Gedenktage in Büchel 2.0

12.08.2020 - Onno Oncken

Gedenktage in Büchel 2.0
(Bild von Onno Oncken)

Dieses Jahr begann mein Gedenken an die Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki und damit der Protest für eine atomwaffenfreie Welt in Emden am 6. August 2020.

Bekannt ist, dass Mathias Engelke seit 2010 der Regierung Druck macht, ihr versprechen alle Atombomben aus Deutschland abzuziehen, endlich einzulösen. Er fastet jedes Jahr einen Tag länger!

Ich habe ihn schon öfter begleitet und über die Tage vom 6. – 9. August ebenfalls öffentlich gefastet. Dieses Jahr habe ich das nicht geschafft, aber ich bin nach der Veranstaltung in Emden wieder nach Büchel gereist.

In Emden sprach der Bürgermeister Tim Kruithoff als Major for Peace auf einer Veranstaltung des Emder Friedensforums darüber, wie wichtig es ist, diese 2 Atombombenversuche (wie es dieses Jahr verstärkt dargestellt wurde) nicht zu vergessen.

Warum? Trump will zum Beispiel die Atombomben in Deutschland modernisieren und nicht abziehen, was auch ein Grund für die Anschaffung neuer Bomber für die Bundeswehr und für ein 150 Millionen teuren neuen Schutzzaun ist, der schon im Bau ist. Das Fotografieren des Militärkomplexes wurde bestimmt auch aus diesem Grund schon vor Gericht geahndet.

Trotz alledem war es eine gelungene kleine Corona-Veranstaltung, es gab schöne Musik, eine Lesung mit Performanz und andere denkwürdige Beiträge in einer schönen Atmosphäre im Ökowerk unter einem Ginko aus Hiroshima…

Am 7. August traf ich recht spät oben am Fliegerhorst Büchel ein und musste enttäuscht feststellen, dass ich nirgendwo mehr zelten durfte. Die Friedensaktivisten vor Ort werden mehr und mehr mit einer langen Reihe von Maßnahmen beziehungsweise Schikanen eingeschüchtert und auf dem ehemaligen Friedenscamp befindet sich leider neu eine eingezäunte Lupinenwiese.

Um 18 Uhr versammelten wir uns zu dritt vor dem Haupttor der Kaserne, mit dabei ein großes Kreuz mit der Aufschrift „Atomwaffen abschaffen“, mein Plakat mit „Democracy falls with a bomb – say something -“ und eine Gitarre.

Zum Glück wurde mir dann spontan von einem weiteren freundlichen Aktivisten von „Atomkrieg Aus Versehen“ zu einem Unterschlupf in Cochem verholfen…

Am 8. August fand ein 24-Stunden-Gebet statt und Mathias Engelke und seine Frau brachten wieder einige Menschen dazu, diese 24 Stunden, die offen für alle sind, die etwas beitragen möchten, mit Leben zu füllen. Es wurden Banner, Plakate und Hinweise nahe der Verkehrsinsel aufgestellt, des Öfteren wurden eindringliche Worte von Hibakushas verlesen, wie sie auf tragische Weise Abschied von ihren Angehörigen nehmen mussten, wie ein Vater, der angeblich von Splittern durchdrungen 8 Tage lang vergeblich die Stadt nach seinen Kindern absuchte und schließlich selbst an Krebs erkrankte…

Wir solidarisierten uns mit der Black Lives Matter Bewegung in dem wir für kurze Zeit eine Auffahrt Richtung Militärbasis mit einem Kniefall blockierten. Für uns war es eine Bitte um Gnade vor der Übermacht der Atombombenstaaten, aber auch ein „hört auf mit dem Wahnsinn“ wie es der Athlet Colin Kaepernick und die ihm nachfolgenden Menschen in den USA, bezogen auf den Rassismus und die Gewalt ausdrückten.

Es gab Schweigeminuten, internationale Gruß- und Dankesworte vom Vorsitzenden der Majors for Peace und den Kirchen, außerdem wurde natürlich musiziert und Gesungen. Auch für die Soldatinnen und Soldaten spielte am Tor Adriano aus Tübingen bis spät eine Querflöte unter dem Sternenhimmel.

Da ich nicht zelten durfte und mir die Hitze zu schaffen machte, verließ ich gegen Mitternacht das Lager der fastenden und ihrer Gemeinde, um auch am Nagasaki-Gedenktag wieder fit zu sein.

Der 9. August 2020 – Sie hatten durchgehalten, die 24 Stunden Präsenz waren also ein voller Erfolg auch ohne Kerzen (eine weitere Schikane dieses Jahr). Es ging also direkt weiter mit andächtigen Worten, als ich mit meinem Gastgeber oben auf dem Berg über Büchel ankam.

Gegen 10.30 Uhr trafen auch die Männer, Frauen und Jugendlichen der DFG-VK Fahrradtour ein, die dieses Jahr in Aachen gestartet waren, um vor allem auf das Unrecht der Atomwaffen in Deutschland und weltweit hinzuweisen. Sie wurden mit Applaus begrüßt.

Nach einer kurzen Abkühlpause und einem Bericht vom Vorsitzenden Joachim Schramm gingen wir dann zur noch existierenden Friedenswiese mit der Friedensglocke, die ich um 11:02 Uhr im Gedenken an die Bomben Explosion in Nagasaki 3-mal anschlug. Mathias Engelke und Elke Koller sprachen noch ein paar Worte und die gesamte Aktion klang langsam mit dem Fastenbrechen und einem Essen mit gekühlten Getränken für alle aus.

Als wäre die Temperatur mit der Dringlichkeit unserer Forderungen gestiegen, war es auf dem Berggipfel am Fliegerhorst heiß wie auf einer Herdplatte, auf der die Demokratie kocht, denn laut einer aktuellen Umfrage von Greenpeace wollen über 80% der in Deutschland lebenden Bevölkerung einen vollständigen Abzug aller Atomwaffen.

Positiv zu vermerken ist, dass am 6. August weitere 4 Staaten dem Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen beitraten.

Gedenktage in Büchel 2.0

Kategorien: Europa, Frieden und Abrüstung, Meinungen
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