Die Global Sumud Flotilla (GSF) hat bei der ägyptischen Regierung einen offiziellen Antrag auf Genehmigung des Transits eines humanitären Konvois auf dem Landweg gestellt. Der Hintergrund ist die beispiellose, durch die anhaltenden Hilfsbeschränkungen Israels verursachte humanitäre Krise, mit der Gaza in diesem strengen Winter konfrontiert ist.
Der Antrag kommt zu einer Zeit des andauernden Mangels an Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, Unterkünften und anderen Gütern der Grundversorgung, in der das raue Wetter und die anhaltende Gewalt des israelischen Besatzungsregimes das Leid der Zivilbevölkerung noch verschlimmern. UN-Einrichtungen und humanitäre Organisationen haben wiederholt die Aufhebung aller Beschränkungen für die Einfuhr von Hilfsgütern nach Gaza gefordert, um weitere Schäden und den Verlust von Menschenleben zu verhindern. Der Grenzübergang Rafah, wichtige Verkehrsader für den Zugang zu Hilfsgütern, hätte gemäß den „Waffenstillstands“-Vereinbarungen vom letzten Jahr wieder geöffnet werden sollen, bleibt jedoch geschlossen für eine kontinuierliche und zuverlässige Verteilung von Hilfsgütern.
Nach dem humanitären Völkerrecht und im Einklang mit den vorläufigen Maßnahmen des Internationalen Gerichtshofs ist es die verbindliche rechtliche Verpflichtung aller betroffenen Parteien und Staaten, schnelle humanitäre Hilfe für Zivilisten in Not ungehindert möglich zu machen.
In diesem Zusammenhang beantragt GSF die Genehmigung eines humanitären Konvois durch Ägypten, mit folgenden Zielen:
- Einreise in die Arabische Republik Ägypten über den libysch-ägyptischen Grenzübergang
- Sicherer Transit mit humanitären Hilfsgütern durch ägyptisches Territorium
- Abstimmung mit den zuständigen Behörden in Bezug auf Inspektionen, Sicherheit und Logistik
- Weiterreise zum Grenzübergang Rafah, um dringend benötigte Hilfe zu liefern
Das Hauptziel des Konvois ist es, lebensrettende Hilfsgüter, darunter Lebensmittel, Medikamente, Decken und andere lebenswichtige Güter, zu den notleidenden Gemeinden im Gazastreifen zu bringen. Dem Antrag ging die jüngste öffentliche Ankündigung der GSF voraus, im Frühjahr eine Flottillenmission mit über 3.000 humanitären Helfern aus der ganzen Welt starten zu wollen, die dabei helfen solle, Israels illegale Belagerung des Gazastreifens zu durchbrechen, eine unbewaffnete Schutzpräsenz aufzubauen und den Wiederaufbau des Gazastreifens zu unterstützen. Die Vorbereitungen für die maritime Mission laufen, jedoch verhindern die aktuellen Bedingungen im Mittelmeer eine baldige Abreise.
„Die Bedingungen auf See beschränken unsere Möglichkeiten, den Wasserweg zu nutzen. Aber der Bedarf ist unmittelbar“, sagte Marouan Ben Guettaia, Mitglied des GSF-Lenkungsausschusses. „Mit dem Konvoi können wir jetzt handeln und dem palästinensischen Volk so schnell wie möglich Hilfe bringen.“ Die Global Sumud Flotilla betont, dass die Mission rein humanitärer und gewaltfreier Natur ist. Die Koalition ist bereit, transparent und konstruktiv mit den ägyptischen Behörden zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass der Konvoi alle rechtlichen, sicherheitstechnischen und logistischen Anforderungen erfüllt und gleichzeitig bedürftige Zivilisten konkrete Hilfe leistet.
Übersetzung aus dem Englischen von Alexandra Twardy vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!









