der Beitrag von Australians For Assange dazu (Englisch): https://twitter.com/Aus4Assange/status/1300078355698446337?s=19

Free Assange Committee Germany – Newsletter 31. August 2020

Alexander Johannsen
Öffentlichkeitsarbeit / Sprecher
Free Assange Committee Germany