Die Welt humanisieren oder zur Normalität zurückkehren?

20.03.2021 - USA - David Andersson

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Griechisch verfügbar.

Die Welt humanisieren oder zur Normalität zurückkehren?

Nach Monaten des Wartens verlässt der Hochgeschwindigkeits-Impfzug endlich den Bahnhof, und hoffentlich ist bald Platz für alle an Bord. Es ist vielleicht das erste Mal in der Geschichte, dass alle Menschen auf unserem Planeten gleichzeitig mit demselben Phänomen konfrontiert sind.

Das weltweite Ausmaß dieser Pandemie hat die Grenzen neu gestaltet und stellt unsere Gesellschaft in ihren Grundfesten auf die Probe. Sie hat die Effizienz der wissenschaftlichen Gemeinschaft gezeigt, die – auf der Basis von nur wenigen Informationen – in weniger als einem Jahr mehrere Impfstoffe auf verschiedenen Kontinenten entwickelt hat. Auf der anderen Seite beobachten wir den Zusammenbruch der politischen Sphäre, in der es fast keine internationale Koordination, kaum Unterstützung für die medizinische Gemeinschaft und ein katastrophales Ausmaß an Fehlkommunikation in Bezug auf das Virus und die Umsetzung der Impfung gab. Schlimmer jedoch sind die Konzerne, die im Grunde die Pandemie aussitzen und darauf warten, alles zu stehlen, was sie können, während sie gleichzeitig ihre Macht ausbauen, wie Geier, die sich über geschwächte Beute hermachen.

Wir stehen nun vor einer eigenartigen Situation, in der der Impfprozess von Tag zu Tag an Fahrt aufnimmt und die Massenmedien versprechen, dass wir bald “zum Normalzustand zurückkehren”. (In seiner ersten großen Rede prahlte Präsident Biden: “Die USA könnten bis zum 4. Juli, dem Nationalfeiertag, zur Normalität zurückkehren.”) Das ist verrückt: Niemand will zurück zur Normalität, als “normal” Gewalt gegen Frauen, in Armut lebende Familien, sinnlose Jobs, Luft – und Wasserverschmutzung, segregierte Schulen, rassistische Religionen, unmoralische Militärbudgets und korrupte Politiker bedeutete.

Dieses “Normal” blockiert den Evolutionsprozess der Menschheit, Schmerz und Leid zu überwinden, und untergräbt den Aufbau einer vielfältigen und gewaltfreien universellen menschlichen Nation.

Hier ein paar Synonyme für normal: üblich, Standard, typisch, allgemein, gewöhnlich, konventionell, gewohnheitsmäßig, erwartet, langweilig, mechanisch. Ich frage Sie, wer will in einer normalen Gesellschaft leben?

Die Menschen auf der Welt haben diese Pandemie und all die Schwierigkeiten nicht umsonst ertragen. Jeder ist sich bewusst, dass sich die Dinge ändern müssen, überall. Dies ist der Moment, um die Erde zu humanisieren, die Gelegenheit, eine neue Perspektive auf das Leben zu gewinnen und ein neues Bild einer kollektiven Zukunft zu schmieden. Die Beziehung zwischen den Kulturen muss humanisiert werden, Konzerne und Wirtschaftssysteme müssen humanisiert werden, soziale Teilhabe und politische Repräsentation müssen humanisiert werden, unsere Beziehung zur Natur und unserem Planeten muss humanisiert werden. Die Bedeutung unseres Lebens muss humanisiert werden.

Wie wir bei der Pandemie und davor beim Klimawandel gesehen haben, ist die Welt eins und miteinander verbunden. Jetzt müssen sich die Menschen eins und miteinander verbunden fühlen. Unsere Kraft liegt in unserer Universalität; alle müssen Zugang zu allem haben. Wir können nicht einige impfen und andere nicht. Es kann nicht sein, dass einige sich für den Klimawandel einsetzen und andere wie verrückt die Umwelt verschmutzen. Es kann nicht sein, dass einige Nationen, die Zugang zu Nahrung haben, andere, die hungern, bombardieren. Es kann nicht sein, dass einige Länder, die über Atomwaffen verfügen, andere wie Kinder auf einem Spielplatz schikanieren. Es kann nicht sein, dass einige Familien mehrere Häuser besitzen und andere auf der Straße leben. Es kann nicht sein, dass einige Kinder Laptops und WLAN haben und andere nichts zum Mittagessen. Wir sind es leid, bruchstückhafte Lösung vorgesetzt zu bekommen, die einigen wenig geben und anderen nichts. Wir können nicht länger zulassen, dass das System seine Teile-und-Herrsche-Politik durchsetzt. „Divide ut regnes“ (teilen, um zu herrschen) war eine römische Praxis, Gruppen, die langjährigen Groll gegeneinander hegten, in unmittelbarer Nähe zueinander anzusiedeln, damit ihre ständigen Kämpfe sie davon abhalten würden, zusammenzuarbeiten und die römische Herrschaft zu stürzen. Dies ist auch heute noch die vorherrschende Regierungstaktik, und wir müssen wachsam sein, um zu verhindern, dass sie gegen uns eingesetzt wird.

Wir arbeiten an vorderster Front für die Zukunft der Menschheit, wir kämpfen gegen Apathie und Nihilismus, wir streben nach konvergierender Vielfalt und organisieren uns gegen Ungerechtigkeit durch aktive Gewaltfreiheit. Wir setzen uns für gleiche Rechte und Chancen für alle Menschen ein. Wir werden die Energie, die Ideen und den Einsatz aller brauchen, wenn wir diese Chance nutzen wollen, um endlich nie wieder zur Normalität zurückzukehren.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Elise Fromm vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Kategorien: Humanismus und Spiritualität, Meinungen, Nordamerika, Politik
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