Lenkflugkörper, verfehlte Politik und Richtungswechsel oder wie ich lernte, mir keine Sorgen mehr zu machen und den 3. Weltkrieg zu lieben. Ein Abend mit David Swanson

Danke für die Einladung. Ich möchte mich kurz halten und dafür eine Menge Zeit für Fragen und Antworten aufbringen. Ich möchte gerne beginnen, indem ich mich mit dieser Frage befasse: Wenn es der Wahrheit entspricht, dass Wahnsinn in Gesellschaften häufiger vorkommt als bei Einzelpersonen, und wenn die Gesellschaft, in der wir leben, den Klimakollaps, die Zerstörung des Ökosystems, das Wohlstandgefälle, (wie ich meine allgemein bekannt) und die institutionelle Korruption offensiv beschleunigt (mit anderen Worten, Prozesse, die eindeutig den bewussten, erklärten Wünschen zuwiderlaufen), ist diese Gesellschaft vielleicht keine Ausnahme von der Regel? Ist sie vielleicht verrückt? Und gibt es vielleicht noch andere vernetzte Verrücktheiten, die wir nicht ganz klar erkennen, gerade weil wir Mitglieder diese Gesellschaft sind?

Wie wäre es, eine große Anzahl von Menschen mit einem viel größeren Aufwand in Käfige zu sperren, als ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen? Wie wäre es, Land, Energie und Rohstoffe für die Fütterung von Tieren zu verwenden, um Menschen mit Lebensmitteln zu ernähren, die ohne Umweltzerstörung und Tierquälerei zehnmal so viele Menschen hätten ernähren können? Wie wäre es, bewaffnete und ausgebildete Killer einzusetzen, um den Leuten zu sagen, dass sie zu schnell fahren und nicht auf dem Bürgersteig mit dem Fahrrad fahren sollten. Könnte es sein, dass vieles, was eine ausgewogene Kultur als verrückt bezeichnen wurde, für uns normal aussieht, wie brennende Hexen, blutende Patienten, und eugenisch großartig dargestellte Babies in der Vergangenheit für andere aussahen?

Was ist, besonders wenn es nicht dauerhaft und allgemein normal und vernünftig ist, alle Schritte zu unternehmen, die unternommen werden, um die atomare Apokalypse zu beschleunigen? Wir haben Wissenschaftler, die sagen, dass die Katastrophe jetzt wahrscheinlicher ist als je zuvor, und dass die Art der Katastrophe schlimmer sein würde als je zuvor angenommen. Wir haben Historiker, die sagen, dass die Beinahe-Unfälle häufiger sind als je zuvor bekannt. Und doch haben wir Medienkanäle, die jeden informieren, dass das Problem vor 30 Jahren verschwunden ist. Wir haben eine US-Regierung, die riesige Schätze in den Bau weiterer Atomwaffen verschleudert, und sich weigert, zuerst auf ihre Nutzung zu verzichten und sie als „verwendbar“ zu bezeichnen. Einer der zentralen Gründe für das vermeintliche Abnehmen der Gefahr ist, dass die Zahl der Male, die die vorhandenen Bestände an Atomwaffen alles Leben auf der Erde auslöschen konnten, verringert wurden – wenn man das mit dem Begriff „Vernunft“ würdigen kann. Ein Großteil der Welt schreit nach der Abschaffung der Atomwaffen, während ein anderer Teil der Welt ihre Herstellung, ihren Vertrieb und die routinemäßigen Drohungen für ihren Einsatz, verteidigt. Offensichtlich hat jemand Recht und jemand ist verrückt. Mit jemand meine ich eine ganze Gesellschaft, keine Einzelpersonen, und trotz der Ausnahmen.

Was ist mit der Gesamtidee, Menschen zu töten? Gefangene zu töten, um ihnen beizubringen, keine Menschen zu töten? Menschen zu töten, die aus der Perspektive einer fernen Videokamera aussehen als wären sie eine erwachsene männliche Person am falschen Ort und in der Nähe eines Mobiltelefons, das im Verdacht steht, jemandem zu gehören, der nicht gemocht wird, sowie alle Männer und Frauen und Kinder, die zufällig in der Nähe sind. Menschen zu töten, die eine Grenze überqueren und vor bewaffneten Kämpfern davonrennen? Menschen zu töten, die sich der Polizei in den Weg stellen und so aussehen, als hätte ihre Haut ein bisschen zu viel Pigment? Was, wenn mit der ganzen Tötungspraxis all dieser Menschen etwas nicht stimmt? Was, wenn es so gestört ist wie die Ärzte, die George Washington verbluten ließen, oder Phil Collins‘ Glaube, dass er in Alamo gestorben ist, oder Joe Bidens Vorstellung, dass sich die US-Regierung nicht in die Wahlen anderer Staaten einmischt?

Was, wenn das Töten von Menschen nachweislich verrückt ist, sogar in einem erfundenen Szenario, in dem die Vereinten Nationen einen guten humanitären Krieg zugelassen haben und die Menschen, die getötet werden, alle Uniformen tragen, und niemand gefoltert oder vergewaltigt oder ausgeraubt wird, und jede Mordtat super respektvoll und frei von Hass oder Feindseligkeit ist? Was ist, wenn das Problem die vorsichtige Vermeidung von Frieden ist, durch die jeder Krieg ausgelöst wird, und nicht die einzelnen Gräueltaten? Was, wenn „Kriegsverbrechen“ als Begriff, den man in der Öffentlichkeit viel sagt, damit man nicht für einen Faschisten oder Republikaner gehalten wird, in Wirklichkeit genauso unsinnig ist, wie „Sklavenhandel“ oder „Massenvergewaltigungen“, weil Krieg in seiner Gesamtheit ein Verbrechen ist? Was ist, wenn jeder Krieg seit Jahrzehnten tatsächlich unverhältnismäßig die sogenannten falschen Menschen getötet hat, die Alten, die ganz Jungen, die Zivilisten? Was, wenn es nichts Schlimmeres als Krieg gibt, das zur Rechtfertigung von Krieg herangezogen werden kann? Was ist, wenn Kriege vor allem durch Kriege und Kriegsvorbereitungen verursacht werden? Wenn das stimmt – und ich bin bereit, über jede Behauptung, dass es nicht so ist, zu diskutieren – wäre es nicht ein bisschen befangen, mit gezinkten Karten zu spielen, damit praktisch Billionen von Dollars in die Kriegsmaschinerie gesteckt werden?

Das Argument, das auf der World BEYOND War Website vorgebracht wird, ist natürlich, dass die Abzweigung von Geld für Kriegsvorbereitungen, die die Menschen weniger sicher machen, nicht sicherer, selbst weit mehr Menschen tötet, als in allen bisherigen Kriegen getötet wurden. Es tut dies, indem es uns der Dinge beraubt, für die wir das Geld hätten ausgeben können, Dinge wie Nahrungsmittel, Wasser, Medizin, Unterkunft, Kleidung usw. Wenn das stimmt, und wenn es außerdem der Fall ist, dass Krieg Hass, Bigotterie und Rassismus befeuert, dass Krieg und seine Vorbereitungen das ursprüngliche Erdreich zerstört, dass Krieg die einzig und alleinige Entschuldigung für das Staatsgeheimnis ist, dass Kriegsstützpunkte und Waffenverkäufe, Gratis-Training und Finanzierung erschreckend gewaltsame Regierungen unterstützen, dass das Kriegsgeschäft die bürgerlichen Freiheiten zerfrisst im Namen einer geheimnisvollen Droge, genannt „Freiheit“, und dass Krieg eine Kultur grob macht, indem er die Polizei und den Verstand militarisiert – wenn dies alles stimmt – könnte die Kriegsoffensive, welche diejenigen, die von dem Wahnsinn infiziert sind, „die Verteidigungsindustrie“ nennen, einfach die koketteste Plauderei sein, die je ausgeheckt wurde.

So viel habe ich schon eine Milliarde Mal gesagt. Und eine Milliarde und fünfmal habe ich auf den Wahnsinn des 2. Weltkrieges geantwortet, nach dem Sie alle fragen werden, sobald ich meinen Mund zumache. Nein, der 2. Weltkrieg hatte nichts damit zu tun, jemanden aus einem Vernichtungslager zu retten. Die USA und die verbündeten Regierungen weigerten sich ausdrücklich, die Juden aus Deutschland aufzunehmen, und das aus freien antisemitischen Gründen. Es wurde nie etwas unternommen, um die Morde in den Lagern zu stoppen. Der Krieg tötete um ein Vielfaches dessen, was die Lager taten. Der Krieg entstand nach Jahren des westlichen Wettrüstens mit Japan und der Unterstützung für Nazi-Deutschland. US–Konzerne unterstützen die Nazis während des gesamten Krieges aus Profitgründen und aus ideologischen Gründen. Der nordische Rassenunsinn, die Rassentrennungsgesetze, der Vernichtungsimpuls und die Technologie hatten ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten. Die Atombomben wurden für nichts gebraucht. Nichts über den Zweiten Weltkrieg beweist, dass Gewalt für irgendetwas notwendig ist. Und wenn sie für den Kampf gegen den Nationalsozialismus notwendig gewesen wäre, hätte es nicht viel Sinn gemacht, viele Top-Nazis für das US Militär anzuwerben. Siehe mein Buch „Leaving World War II Behind“, lange Version.

Jetzt möchte ich etwas noch Verrückteres sagen. Oder, falls ich Recht habe, möchte ich ganz nüchtern sagen, dass etwas noch verrückter ist als der Krieg. Ich denke dabei an die fortschreitende Gefahr eines 3. Weltkrieges, des ersten Krieges, der zwischen großen, reichen Ländern seit dem 2. Weltkrieg geführt wird, eines Krieges, der wahrscheinlich eine nukleare Apokalypse zur Folge hat. Ich glaube nicht, dass die meisten Leute, die die Welt in Richtung des 3. Weltkriegs steuern, von sich selbst denken, dass sie das tun. Aber ich glaube ebenso nicht, dass der Vorstandsvorsitzende von Exxon Mobil sich selbst als Förderer des Klimakollapses betrachtet. Wenn der US-Präsident den 3. Weltkrieg beginnen wollte und sich darüber bewusst ist, dies zu tun, würde er einfach die Atombomben zünden. Aber hier ist das, worüber ich wirklich nachdenken möchte: wenn eine Gesellschaft den 3. Weltkrieg beginnen wollte, ohne sich darüber im Klaren zu sein, das zu tun, was würde es bewirken? Ich weiß, dass Freud scharfe Kritik einstecken musste, weil er behauptete, die Menschen hätten eine rätselhafte Todessehnsucht, selbst wenn sie es leugnen würden. Aber ich denke, an diesem Punkt liegt die Beweislast bei denen, die versuchen würden, ihm das Gegenteil zu beweisen, weil ich nicht glaube, dass ein Versuch, versehentlich den 3. Weltkrieg anzufangen und ihn jemandem oder etwas anderem in die Schuhe zu schieben, besonders anders aussehen würde als das, was die US-Gesellschaft gerade tut.

Das US-Militär plant einen Krieg gegen China, und spricht davon, dass ein Krieg gegen China vielleicht erst in ein paar Jahren losgehen wird. Sie nennen es natürlich einen Krieg mit China und sie können sich auf die Kongressmitglieder verlassen, uns mit der Vorstellung zu durchdringen, dass China das Prestige der USA aggresiv bedroht hat, indem es wohlhabender geworden ist, oder offensiv in die Gewässer vor der Küste Chinas eingedrungen ist. Aber Tatsache ist, dass trotz erheblicher Steigerungen seiner Rüstungsausgaben, indem die USA Stützpunkte, Truppen, Raketen und Schiffe (einschließlich dessen, was die US-Marine lächerlicherweise die Big Stick Trägerangriffsgruppe nennt) in die Nähe von China verlegt haben, China immer noch etwa 14% dessen ausgibt, was die USA und ihre Verbündeten und Waffenkäufer jedes Jahr für Militarismus ausgeben. Russland liegt bei etwa 8% der reinen US-Militärausgaben, Tendenz fallend. Wenn es einen ernstzunehmenden Feind für das US-Militär auf diesem Planeten gäbe, würde man im Moment zu wenig über UFOs hören. Wir werden ebenso von chinesischen Menschenrechtsverletzungen hören, aber Bomben tragen nicht wirklich zur Verbesserung der Menschenrechte bei, und wenn Menschenrechtsverletzungen Bomben rechtfertigen würden, dann müssten die USA sich selbst und viele ihrer liebsten Verbündeten sowie China bombardieren. Und wie kann man jemandem mit Krieg drohen, weil er Produkte herstellt, die man kauft? Nun, vielleicht ist es nicht das Ziel, einen Sinn zu ergeben. Vielleicht ist Krieg das Ziel.

Wenn Sie den 3. Weltkrieg näher bringen wollen, was müssten Sie tun? Ein Schritt wäre, den Krieg normal und unumstritten zu machen. Machen Sie weiter und haken Sie das ab. Fertig. Geschafft. Fahnen und Versprechungen dazu sind allgegenwärtig. Dankeschöns für eine angebliche Dienstleistung gibt es überall. Militäranzeigen und bezahlte Feierlichkeiten vor dem Spiel sind so allgegenwärtig, dass, wenn das Militär vergisst, für eine zu bezahlen, die Leute eine umsonst erstellen. Die ACLU argumentiert, dass junge Frauen den jungen Männern hinzugerechnet werden sollten, damit sie gedrängt werden, sich für eine Einberufung zu registrieren, um gegen ihren Willen gezwungen zu werden, im Sinne der Bürgerrechte in den Krieg zu ziehen, und die bürgerliche Freiheit vollständig entzogen bekommen.

Als Präsident Joe Biden zu einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin aufbrach, riefen beide großen politischen Parteien allgemein zu Feindseligkeit auf. Die Hill–Zeitung verschickte eine E-Mail mit einem Video aus dem Film „Rocky“ und forderte, dass Biden als Rocky mit Putin in den Ring steigt. Als Biden und Putin, trotz alledem, sich fast zivilisiert verhielten und eine winzig kleine Erklärung abgaben, in der sie andeuteten, dass sie möglicherweise eine nicht näher angegebene Abrüstung verfolgen könnten, und Biden damit aufhörte, Putin einen seelenlosen Mörder zu nennen, hielten die beiden Präsidenten dann zwei getrennte Pressekonferenzen ab. Bei der Konferenz von Biden waren keine Fragen der russischen Medien erlaubt, aber die US-Medien lösten den Wahnsinn für beide aus. Sie warfen mit blöden Vorwürfen um sich. Sie verlangten rote Linien. Sie wollten ein Kriegsversprechen als Antwort auf den sogenannten Cyberkrieg. Sie wollten Misstrauens- und Feindschaftserklärungen. Sie wollten selbstgerechte Rache für den angeblichen Wahldiebstahl von 2016 und die Versklavung von Präsident Donald Trump. Sie hätten, davon bin ich überzeugt, einem unbeteiligten Beobachter aus einem der UFOs, von denen sie immer reden, den Eindruck vermittelt, dass sie den 3. Weltkrieg wollten.

Das US–Militär und die NATO haben tatsächlich gesagt, dass Krieg eine Antwort auf den Cyber-Krieg sein kann. Auf Putins Pressekonferenz wurde über verschiedene geltende Gesetze gesprochen, über bestehende und mögliche. Seit langem streben Russland und China und andere Nationen Verträge an, um die Bewaffnung des Weltraums und den Cyber-Krieg zu verbieten. Auf Bidens Pressekonferenz wurde, glaube ich, kein einziges Gesetz von irgendjemandem einmal erwähnt. Doch das ständige Thema war, anderen die „regelgebundene Verordnung“ im Namen der Stabilität vorzuschreiben. Aber nichts fördert die Instabilität mehr als die gute Idee von geschriebenen Gesetzen durch willkürliche Dekrete von Machthabern zu ersetzen, die an ihre eigene Güte glauben – glauben es so sehr, dass sie verkünden, wie Biden es tat, dass, wenn die US-Regierung sich in die Wahl eines anderen einmischen würde und die Welt davon erfahren würde, die gesamte internationale Ordnung zerbröckeln würde. Wir wissen von 85 Auslandswahlen, in die sich die Vereinigten Staaten in den letzten 75 Jahren unverfroren eingemischt haben, ganz zu schweigen von Mordanschlägen an über 50 ausländischen Staatsoberhäuptern, und wir wissen, dass die Welt in Umfragen nach vorgibt, die US Regierung mehr als alle anderen als Bedrohung für Frieden und Demokratie zu fürchten. Doch die internationale Ordnung bricht nicht zusammen, weil sie nicht existiert, nicht als Satz von moralischen Normen auf der Grundlage von Respekt.

Wenn Sie die Welt dem 3. Weltkrieg näher bringen wollten, ohne es zu merken, könnten Sie sich davon überzeugen, dass Sie einfach eine Pax Americana (Amerikanischer Friede) zum eigenen Wohle der Welt erlassen, ob es der Welt passte oder nicht, selbst wenn Sie es in irgendeiner hinteren Ecke Ihres Verstandes wissen, dass die Welt früher oder später nicht dafür einstehen würde, und dass, wenn dieser Augenblick kam, ein paar Amerikaner sterben würden, und dass, wenn diese Amerikaner starben, würden die US-Medien und die Öffentlichkeit nach Blut und Rache schreien, als ob die vergangenen Jahrtausende sie nichts gelehrt hätten, und BUMM! Sie hätten, was Sie nie wussten, dass Sie es wollten, genau wie am Tag nach dem Surfen auf Amazon.com.

Aber wie kann man sicherstellen, dass diese Amerikaner getötet werden? Nun, das hat noch nie jemand getan, aber eine Idee wäre, sie – das wäre ein wahrer Geniestreich – zusammen mit ihren Familien in Stützpunkten auf der ganzen Welt zu stationieren. Die Stützpunkte würden einige grausame Regierungen unterstützen und überwachen, zum Ärger der örtlichen Bevölkerung. Die Stützpunkte würden Umweltschäden, Saufgelage, Vergewaltigung, gesetzeswidrige Sonderrechte auslösen. Sie wären eine Art riesiger Apartheid-Gemeinden, in die die Einheimischen gehen können, um niedrige Arbeiten zu verrichten, sofern sie bei Sonnenuntergang wieder herauskommen. Vielleicht 800 dieser Stützpunkte in 80 Ländern oder so sollten den Zweck erfüllen. Sie wären streng genommen in Hinblick auf unvermeidbare zukünftige Kriege nicht vertretbar, wenn man bedenkt, was wie schnell per Flugzeug wohin bewegt werden kann, aber sie könnten zukünftige Kriege einfach unvermeidbar machen. Haken Sie das von der Liste ab. Fertig. Und nahezu unbemerkt.

OK, was sonst noch? Nun, man kann ja schlecht ohne Waffen einen Krieg gegen Feinde führen, nicht wahr? Die Vereinigten Staaten sind nun der führende Waffenlieferant der Welt, der reichen Länder, der armen Länder, der sogenannten Demokratien, der Diktaturen, der gewaltsamen königlichen Despoten, der meisten ihrer selbst ernannten Feinde. Die US-Regierung ermöglicht Waffenverkäufe, und/oder stellt kostenfreies Geld für Waffenkäufe zur Verfügung und/oder bietet Schulungen an für 48 von 50 der grausamsten Regierungen der Welt an laut einem von der US-Regierung finanzierten Rangliste – plus einer Menge fieser Regierungen, die in diesem Ranking nicht berücksichtigt wurden. Wenn überhaupt, finden nur wenige Kriege ohne US-Waffen statt. Die meisten Kriege werden an Orten ausgetragen, an denen, wenn überhaupt, nur wenige Waffen produziert werden. Wenn überhaupt, finden nur wenige Kriege in den paar Ländern statt, die die meisten Waffen produzieren. Sie denken vielleicht, dass China es auf Sie abgesehen hat. Ihr Kongressabgeordneter denkt mit ziemlicher Sicherheit, dass China scharf darauf ist, ihm das Recht zu nehmen, kostenlose Post zu versenden und nach Belieben im Fernsehen aufzutreten. Aber die US-Regierung finanziert und rüstet China mit Waffen aus, und investiert in ein Labor für Biowaffen in China, was auch immer dabei herausgekommen sein mag oder nicht. Die Waffenhändler haben natürlich keine Vorstellung davon, dass sie damit den 3. Weltkrieg anzetteln. Sie machen nur Geschäfte, und seit Jahrhunderten ist es das Evangelium des westlichen Wahnsinns, dass Geschäfte Frieden stiften. Diejenigen, die für Waffenhändler arbeiten, denken meistens nicht daran, dass sie Krieg oder Frieden auslösen; sie denken, dass sie ihrer US-Flagge dienen und den sogenannten Servicemitarbeitern. Sie tun dies, indem sie vorgeben, dass die meisten Kunden der Waffenfirmen nicht existieren, dass ihr einziger Kunde das Militär sei.

Alles klar, die Waffe ist gut geschützt. Was wird noch benötigt? Nun, wenn Sie eine Gesellschaft über Jahre oder Jahrzehnte hinweg in den 3. Weltkrieg hineintreiben wollten, müsste man die Unbeständigkeit der Wahlen und die verbreiteten Stimmungsschwankungen vermeiden. Sie würden die Korruption soweit steigern wollen, dass ein Machtwechsel von einer großen politischen Partei zu einer anderen nichts wahnsinnig Wichtiges geändert hat. Die Leute können ein wenig Soforthilfe oder einen neuen Urlaub haben. Die Rhetorik würde sich radikal ändern. Aber nehmen wir an, dass Sie das Weiße Haus und den Kongress im Jahr 2020 den Demokraten überlassen, was müsste passieren, damit der Todeszug auf den Gleisen bleibt? Nun, Sie wollten nicht, dass derzeitige Kriege beendet werden. Nichts macht Kriege wahrscheinlicher als andere Kriege. Da beide Häuser im vorigen Kongress wiederholt für die Beendigung des Krieges gegen den Jemen gestimmt haben, wogegen Trump sein Veto eingelegt hat, müsste diese Abstimmung sofort beendet werden. Sie würden wollen, dass Biden so tut, als würde er den Krieg gegen den Jemen teilweise beenden, und den Kongress auf stumm schalten. Das gleiche bei Afghanistan. Halten Sie die Truppen dort und auf den umliegenden Stützpunkten ruhig, und stellen Sie sicher, dass der Kongress nichts unternimmt, um die Fortführung des Krieges tatsächlich zu verbieten.

Tatsächlich wäre es ideal, den Kongress daran zu hindern, jemals wieder seine schmutzigen kleinen Pfoten zu heben, wie er es beim Thema Jemen vorspielte, als er mit Trumps Vetos rechnen konnte. Vielleicht könnte man es zulassen, die AUMF (oder die Genehmigung für den Einsatz von militärischer Gewalt) von 2002 aufzuheben, aber die von 2001 beizubehalten, nur für den Fall, dass sie jemals gebraucht würde. Oder vielleicht könnte diese durch eine neue ersetzt werden. Ebenso, könnte die Masche von Senator Tim Kaine vielleicht ein bisschen Fortschritte machen – hier widerruft der Kongress selbst die War Powers Resolution, die festlegt, wie Kriege verhindert werden, und ersetzt sie durch eine Forderung, dass Präsidenten sich mit dem Kongress beraten, bevor sie imstande sind, den Kongress zu übergehen. Der Winkelzug besteht darin, die Aussetzung der War Powers Resolution als Stärkung der War Powers Resolution zu vermarkten. OK, das sollte funktionieren. Was sonst noch?

Nun, steigern Sie die Militärausgaben über Trumps Niveau hinaus. Das ist der Schlüssel dazu. Und laden Sie die sogenannten fortschrittlichen Kongressmitglieder zu einer Menge Sitzungen ein, lassen Sie sie ein paar Mal in den Präsidentenflugzeugen mitfliegen, drohen Sie ein paar von ihnen mit Vorwahlen, was auch immer notwendig ist, um sie von dem Versuch abzuhalten, tatsächlich die Militärausgaben zu blockieren. Im Repräsentantenhaus könnten fünf davon alles blockieren, was die Republikaner ablehnen, aber hundert von ihnen, die einen offenen Brief herausbringen, in dem sie so tun, als ob sie dem, was sie ermöglichen, widersprechen, werden keinen Schaden anrichten. OK, dieser Teil ist einfach. Was sonst noch?

Nun, vermeiden Sie Frieden mit dem Iran. Wozu sollte das gut sein? Einfach Zeit schinden und die Wahrheit verdrehen, bis die Wahlen im Iran vorbei sind und sie eine neue superfeindliche Regierung haben, und machen Sie dann die Iraner dafür verantwortlich. Das ist noch nie misslungen. Warum sollte es jetzt scheitern? Finanzieren und bewaffnen Sie weiterhin die Angriffe von Israel auf Palästina. Machen Sie weiter mit Russiagate, oder geben Sie es zumindest nicht auf, selbst wenn die Journalisten beginnen verrückt zu werden – und nicht nur zu sein. Ein kleiner Preis, den man zahlen muss, und irgendwie mag niemand die Medien, egal wie sehr man auf sie hört.

Was sonst noch? Nun, ein wichtiges Instrument, das sich immer mehr bewährt hat, sind Sanktionen. Die US-Regierung sanktioniert auf brutale Weise zahlreiche Bevölkerungsgruppen rund um den Globus und schürt Leid, Feindseligkeit und Kriegslust, und niemand weiß es, oder sie betrachten es als Strafverfolgung anstatt als Rechtsverletzung. Das ist brillant. Die US-Regierung kann sogar Sanktionen verhängen, Leid verursachen, die Bemühungen der Kommunalverwaltung, das Leid zu reduzieren, für das Leid verantwortlich machen, und einen Staatsstreich als Lösung für die regelgebundene Ordnung vorschlagen (wir regieren, also geben wir die Befehle).

Außerdem würden wir die Klimakatastrophe auf jeden Fall auf Kurs halten, und zwar aus einer Reihe von Gründen. Erstens, wenn die nukleare Apokalypse nicht eintritt, die Klimakatastrophe wird kommen. Zweitens, die Klimakatastrophen können zur Anheizung internationaler Krisen genutzt werden, die – mit genügend Ansporn und Aufrüstung – zu Kriegen führen können. Drittens, kann das Militär tatsächlich als Klimaschützer vermarktet werden, denn, obwohl es maßgeblich zum Klimawandel beiträgt, kann es seine Besorgnis kundtun und Naturkatastrophen als Vorwand für einen Einmarsch und die Errichtung neuer Stützpunkte nutzen. Und nichts heizt die Kriegsbegeisterung mehr an als Flüchtlinge, ganz egal, wer den Horror ausgelöst hat, vor dem sie fliehen.

Selbst Pandemien können den Auslöser voranbringen, solange eine vernünftige und gemeinsame Reaktion darauf vermieden wird. Wir wollen ein Gleichgewicht finden zwischen der Beschuldigung Chinas und der Vermeidung des Vorwurfs der Biowaffenlabore und ihrer internationalen Partner und Investoren. Die US-Regierung hat über die Medien die vollständige Kontrolle darüber, welche möglichen Erklärungen für das Entstehen einer Pandemie vertretbar sind und welche – ironischerweise – für verrückt gehalten werden. Was wir vermeiden wollen, ist, die Dringlichkeit der Betreibung von Labors, die neue Kriegswerkzeuge entwickeln können, in Frage zu stellen und irgendwelche globalen Lösungen für Pandemien vorzugschlagen, die Zusammenarbeit und Verständnis anstatt Profit und Spaltung begünstigen können.

OK, reicht das nicht? Was könnte man sonst noch brauchen? Nun, man kann den 3. Weltkrieg nicht einfach unerprobt auf die Bühne bringen, oder? Wir werden einige Proben in voller Montur abhalten werden, große Proben, die sich zufällig zu einer echten Sache entwickeln können – die größten Proben, die es je in Europa und im Pazifik gab. Und mehr Raketen in der Nähe von Russland und China, und mehr Länder, die in die NATO eingeladen werden – insbesondere einige davon, die direkt an der Grenze zu Russland liegen, so dass Russland sagt, dass es niemals stillhalten würde. Krieg in der Ukraine ist zu offensichtlich. Wie wäre es vielleicht mit einem Staatsstreich in Belarus? Was Sie wollen, ist, den 3. Weltkrieg riskieren, ohne gleich mit beiden Füßen hineinzuspringen. Letztendlich müssen die anderen Kerle damit anfangen. Denken wir nach. Wie sind die USA zum Zweiten Weltkrieg gekommen?

Nun, da gab es die Atlantik-Charta. Lass uns eine neue erstellen. Abgehakt. Es gab Sanktionen und Drohungen gegen Japan. Besser gesagt China. Abgehakt. Es gab Unterstützung für die Nazis in Deutschland. Besser gesagt: Ukraine. Abgehakt. Im Pazifik gab es große neue Stützpunkte und Schiffe und Flugzeuge und Truppen. Abgehakt. Aber die Geschichte wiederholt sich nicht genau. Es gibt viele Möglichkeiten. Drohnenmorde und -stützpunkte und sogenannte Anti-Terror-Operationen in Afrika und Asien. Putsche und Destabilisierungen in Lateinamerika. Jede Menge Hotspots. Jeder Menge Waffen. Jede Menge Propaganda. Überall und jederzeit Cyberkriege, und wer kann schon mit Sicherheit sagen, wer damit angefangen hat? Der Krieg wird immer einfacher.

Stellen wir nun eine andere Frage. Wie würde die US-Gesellschaft aussehen, wenn sie den Dritten Weltkrieg vermeiden wollte? Nun, sie würde die Masche des Sonderlings aufgeben und sich der Welt anschließen, aufhören, der größte Verweigerer von Menschenrechtsverträgen zu sein, aufhören, der größte Widersprecher bei den Vereinten Nationen zu sein, aufhören, der größte Gegner der Internationalen Strafgerichtshofs und des Internationalen Gerichtshofs zu sein, anfangen, die Rechtsstaatlichkeit anstelle der regelgebundenen Ordnung zu unterstützen, anfangen, die Demokratie bei den Vereinten Nationen zu unterstützen anstatt nur ein Wort, das man bei Reden sagt, und der Zusammenarbeit bei globalen Bemühungen zur Lösung von Umwelt- und Gesundheitsproblemen Vorrang einzuräumen.

In den Vereinigten Staaten, die den Dritten Weltkrieg vermeiden wollen, würde man Massen von Menschen sehen, die fordern, dass das Geld vom Militarismus auf die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt umgeschichtet wird, man würde Opposition gegen den Militarismus in der gesamten Bevölkerung sehen sowie von Bewegungen, die direkt vom Militarismus betroffen sind und im Allgemeinen so tun, als wären sie es nicht, wie z.B. die Bewegungen für Umweltschutz, gegen Armut, für die Rechte von Migranten, für bürgerliche Freiheiten und für eine transparente Regierung. Es gäbe Bestrebungen zur Entmilitarisierung, zur Schließung ausländischer Stützpunkte, zur Schließung inländischer Stützpunkte, zum Ausstieg aus der Finanzierung von Waffen, zur Umstellung der Kriegsindustrie auf friedliche und nachhaltige Industrien. Man würde sehen, dass Leute, die im Fernsehen auftraten und die Recht hatten mit den kommenden Kriegen, erneut im Fernsehen erscheinen dürfen, anstatt in Blogs und in den Bodensatz der Facebook-Algorithmen verbannt zu werden. Man würde sehen, dass Lügen über Kriege als etwas anderes behandelt wird, als die hohe Qualifikation, über weitere Kriege zu lügen.

Man würde eine viel einfachere und klarere Berichterstattung über Kriege sehen, einschließlich dessen, was man die Humanisierung von Menschen nennt. Ich habe nie verstanden, was Menschen angeblich sind, bevor sie vermenschlicht werden, aber es sieht so aus, dass sie definitiv keine Menschen sind. Nehmen wir beispielsweise einen 7-jährigen Jungen im Jemen, der seiner Mutter sagt, dass er zur Schule gehen möchte. Er heißt Chakir und er spricht ein wenig schwer, was an seinen komischen Zähnen und seiner schlechten Angewohnheit liegt. Aber das ist nicht der Grund, warum seine Mutter nicht möchte, dass er zur Schule geht. Sie hat Angst vor Raketen. Sie unterrichtet Chakir zu Hause. Er sitzt an einem kleinen hölzernen Schreibtisch neben dem Esstisch und tut so, als ob er in der Schule sei. Seine Mutter liebt ihn und findet ihn liebenswert und genießt es, ihn hier zu haben, obwohl sie müde ist, eine Pause braucht, und weiß, dass die Schule besser wäre. Aber dann wird das Brummen lauter. Chakir krabbelt unter seinen Schreibtisch. Er lächelt. Er versucht es lustig zu finden. Aber das Brummen wird noch lauter. Es ist direkt über ihnen. Chakir beginnt zu weinen. Seine Mutter kniet nieder und geht zu ihm. Als Chakir schließlich ein paar Worte herausbekommt, sagt er, „hier ist es nicht sicherer als in der Schule. Hier ist es nicht sicherer als in der Schule, Mama!“. Die Drohne fliegt vorüber. Sie sind immer noch da. Sie wurden nicht ausgelöscht. Am nächsten Tag erlaubt ihm seine Mutter, in einen Bus zur Schule zu steigen. Der Bus wird von einer von den USA gelieferten Rakete durch das saudische Militär und US-Zielauswahl getroffen. Chakirs Mutter vergräbt einen Teil eines seiner Arme, der in einem Baum gefunden wird. Jetzt ist er humanisiert. Aber sie alle sind Menschen. Die Opfer sind alle Menschen, doch wenn die Medien sie nicht humanisieren, werden die Menschen es selbst verleugnen. In einer Gesellschaft, die darauf bedacht ist, Krieg zu vermeiden, wäre die Humanisierung kompromisslos. Und wenn dies nicht der Fall wäre, würde dies durch Proteste gefordert.

Selbstverständlich klafft eine große Kluft zwischen dem Streben nach dem Dritten Weltkrieg und der Abschaffung aller Streitkräfte. Natürlich kann dies nur etappenweise erfolgen. Aber wenn die Etappen nicht als Schritte weg von der Apokalypse und hin zur Vernunft verstanden werden, funktionieren sie oft nicht sehr gut oder gehen sogar nach hinten los. Der Krieg wurde derart reformiert und perfektioniert, dass die Menschen sich vorstellen, dass Lenkraketen nur und genau diejenigen töten, die wirklich getötet werden müssen. Wir können nicht noch mehr Kriegsverbesserungen überleben. Die Vereinigten Staaten könnten ihren Militarismus drastisch zurückfahren, alle ihre Atomwaffen vernichten, alle ausländischen Stützpunkte schließen, und das würde zu einem umgekehrten Wettrüsten zwischen anderen Nationen führen. Die Vereinigten Staaten könnten ganz einfach damit aufhören, Waffen an andere zu verkaufen, und der Militarismus würde deutlich zurückgehen. Die USA könnten sich aus der NATO zurückziehen und die NATO würde sich auflösen. Sie könnten aufhören, andere Länder zu drängen, mehr Waffen zu kaufen, und sie würden weniger Waffen kaufen. Jeder Schritt in Richtung einer Welt jenseits des Krieges würde eine solche Welt für mehr Menschen sinnvoller erscheinen lassen.

Daran arbeiten wir also bei World Beyond War. Wir engagieren uns in der Bildung und im Aktivismus, um eine Kultur des Friedens aufzubauen und die Entmilitarisierung auf der ganzen Welt voranzutreiben, unter anderem durch die Veräußerung von Finanzmittel für Waffen und durch das Bestreben zur Schließung von Stützpunkten. Wir arbeiten auch daran, mehr Bewegungen und Organisationen gegen den Krieg auszurichten, indem wir abteilungsübergreifende Verbindungen herstellen, und Druck auf die für November geplante Konferenz in Schottland ausüben, damit der Militarismus nicht länger aus dem Klimaabkommen ausgeklammert wird, und indem wir uns für die Entmilitarisierung der einheimischen Polizeikräfte einsetzen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir nicht auch Verbindungen mit psychiatrischen Fachkräften eingehen sollten, denn entweder ist der Krieg verrückt oder ich bin es. Ich bitte Sie nur, dass Sie sich Zeit nehmen, um zu entscheiden, was von beiden.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Doris Fischer vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Der Originalartikel kann hier besucht werden