Humanistische Sichtweise: solidarisches Handeln in der aktuellen Krise birgt Hoffnung

25.03.2020 - Barcelona, Katalonien - REHUNO - Red Humanista de Noticias en Salud

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch verfügbar.

Humanistische Sichtweise: solidarisches Handeln in der aktuellen Krise birgt Hoffnung
(Bild von pixabay | CC0)

Die aktuelle Krisensituation oder die gesundheitliche Notlage, provoziert durch den Corona-Virus, ist eine außergewöhnliche Situation, die Einfluss auf unser alltägliches Leben und unseren Blick auf die Realität hat.

Wir erleben eine globale Krise, die die Gesellschaft und das Bewusstsein beeinflusst. Aus humanistischer Sicht heben wir die Bedeutung der eigenen und gemeinschaftlichen Reflexion hervor. Eine Reflexion, die uns angemessene Wege zeigt, um das Gleichgewicht und die konstruktiven Entwicklungen aufrechtzuerhalten.

Wir können in dieser Zeit zwei sehr zueinander konträre Handlungswege beobachten. Einer führt zur Abschottung, zum „Rette sich wer kann“, es ist ein unverantwortlicher Egoismus und eine irrationale Angst.

Der andere Weg führt hin zur Solidarität, zur Wahrnehmung der Anderen, zur konstruktiven Initiative, hin zum bewussten, sensiblen und verantwortungsvollen Handeln.

Sich im weitesten Sinne dem Dienst des Lebens zu stellen, ist eine innere Haltung, die sowohl für die Person selbst, als auch für ihr näheres Umfeld sehr hilfreich ist. Ein solches Verhalten basiert auf kohärenten Handlungen, das heißt auf dem, was in Einheit gedacht, gefühlt und ausgeführt wird.

Aus unseren Fehlern zu lernen ist Teil dieses gedanklichen Prozesses. Das Erreichen eines angemessenen Geisteszustandes, um einen erfolgreichen Lerneffekt zu erzielen, ist eine wesentliche Aufgabe des Menschen. Der seelische Zustand eines jeden bedingt unsere Sicht auf die Realität. Den Weg des Lebens und der Entwicklung zu wählen bedeutet gleichzeitig, den Frieden als grundlegendes Gefühl zu wählen.

Wir stehen vor einer Herausforderung, wenn wir es so sehen wollen: Uns stärken und Stärke vermitteln. Bewusstsein und Klarheit projizieren. Uns von Verwirrungen und Widersprüchen fernhalten, die uns lediglich schwächen und desorientieren.

Humanistische Werte vorzuleben ist heute eine Notwendigkeit ersten Ranges. Sollte der Anti-Humanismus Fortschritte dabei machen, den menschlichen Geist zu zerstören, darf das denjenigen unter uns, die den aufsteigenden Weg wählen, nicht gleichgültig sein. Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um die Entwicklung der Werte des universellen Humanismus zu fördern und zu unterstützen.

In der Gesellschaft geschieht das Gleiche wie in einer persönlichen Lebenskrise. Man lernt und wächst daran. So kann diese Krise eine Gelegenheit sein, zu lernen, wie ein jeder von uns dazu beitragen kann, dass wir uns in die Richtung entwickeln, ein großartiges Netzwerk zu werden. Als ob wir alle Teil eines globalen Geistes wären, in dem jedes Neuron seine Rolle spielt und Signale sendet. Lasst uns Signale der Hoffnung, der Zukunft und der Möglichkeiten aussenden. Lasst uns durch die Gewohnheit entstandene unberechenbare und mechanische Inhalte verwerfen. Lasst uns die Idee von Schuld, Angst, Hass, Zynismus und Hoffnungslosigkeit ablehnen.  Wie lassen sich diese beiden Wege konkret in den Alltag einbringen?

Der Weg der Abschottung und des Egoismus bringt uns dazu, nur die eigenen Ängste, mögliche Gewinne oder Verluste der Krisensituation im Blick zu haben. Er führt uns hin zu Panik, zu unangebrachter Angst, zu einem völligen Vergessen und einer Ignoranz aller um uns herum.

Im Gegensatz dazu führt der evolutionäre Weg dahin, uns zu fragen:

  • Wie schütze ich mich und wie kann ich andere schützen?
  • Wie kann ich denjenigen helfen, die Bedürfnisse haben, die sie nicht erfüllen können?
  • In unserer Umgebung können Nachbarn, Freunde oder Familienmitglieder sein, die unsere Hilfe brauchen. Erwachsene, die allein leben und rausgehen müssen, um Essen oder Medikamente zu kaufen.
  • Ich kann mit meinen Nachbarn, Freunden oder Familienmitgliedern reden und dabei denjenigen Ruhe und Solidarität vermitteln, denen die Krise ein Einsamkeits- und Angstgefühl verpasst.
  • Lasst uns gegenseitig so kommunizieren, dass wir Hoffnung, Ruhe und Besonnenheit vermitteln.
  • Lasst uns solidarisch sein, mit dem Besten von uns selbst, nicht nur mit allen anderen, sondern auch mit uns selbst, mit unserem eigenen Inneren.
  • Lasst uns die Wege freiräumen, die die Gedanken unserer Mitmenschen aus der Ruhe bringen.
  • Lasst uns dort, wo es möglich ist, konkrete Schwierigkeiten lösen, die sich auftun.
  • Lasst uns im Rahmen unserer Möglichkeiten Projekte ins Leben rufen, die auf Freude und Vergnügen aufbauen.

Und nicht zuletzt: Lasst uns die starke Stimme des Lebens sein, die uns und die Welt humanisieren möchte!

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Wiebke Scheffler vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

 

Kategorien: Gesundheit, Humanismus und Spiritualität, International, Meinungen
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