179 unbewaffnete internationale Teilnehmende auf 21 Booten wurden von der israelischen Marine in internationalen Gewässern entführt.

Von Ann Wright

Am Mittwochabend, dem 29. April 2026, griffen israelische Seestreitkräfte die Global-Sumud-Flottille (GSF) auf dem Weg nach Gaza an. Eine unbekannte Anzahl israelischer Militärschiffe legte über 700 Meilen zurück, um eine Flottille aus 54 Schiffen anzugreifen. Diese war auf dem Weg nach Gaza, um die illegale israelische Seeblockade zu durchbrechen und die Aufmerksamkeit der Welt auf den anhaltenden Völkermord an den Palästinensern in Gaza, die ethnische Säuberung im Westjordanland durch Israel, die Zerstörung und Besetzung des Südlibanon sowie die Angriffe auf den Iran zu lenken.

21 Boote wurden etwa 80 Seemeilen westlich der griechischen Insel Kreta in internationalen Gewässern von israelischen Seestreitkräften angegriffen. 179 Teilnehmende aus 33 Ländern wurden gegen ihren Willen von den beschädigten Booten geholt und auf ein kommerzielles Frachtschiff gebracht, das voraussichtlich am Samstag, dem 2. Mai, im israelischen Hafen von Ashdod eintreffen wird.

Wir gehen davon aus, dass sie in Ashdod registriert, anschließend in ein israelisches Gefängnis gebracht und innerhalb von drei bis fünf Tagen aus dem Land abgeschoben werden. Dabei wird ihnen ein Einreiseverbot für Israel von zehn bis hundert Jahren auferlegt. Damit ist es ihnen praktisch unmöglich, in das Westjordanland zu gelangen, um Solidaritätsaktionen mit Palästinensern durchzuführen, die von zionistischen israelischen Siedlern angegriffen werden. Diese stehlen palästinensisches Land und Vieh und zünden palästinensische Häuser und Autos an.

Unter den 179 Personen, die von israelischen Streitkräften festgesetzt wurden, befanden sich 15 US-Bürger:innen.

32 Boote der Flottille sind noch schwimmfähig, obwohl viele von der israelischen Marine beschädigt wurden und möglicherweise zur Reparatur Häfen auf der griechischen Insel Kreta anlaufen müssen. Zweifellos werden die israelischen Seestreitkräfte wie Haie in den Gewässern vor Kreta lauern und darauf warten, dass die kleinen Boote wieder auslaufen.

Vier weitere Boote befinden sich in Syrakus auf Sizilien in Italien

Ich bin mit der Gaza Freedom Flotilla Coalition (FFC) und ihren vier Booten in Syrakus auf Sizilien in Italien. Zwei der Boote stammen von der Organisation „Thousand Madleens“.

Die FFC segelt seit 2010 mit Booten, um die illegale israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Zwischen 2008 und 2025 waren es mehr als 35 Boote.

Das Jahr 2025 war ein bemerkenswertes Jahr für die internationale Solidarität mit Palästina

Das Jahr 2025 war ein bemerkenswertes Jahr für die internationale Solidarität mit Palästina. Im Juli segelte das Boot „Madleen“, um die Belagerung von Gaza zu durchbrechen. Es folgte der Global Sumud Land Convoy mit über 3.000 Teilnehmenden, der durch Ägypten, Libyen und Tunesien zog. Danach kam das FFC-Schiff „Handala“, das ebenfalls die Blockade durchbrechen wollte. Schließlich folgte die große Global-Sumud-Flottille mit 42 Booten. Zuletzt kam das FFC-Schiff „Conscience“, das zusammen mit acht Booten der „Thousand Madleens“ segelte.

Diese Aktionen richteten sich gegen die Komplizenschaft der USA beim israelischen Völkermord in Gaza

Als US-Bürgerin, die sich gegen die Komplizenschaft der US-Regierung – unabhängig davon, welche politische Partei gerade an der Macht ist – bei den israelischen Angriffen auf Gaza wendet, bin ich seit 2010 Teil der Flottillenbewegung. Ich nahm an der Flottille teil, zu der auch das große Schiff „Mavi Marmara“ gehörte. Auf diesem Schiff töteten israelische Soldaten zehn Menschen und verletzten fünfzig weitere. Alle sechs Schiffe dieser Flottille wurden von israelischen Seestreitkräften angegriffen, die Teilnehmenden wurden überfallen, nach Israel gebracht, dort inhaftiert und schließlich abgeschoben.

Wir werden weiterhin mit Booten auslaufen, bis der Völkermord in Gaza endet und die illegale israelische Blockade des Gazastreifens durchbrochen ist.-

Die Übersetzung aus dem Entlischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


Über die Autorin: Ann Wright diente 29 Jahre lang in der US-Armee und der Army Reserve und schied als Oberstleutnantin aus dem Dienst aus. Zudem war sie 16 Jahre lang US-Diplomatin und arbeitete in US-Botschaften in Nicaragua, Grenada, Somalia, Usbekistan, Kirgisistan, Sierra Leone, Mikronesien, Afghanistan und der Mongolei. Sie ist Mitautorin von „Dissent: Voices of Conscience“. Seit 2010 engagiert sie sich in der Gaza Freedom Flotilla Coalition. Sie wurde zweimal in israelische Haft genommen, weil sie versucht hatte, die illegale israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Zudem war sie 2011, 2013, 2015, 2016, 2018 und 2024 an Teilstrecken der Flottillen beteiligt.

Der Originalartikel kann hier besucht werden