Am 23. März, nach der ersten Welle der Covid-19-Pandemie, hatte die Regierung von Costa Rica der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schaffung einer internationalen Plattform für Patente vorgeschlagen. Mitte Mai hat die WHO diesen Vorschlag angenommen.

Die Regierung von Costa Rica ist angesichts der Corona-Epidemie besorgt, dass einkommensschwachen Staaten – wie bei anderen Krankheiten oder Epidemien auch – der Zugang zu einem Impfstoff oder einem Medikament aufgrund der aktuellen Patentregelungen verwehrt bleiben könnte – sollte eine entsprechende Therapieform gefunden werden.

Die größte Hürde, die dabei überwunden werden muss, ist die derzeitige Patentregelung für Innovationen im Gesundheitswesen. Diese werden vom Privatsektor für die Dauer von mindestens 20 Jahren monopolisiert. Durch die Einführung der Plattform erhalten Wissenschaftler und Unternehmen Zugang zu Daten und Informationen, die für die Entwicklung von Lösungen benötigt werden. Als Folge sollen die Kosten sinken und die Verfügbarkeit von Behandlungen verbessert werden. Auch Staaten mit geringem Einkommen hätten so Zugang zu neuen Medikamenten.

Die WHO plant den offiziellen Start der Plattform für den 29. Mai. Laut eines Artikels der statenews.com ist noch unklar, wie viele Staaten die Initiative unterstützen werden. Mariangela Simao, die stellvertretende Generaldirektorin für den Zugang zu Arzneimitteln, betonte gestern, dass sie erwarte, dass „die Mitgliedsstaaten aller Kontinente innerhalb von zwei Wochen einer Teilnahme an der Initiative zustimmen werden“.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Sophia Gerstenberger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!