Am Scheideweg und doch im gleichen Boot

12.04.2020 - Enrique Collado - Redacción Barcelona

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch verfügbar.

Am Scheideweg und doch im gleichen Boot
(Bild von anem)

Zum ersten Mal in der Geschichte fühlen wir uns alle, direkt oder indirekt „berührt“ von einem kleinen Virus, das keine Grenzen, soziale Klassen oder Überzeugungen kennt.

Wir befinden uns als Spezies an einem Scheideweg; nicht bloß wegen dieses berühmten Virus, sondern auch wegen der Veränderungen, die in jüngster Zeit in allen Bereichen aufgetreten sind und die durch die Pandemie ans Licht gebracht wurden.

Vielleicht entsteht durch die Pandemie eine Veränderung in der Betrachtungsweise, obwohl wir nicht wissen, ob sie in die Richtung geht, die sich einige von uns wünschen.

Werden wir unseren Blick zum Alten zurückrichten oder auf eine neue Weise nach vorne schauen? Werden wir auf die gleiche emotionale/gedankliche Weise weitermachen oder werden wir unseren Geist und unser Herz für eine neue Empfindsamkeit öffnen? Werden wir uns endgültig dessen bewusst, dass wir alle im selben Boot sitzen?

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Wahrnehmung, dass wir Teil eines großen Organismus sind, in dem das, was auf der anderen Seite der Welt geschieht, einen direkten Einfluss auf uns hat und in dem die Gesundheit, sowohl die körperliche als auch die emotionale, geistige und spirituelle, das Wichtigste ist, immer mehr an Bedeutung gewinnt. Eine Zusammenarbeit ist unerlässlich, da wir uns unserer Abhängigkeit von anderen zutiefst bewusst werden und ein echtes Bedürfnis verspüren uns umeinander zu kümmern.

Dennoch können wir nicht die Augen vor einer anderen großen Tendenz verschließen: Die Tendenz Sündenböcke zu suchen, Hass zu schürzen und anderen die Schuld zu geben… Es sind Menschen, die nicht sehr gut verstehen, was um sie herum geschieht und welche Veränderungen aller Art – und ich beziehe mich nicht nur auf die berühmte Pandemie – in allen Bereichen stattfinden: von der Technologie bis hin zum Glauben, von der Bevölkerung bis zu den zwischenmenschlichen Beziehungen… und sie werden von jenem unheilvollen Gefühl befallen, das im Laufe der Geschichte so viel Unglück mit sich gebracht hat: Angst.

Wie Silo[1] schon sagte:

„In Wahrheit ist es nicht die Veränderung selbst, die uns beunruhigt, sondern die Richtung, die solche Veränderungen einschlagen.“

Wir befinden uns in einem entscheidenden Moment für die Menschheit.

Ehemals, als ein Reich unterging, nahm ein anderes seinen Platz ein. Heute ist alles miteinander verbunden, und obwohl es scheinbar verschiedene Modelle gibt, existiert in Wirklichkeit nur ein einziges, denn die wahre Macht hat DAS SYSTEM, unabhängig von der Zusammensetzung der mutmaßlichen Modelle. Eine Macht, die auf Gewalt, Konkurrenzkampf, Ungleichheit… beruht und die denselben Gott anbetet: GELD. Daher ist es heutzutage nicht möglich, dass etwas nebenbei entsteht, weil wir alle Teil eines und desselben Systems sind.

Vor diesem Hintergrund verschärft sich der Scheideweg, an dem wir uns als Spezies befinden weiter.

Können wir mehr als bisher dafür tun, um unseren Einfluss auszuweiten und um den Wandel voranzutreiben, den wir so sehr brauchen und uns wünschen?

Hier sind wir! … an einem Scheideweg.

Werden wir in der Lage sein, den besten Weg zu wählen?

Hoffentlich verstehen wir uns darauf das Beste und Schönste für alle auszuwählen!

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Susanne Grönsfeld vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


[1] Silo, Pseudonym von Mario Luis Rodríguez Cobos – Mendoza (06.01.1938 – 16.09.2010), ein argentinischer Schriftsteller und der Gründer der Humanistischen Bewegung und von ‚Silos Botschaft‘ von Silo (http://www.silo.net/).

Kategorien: Gesundheit, Humanismus und Spiritualität, Meinungen, Vielfalt
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