Beltretter kontern: Ostsee-Tunnel-Firma versucht, Journalisten zu instrumentalisieren

06.08.2019 - BELTRETTER - Pressenza Muenchen

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch verfügbar.

Beltretter kontern: Ostsee-Tunnel-Firma versucht, Journalisten zu instrumentalisieren
(Bild von Beltretter)

Der zwischen Deutschland und Dänemark geplant Fehmarnbelt-Tunnel ist ein äußerst riskantes und kostspieliges Megaprojekt, das zudem das ökologische Gleichgewicht der ohnehin schon fragilen Ostsee stark gefährden würde. Die Anwohner kämpfen als BELTRETTER bereits seit Jahren gegen das irrsinnige Vorhaben, das durch sagenhafte 7,1 Milliarden Euro, teilweise aus Steuergeldern, finanziert werden soll, und dessen Rentabilität aber weiterhin in Frage steht. Nun erheben sie zudem Vorwürfe gegen die Betreiberfirma Femern A/S, Journalisten instrumentalisiert und Politiker beeinflusst zu haben. Ferner stellt sich die Frage nach verschwundenen 23 Millionen Euro aus EU-Mitteln.

Wir publizieren im folgenden die Pressemitteilung der Bürgerbewegung Beltretter, deren Lektüre den starken Eindruck hinterlässt, dass das, was da passiert, einem irgendwie bekannt vorkommt und man unweigerlich auch an andere durchgepeitschte Megaprojekte denken muss, bei denen Milliarden verschwendet wurden und niemand genau weiß, wieso und warum und wer letztendlich dafür verantwortlich ist.

 

„Ostholstein / Fehmarn, 31. Juli 2019 – Die BELTRETTER greifen jetzt die Tunnelbaufirma Femern A/S scharf an. Die Presseabteilung des Unternehmens stachele im Hintergrund Journalisten dazu an, die BELTRETTER ins Visier zu nehmen, und versuche so, die Journalisten für sich zu instrumentalisieren.

Karin Neumann, Pressesprecherin der BELTRETTER: „Uns liegt eine E-Mail an eine Hamburger Redaktion vor, die der Pressesprecher von Femern A/S im Zuge unserer Schlamm-Inszenierungen offenbar an eine Reihe von Journalisten geschickt hat. Das Ziel ist offenkundig, Journalisten zu instrumentalisieren und sie dazu zu bewegen, gegen uns BELTRETTER und unsere Kommunikationsmittel zu recherchieren.“ In der E-Mail weise der Pressesprecher der Tunnelfirma darauf hin, die BELTRETTER hätten „Demonstranten gekauft“ und würden auch „Beiträge von Influencern einkaufen“.

Florian Bumm, ebenfalls Pressesprecher der BELTRETTER: „Das sind Nebelkerzen, um von den Mängeln der Planungsunterlagen abzulenken, die jetzt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig beschäftigen werden. Die Tunnellobbyisten wollen von der eigentlichen Sache ablenken: 14 Milliarden Euro für ein gigantisches Bauprojekt, das der Umwelt enormen Schaden zufügen würde und das sich wirtschaftlich nicht rechnen wird. Offenbar nervt es Femern A/S außerdem, dass wir uns – wie die Tunnelbaufirma auch – der Methoden moderner Kommunikation bedienen und eben nicht so nüchtern kommunizieren wie übliche Bürgerinitiativen. Wir nutzen Social Media, Influencer Kooperationen, Content Marketing – nur mit viel kleineren Budgets als Femern A/S. Und wir bestreiten sie aus Spenden unzähliger Tunnelgegner und nicht wie Femern A/S großzügig aus Steuergeldern.“

BELTRETTER fordern Femern A/S zur Offenlegung des Kommunikations-Budgets und der Lobbying-Maßnahmen gegenüber Politikern auf

Femern A/S kauft Models als vermeintliche Testimonials ein, druckt Hochglanzbroschüren, schaltet Anzeigen, stellt auf Festen in Norddeutschland Hüpfburgen in Tunnelform für Kinder auf, um schon auf die Kleinen einzuwirken, ist Großsponsor von Events wie Weihnachtsmärkten und Hafenfesten in Deutschland, veranstaltet Politiker-Runden und Kaminzimmergespräche. Die BELTRETTER fordern Femern A/S jetzt dazu auf, offen zu legen, wieviele Steuergelder in den vergangenen Jahren für derartige Kommunikation aufgewendet wurden.

Und die BELTRETTER fordern Femern A/S auch auf, transparent zu machen, wieviel Geld in den vergangenen Jahren an mindestens eine Public Affairs und Lobbying-Agentur in Deutschland überwiesen wurde, die für Femern A/S tätig ist, um auf Politiker in Ostholstein, in Kiel und in Berlin einzuwirken. Zudem müsse offengelegt werden, wie und mit welchen Mitteln Femern A/S Kieler und Berliner Politiker umwirbt und „bearbeitet“. Karin Neumann: „Uns würde nicht wundern, wenn die dänische Staatsfirma Femern A/S sogar Steuergelder verwendet, um in Dänemark selbst auf Politiker einzuwirken, damit sie trotz all der Mängel und Pannen am Ostseetunnel-Projekt festhalten. Das wäre zwar absurd, aber dieses ganze Tunnelprojekt strotzt ja nur so vor Absurditäten.“

Sind die „verschwundenen“ Millionen aus EU-Mitteln in Lobbying und Kommunikation geflossen?

Die BELTRETTER fragen sich, ob die „verschwundenen“ 23,1 Millionen Euro aus EU-Mitteln wohl für derartige Werbe-, PR- und Lobbying-Maßnahmen verwendet wurden. Denn erst Anfang des Jahres wurde bekannt, dass diese riesige Summe für unbekannte Zwecke verwendet wurde (Quelle: Der Nordschleswiger). Der Europäische Rechnungshof hatte daher eine Sonderprüfung angekündigt.“

 

Der NABU Naturschutzbund Deutschland e.V. hat inzwischen Klage gegen das Projekt eingereicht.

Die Petition der Beltretter „Rettet die Ostsee! Den Bau des gigantischen Ostsee-Tunnels stoppen!“ kann hier mitgezeichnet werden.

 

Kategorien: Europa, Ökologie und Umwelt, Politik, Pressemitteilungen, Wirtschaft
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