Ergebnisse des ersten Tages der 73. Weltgesundheitsversammlung

20.05.2020 - Marianella Kloka

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Französisch, Italienisch, Griechisch verfügbar.

Ergebnisse des ersten Tages der 73. Weltgesundheitsversammlung
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht auf der Eröffnungssitzung der 73. Weltgesundheitsversammlung in Genf. (Bild von WHO/Christopher Black)

UN-Sekretär Antonio Guterres rief bei der Eröffnung des Weltgesundheitsgipfels zu Einheit auf und nach den vielen Worten über Solidarität auch Taten folgen zu lassen.

Am ersten Tag der 73. Weltgesundheitsversammlung[1], die im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Sitz in Genf stattfand, gaben viele Staats- und Regierungschefs und Leiter*innen anderer Organisationen wichtige Erklärungen ab, in denen sie den siebenseitigen Resolutionsentwurf[2] unterstützten, der von Albanien, Australien, Bangladesch, Belarus, Bhutan, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Dschibuti, der Dominikanischen Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Guyana, Island, Indien, Indonesien, Japan, Jordanien, Kasachstan, Malaysia, Malediven, Mexiko, Monaco, Montenegro, Neuseeland, Nordmakedonien, Norwegen, Paraguay, Peru, Katar, der Republik Korea, Moldawien, der Russischen Föderation, San Marino, Saudi-Arabien, der Afrikanischen Union und ihren Mitgliedstaaten, der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten, Tunesien, der Türkei, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland vorgeschlagen wurde.

Der UN-Sekretär sagte, dass „viel über Solidarität gesprochen wird, aber nicht so viel über eine Einheit in unserer Antwort auf Covid-19. Länder nutzten manchmal widersprüchliche Strategien. Wir müssen sowohl auf die gesundheitlichen als auch auf die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie reagieren. Wenn wir die Ausbreitung des Virus nicht unter Kontrolle bringen, wird sich die Wirtschaft nie wieder erholen“.

Der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros, erinnerte die Mitglieder*innen der Versammlung an die Ziele der „dreifachen Milliarde“:

  • 1 Milliarde mehr Menschen, die sich einer besseren Gesundheit und eines besseren Wohlbefindens erfreuen
  • 1 Milliarde mehr Menschen, die von einer universellen Gesundheitsversorgung profitieren und
  • 1 Milliarde mehr Menschen, die besser vor gesundheitlichen Notfällen geschützt sind. Dies sind die Ziele, die sich die Weltgemeinschaft bis 2023 gesetzt hat.

Winnie Byanyima, Geschäftsführerin der WHO, sagte: „Wir rufen alle Regierungen auf, sich hinter einem #PeoplesVaccine zu vereinen, um die gesamte Menschheit zu schützen“.

Die EU und ihre Anwärterstaaten wurden durch Kroatien vertreten, womit die Führungsrolle der WHO und der Wille zur Unterstützung einer globalen Reaktion im Einklang mit der kürzlich von der Europäischen Kommission organisierten Zusage[3] bekräftigt wurden.

Der*die Vertreter*in der Global Health Security Agenda Initiative aus den Niederlanden sagte, dass diese „die WHO und den Multilateralismus verteidigt und auch die Patentpool-Initiative unterstützt“.

Der Vertreter von Katar erinnerte an die Erklärung von Doha. „Dazu gehört die Nutzung von Zwangslizenzen, um einen gerechten Zugang zu medizinischen Produkten zu gewährleisten. Geistiges Eigentum darf kein Hindernis für die Gesundheit aller sein“.

Heute Nachmittag kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel eine gemeinsame Initiative [4] für den EU-Wiederaufbaufonds an. In dem gemeinsamen Dokument wird auch klar zum Ausdruck gebracht, dass sie wollen, dass Europa „die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten für Impfstoffe und Behandlungsmethoden sowie die Koordinierung und Finanzierung auf internationaler Ebene (ACT-A-Initiative) mit dem kurzfristigen Ziel erhöht, einen Coronavirus-Impfstoff innerhalb der Europäischen Union zu entwickeln und zu produzieren, um seinen weltweiten Zugang zu gewährleisten“. Im selben gemeinsamen Dokument sprechen die beiden mächtigen Mitgliedsstaaten der EU von der „Koordinierung der europäischen Beschaffungspolitik […], um mit der pharmazeutischen Industrie eine gemeinsame Sprache zu sprechen“.

Der chinesische Präsident Xi Jinping sagte in seiner Rede: „[…] Wir müssen Informationen, Erfahrungen und bewährte Verfahren im Bereich Forschung und Entwicklung austauschen. Die WHO sollte die globale Antwort anführen. Wir müssen Afrika weiter unterstützen. Wir müssen die globale Regierungsführung im Bereich der öffentlichen Gesundheit stärken. Wir müssen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung wiederherstellen und gleichzeitig an der Bekämpfung des Virus arbeiten. Wir müssen die internationale Zusammenarbeit stärken. Solidarität und Zusammenarbeit sind unsere stärkste Waffe, um das Virus zu besiegen. Um die internationale Zusammenarbeit gegen das Covid-19-Virus zu stärken, wird China innerhalb von zwei Jahren 2 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen, um bei der Reaktion auf das Covid-19-Virus und wirtschaftlich betroffenen Ländern, insbesondere Entwicklungsländern, zu helfen. China wird mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, um in China ein globales humanitäres Hilfsdepot und ein Drehkreuz einzurichten, um den Betrieb der Versorgungsketten zu gewährleisten. [..]”

Der russische Vertreter unterstützte auch die weltweiten Bemühungen der WHO und sagte, dass „Russland für die Stärkung der WHO als führendes Land in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit steht, das eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung der multilateralen Bemühungen zur Bekämpfung von Covid-19 spielt“.

Das Vereinigte Königreich dankte der WHO für ihre bisherige Arbeit und sagte, dass nach der Coronavirus-Krise nicht nur von der WHO, sondern auch von dem umfassenderen internationalen System und für alle Mitgliedstaaten Lehren gezogen werden können. „Wir unterstützen die Notwendigkeit einer Überprüfung der globalen Reaktion, aber im Moment müssen wir uns alle weiterhin auf den Kampf gegen das Virus konzentrieren. Ein Impfstoff wäre unsere beste Waffe. Das Vereinigte Königreich steht bei dieser Arbeit an der Spitze; wir sind der größte Geldgeber für die globalen Bemühungen um den Impfstoff. Die britischen Forschungsanstrengungen sind wegweisend. Das Vereinigte Königreich wird am 4. Juni Gastgeber eines globalen Impfstoffgipfels sein. Ich hoffe, dass Sie in der Lage sein werden, dies zu unterstützen, denn letztendlich stehen wir in diesem Kampf alle auf derselben Seite. »

Heute ist der zweite und letzte Tag der Weltgesundheitsversammlung. Hier finden Sie weitere Informationen und können sie live verfolgen https://www.who.int/about/governance/world-health-assembly/seventy-third-world-health-assembly.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Elena Heim vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 


[1] https://youtu.be/DSCrTz8IgG4
[2] https://apps.who.int/gb/ebwha/pdf_files/WHA73/A73_CONF1Rev1-en.pdf
[3] https://twitter.com/vonderleyen
[4] https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975226/1753772/414a4b5a1ca91d4f7146eeb2b39ee72b/2020-05-18-deutsch-franzoesischer-erklaerung-eng-data.pdf?download=1

Kategorien: Gesundheit, International, Internationale Angelegenheiten
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