Europaweite Bürgerkampagne zum Bedingungslosen Grundeinkommen in 2020

07.02.2020 - Athen, Griechenland - Marianella Kloka

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Französisch, Griechisch verfügbar.

Europaweite Bürgerkampagne zum Bedingungslosen Grundeinkommen in 2020
(Bild von ©Reto Albertalli/phovea: Das Team, das vor einigen Jahren das Referendum zum Grundeinkommen in der Schweiz organisiert hat)

Sagt Ihnen der Name Yusaku Maezawa etwas? Es handelt sich hierbei um einen japanischen Multimillionär. Nachdem er von der Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens und von der Tatsache erfahren hat, dass aktuell Regierungen in der ganzen Welt dahingehende Pilotprojekte befürworten, entschloss er sich, hierfür Gelder zur Verfügung zu stellen.

Nach dem Zufallsprinzip wählte er 1.000 Personen aus, die ihm auf Twitter folgen und schloss eine Vereinbarung mit ihnen: Er verteilte insgesamt 9 Millionen Dollar, das heißt 9.000 Dollar an jede dieser Personen im Jahr. Der 1. Januar 2020 war dabei das symbolische Datum des Beginns seiner Initiative.

Eine Frau hat in den Kommentaren unter seinem viralen Tweet dazu geschrieben, dass “Geld nicht glücklich macht, aber erhebliche Hindernisse aus dem Weg räumen kann, die den Alltag erschweren. Das betrifft zum Beispiel meinen Studienkredit, mein aktuelles Unvermögen, meine Eltern zu unterstützen wie ich es gerne täte, Reisen zu unternehmen, an der Gesundheitsfürsorge teilhaben zu können etc.“. Wir merken an, dass Maezawa bereits im zweiten Jahr in Folge Geld gegeben hat und dabei den Geldbetrag sowie die Zahl der Empfänger erhöht hat.

 

Die weltweite Bewegung für das Bedingungsloses Grundeinkommen wird erwachsen. Gleichzeitig fällt die Vorstellung und Umsetzung dieser Idee mehr und mehr auf fruchtbaren Boden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: selbst diejenigen, die an der Spitze des weltweiten Kapitals stehen, erkennen, dass uns der technologische Fortschritt zu einem absoluten Verlust von Einkommen führt. Die internationale Arbeitsorganisation stellt fest, dass wir bis Ende 2020 weltweit 7,1 Millionen Beschäftigungsverhältnisse verloren haben werden. So sind in Athen alle Angestellten, die noch bis zum vergangenen Jahr in den Metro-Stationen gearbeitet haben, verschwunden – außer an den Stationen Omonia, Syntagma und am Verteidigungsministerium. An ihre Stelle sind neue, „intelligente“ Maschinen getreten, die sechs Sprachen sprechen und ihre Arbeit perfekt erledigen. Das ist nur eines von tausenden Beispielen, die über unseren Alltag hereinbrechen.

Auf Europäischer Ebene mobilisiert die Bewegung für das Bedingungslose Grundeinkommen in diesem Jahr mit dem Ziel, die erforderliche Anzahl von Unterschriften zusammenzubekommen, um so die Initiative im Europäischen Parlament zu unterstützen und den Dialog zwischen den Ländern zu fördern, die noch keine Pilotprojekte begonnen haben. In Griechenland haben bereits 15.771 Menschen unterzeichnet. Schon bald wird die griechische Initiative für das Bedingungslose Grundeinkommen ihre Aktionen ankündigen und uns einladen, an einer Initiative im Finanzbereich teilzuhaben, die so vielversprechend ist, dass deren Unterstützer sogar davon ausgehen, dass damit die Armut auf der Welt beseitigt werden kann.

Zum besseren Verständnis darüber, was das allgemeine Grundeinkommen ist, hat PRESSENZA den 40-minütigen Dokumentarfilm „BGE – Unser Recht zu Leben“ gedreht (mit deutschen Untertiteln):

 

 

Die Übersetzung aus dem Französischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Kategorien: Meinungen, Menschenrechte, Wirtschaft
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