Rumänien ein Alptraum der Menschenrechte und die EU schaut weg

02.05.2018 - Reto Thumiger

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch verfügbar.

Rumänien ein Alptraum der Menschenrechte und die EU schaut weg
Justizvollzugsanstalt Rahova, Bukarest (Bild von Daniel Mundin)

Elf Jahre nach seinem EU-Beitritt versucht Rumänien zwar, sich raus zu putzen, aber Armut und Korruption haben das Land nach wie vor fest im Griff. Nur Bulgarien liegt als EU-Mitgliedsland in der Armutsskala noch vor Rumäninnen.

Direkt im Zentrum von Bukarest leben die Ausgestoßenen im Untergrund in den ehemaligen Heizungstunnels der rumänischen Hauptstadt.

Daniel und Matthias wollten wissen, in was für Zuständen Menschen in der Europäischen Union immer noch leben müssen. Und sie wollten helfen, sie mit dem Nötigsten zu versorgen, zeigen, dass es Solidarität gibt, auch wenn das Elend nicht immer direkt an unsere Tür klopft, wie damals, als die Flüchtlingswelle in Deutschland ankam.

Dass die rumänische Verwaltung korrupt ist, wussten sie und auch der Tatsache, dass die Homophobie im Osten Europas bizarre Ausmaßen annehmen kann, war sich das junge Ehepaar bewusst. Nie hätten sie sich allerdings vorstellen können, was für ein Alptraum auf sie zukommen sollte.

Im August 2014 gab es ein Werbeangebot für 15 Euro nach Rumänien zu fliegen. Die beiden entschlossen sich spontan, für ein paar Tage die Hauptstadt zu besuchen. Nach Ankunft am Bukarester Bahnhof war sofort klar, dass die skandalösen Berichte aus den Medien im Vergleich zur angetroffenen Realität fast harmlos erschienen.

Hinter einem der Ausgänge stank es bestialisch, es war ein Gemisch aus Fußschweiß, Urin und einem ätzenden Lack. Direkt auf dem belebten Bahnhofsvorplatz neben einer staatlichen Klinik krochen Menschen minütlich aus den verschiedenen Löchern in den Straßen. Einige halfen sich gegenseitig eine Substanz zu spritzen, direkt vor den Augen der dort lebenden Jugendlichen, der Bevölkerung, und der Polizei.

Die meisten jedoch hielten sich ununterbrochen eine Plastiktüte vor den Mund. In die kleinen Tüten wurde immer wieder eine Substanz namens Aurolac nachgefüllt. Eine silberne Lackart, die seit Jahrzehnten benutzt wird, um Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit zu verdrängen. Diese Droge führt bei anhaltendem Gebrauch zu Herz- und Hirnerkrankungen und schädigt die Atemwege. Unter dem Einfluss der Dämpfe legen Kinder mitunter selbstverletzendes Verhalten an den Tag, indem sie sich zum Beispiel mit Scherben Schnittwunden an den Armen zufügen.

Aurolac-Konsument vor dem Bahnhof București Nord (Bild von Daniel Mundin)

Vor den Augen der Erwachsenen standen dort auch kleine Mädchen und Jungen, die anstatt Frühstück, einer Dusche oder einem Schulbesuch ihren Tag mit Schnüffeln begonnen.

Die rumänische Bevölkerung kennt diesen Anblick. Doch anstatt zu helfen, wendeten sich die Blicke vom Elend ab. Naserümpfend gehen die Leute Tag täglich vorbei, manche beschimpfen die Ärmsten der Armen. Die Bevölkerung hat sich mit diesem „Problem“ abgefunden. Diese alltäglichen Bilder sind jedoch kein Einzelfall im Land.

Unvergessen sind die erschreckenden Bilder aus rumänischen Waisenheimen nach dem Ende des Regimes von Nikolae Ceausescu, die verwahrloste Kinder zeigten, welche teilweise im eigenen Kot und verfaultem Stroh saßen und sich apathisch hin und her wiegten. Diese Kinder sind heute erwachsen und viele von ihnen leben in ehemaligen Heizschächten und Abwasserkanälen unter der Erde. Zu ihnen ist die nächste Generation verwahrloster Kinder und Jugendlicher gestoßen und zusammen bilden sie eine Lebens- und Leidens-Gemeinschaft im Untergrund der rumänischen Hauptstadt.

Matthias und Daniel machten Fotos und filmten des Öfteren den Alltag der Menschen. Sie kehrten nach Deutschland zurück, und berichteten ihren politisch aktiven Freunden von diesem Elend am Rande der EU, veröffentlichten Fotos und schrieben über das Thema.

Obdachlose stehen um einen der Eingänge in das unterirdische Labyrinth im Zentrum Bukarests Bild von Daniel Mundin)

Bei ihrem zweiten Besuch wurden die beiden von einigen Bewohnern der Heizungstunnels angesprochen. Die Menschen waren neugierig und die beiden wurden akzeptiert, inmitten des Ghettos vor dem Bahnhof.

Finanziell konnten sie nicht zur Unterstützung beitragen, deshalb brachten sie warme Kleidung mit, kochten gemeinsam mit Obdachlosen und ermöglichten es zwischendurch, dass diese sich waschen konnten. So entstand Vertrauen und mittels Gesprächen versuchten sie, den Konsum der Lackdroge dieser Jugendlichen zumindest zeitweise zu reduzieren. Nach diesem Besuch hielten sie über Facebook weiterhin Kontakt.

Bilder über die Zustände im Zentrum der Hauptstadt eines EU-Mitgliedlandes sind in den letzten Jahren um die Welt gegangen und auch deutsche Medien haben mehrfach darüber berichtet. Dass Matthias und Daniel einerseits die Missstände anprangerten und außerdem im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen versuchten, löste Missfallen bei Behörden aus und außerdem eröffneten sich so Möglichkeiten für Mitglieder des Rumänischen Informationsdienst SRI (Nachfolgeorganisation der Securitate) und der örtlichen Polizei, sich finanziell zu bereichern.

Die Kontaktpersonen des gleichgeschlechtlichen Paars aus Deutschland wurde unter Einsatz von Prügel verpflichtet, die beiden möglichst bald nach Rumänien zurück zu locken. Unterdessen erstellte die rumänische Staatsanwaltschaft eine fingierte Strafakte gegen die beiden, wobei die Direktorin einer staatlichen Obdachlosen-Einrichtung mithalf.

Die Jugendlichen mussten Protokolle unterschreiben, in denen Matthias und Daniel sexuellen Kontakt mit ihnen unterstellt wurde. Damit daraus ein Strafbestand wurde, musste das Alter der Jugendlichen im Protokoll herabgesetzt werden, da alle involvierten Jugendlichen älter als 15 Jahre, dem Schutzalter in Rumänien, waren. Ein Umstand, der sich später vor Gericht bestätigen sollte. Zusätzlich wurde den beiden Marihuana-Konsum vorgeworfen, der in Rumäninnen nach wie vor mit Haft bestraft werden kann.

Aufgrund der Bitten der Jugendlichen entschlossen sich die Beiden im Juni 2015 Bukarest erneut zu besuchen und einige Hilfsgüter zu bringen. Daniel und Matthias suchten die Jugendlichen auf, kauften gemeinsam ein, kochten und verbrachten gemeinsam Zeit in der Stadt und in der gemieteten Ferienwohnung. Dabei wurden sie von der Polizei und Mitglieder des SRI beobachtet. Da die normale Observation nicht zum gewünschten Erfolg führte, wurde einem der Jugendlichen, zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt, ein Rucksack mit einer Videokamera ausgestattet übergeben, mit der Aufforderung, diesen in der Ferienwohnung zu platzieren. Er erhielt den Auftrag, die beiden Deutschen zu sexuellen Handlungen mit ihm zu verführen und diese auf der Kamera festzuhalten.

Der Jugendliche weigerte sich und floh mit dem präparierten Rucksack vor den Beamten. Jedoch fingen die Polizisten ihn wieder ein und zwangen ihn, am nächsten Tag mit dem Rucksack in die Ferienwohnung zurückzukehren. Dieses tat er dann und stellte den Rucksack in die Ecke des Zimmers.

Als es nach 3 Tagen zu keinen Straftaten kam, beschloss die Polizei, die Wohnung morgens um 6 Uhr mit teils maskierten Staatsdienern zu stürmen und Daniel und Matthias zu verhaften.

Ein solches Vorgehen ist in Rumänien kein Einzelfall. Das EU-Land wurde in der Vergangenheit schon mehrfach vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt, weil die Staatsmacht illegale Entrapment oder Sting-Operationen unter Einbezug von Agent Provocateur angewendet hatte (Beispiel: Urteil des Gerichtshofes gegen Rumänien bezüglich zweier Deutscher, die ebenfalls Opfer dieser Methoden wurden: Toran and Schymik v. Romania).

Mehrere Personen drangen mit Gewalt in die Wohnung ein, wobei sie sich nicht als Polizei auswiesen. Matthias und Daniel wurden aus dem Bett gerissen und auf den Boden geworfen.

Die beiden wurden verhaftet, die Begründung auf Rumänisch verstanden sie nicht. Dabei wurden sie immer wieder von zum Teil maskierten Polizisten geschlagen. Daniel wurde mit einer Machete bedroht, und Matthias wurde eine geladene Waffe an den Kopf gehalten und beiden wurde gedroht, sie umzubringen.

Die beiden wurden mit Handschellen hinter dem Kopf mehr als 1½ Stunden an die Wand gestellt, dabei wurden sie beschimpft, bedroht, erhielten Schläge in den Magen und auf die Köpfe und dabei viel immer wieder das rumänische Wort für „Schwule“.

Als Einlieferungsgrund in das erste Gefängnis stand auf dem Einweisungsbefehl einzig und allein das Wort PERVERS in Großbuchstaben.

Getrennt voneinander wussten sie fünf Monate lang nicht, wie es dem anderen geht. In der Untersuchungshaft durchlebten die beiden Folter und menschenunwürdige Zustände (Artikel 3 EMRK – Verbot der Folter). Die beiden durchlebten erst in den verschiedenen berüchtigten Gefängnissen in Bukarest mit den Namen Arest Central, Arest Politia Sectia 5 und zum Schluss auch im sogenannten Penitenciarul Bucuresti Rahova unter anderem versuchten sexuellen Missbrauch, tägliche Diskriminierung, Morddrohungen und körperliche Gewalt. Sie wurden durch Beamte, Wärter und durch schwerkriminelle Häftlinge erpresst.

Sie litten sehr unter den unmenschlichen Haftbedingungen und waren über längere Zeit mit sieben weiteren Insassen in einer Zelle von höchstens 10 Quadratmetern eingesperrt. Ausreichende körperliche Hygiene, Reinigung von Kleidung usw. war nicht möglich. Hygieneartikel, Toilettenpapier, Bettzeug, Matratzen oder eine Dusche standen nicht zur Verfügung. Sie hatten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und waren über Monate voneinander und von der Außenwelt isoliert.

In dieser Zeit waren sie täglich ununterbrochen Lärm ausgesetzt. Um zu verhindern, dass die Häftlinge miteinander kommunizierten, lief während 14 Stunden in ohrenbetäubender Lautstärke ein Radiosender über die Lautsprecher vor den Zellen. Die ganze Nacht hindurch waren die Schreie von Jugendlichen zu hören, die unter Hunger, Drogenentzug oder Selbstverletzungen litten.

Als in ihrer Etage ein Feuer ausbrach, weil ein Insasse aus Protest gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen seine Matratze angezündet hatte, mussten die beiden trotz Hilferufe fast eine Stunde in ihren Zellen voll schwarzem und giftigem Rauch ausharren. Die Feuerwehr wurde aus Angst vor negativer Berichterstattung nicht alarmiert, Häftlinge mussten das Feuer mit Wasser löschen.

Die zuständigen Mitarbeiter der Deutschen Botschaft waren nicht bereit, ihre Arbeit zu tun und den beiden in ihrer Lage beizustehen. Auch hier erlebten die beiden eine Vorverurteilung, obwohl es ausreichend Beweise für ihre Unschuld gab. Als die Angehörigen in Deutschland eine Botschaftsmitarbeiterin wegen unterlassener Hilfeleistung im Amt und weiteren Straftaten bei der deutschen Polizei anzeigten, wurde diese kurz darauf in Rente geschickt.

Während den fast 2 Jahren Untersuchungshaft wurden die beiden Beschuldigten mehrfach dem Gericht vorgeführt. Dabei wurde ihnen nie ein Dolmetscher zur Verfügung gestellt, der auch nur ansatzweise die deutsche Sprache beherrschte. Ihren Anwalt konnten sie sich nicht aussuchen und vor Gericht wurden sie nie wirklich angehört. Das Recht auf Selbstverteidigung wurden ihnen verwehrt.

Adressen, Telefonnummern der ständig wechselnden vom Staat beigeordneten Pflichtverteidiger, oder selbst die Namen wurden den beiden nicht mitgeteilt, auch wurde ein Gespräch mit diesen unterbunden. Jedoch wurden im Gefängnis von Wärtern Visitenkarten von sogenannten Anwälten verteilt. Diese forderten die beiden Familien auf, 10.000 Euro Bestechungszahlungen zu leisten. Danach sollten die beiden in Verbindung mit einem Deal mit der Staatsanwaltschaft, der ein Teilgeständnis beinhaltete, freikommen. Später stellte sich heraus, dass diese Verteidiger gar kein Recht hatten, in Rumänien Strafprozesse zu führen. Ohne den Einsatz ihrer Familien in Deutschland hätten die beiden nicht überlebt, da sie der Amtswillkür mittellos ausgeliefert waren.

Spätestens hier offenbarte sich das wahre Motiv der illegalen und richterlich nicht genehmigten „Lockspitzel Aktion“. Im Glauben, dass die beiden deutschen Staatsbürger und deren Angehörige bedeutende Geldsummen zu zahlen in der Lage seien, erhoffte man sich ein „lukrative Geschäft“. Die Homosexualität der beiden machte sie, so waren die Drahtzieher überzeugt, zu einfachen Opfern. Die rumänische Presse griff die falschen Anschuldigungen dankbar auf und diffamierte Daniel und Matthias in der Öffentlichkeit, die Vorverurteilung war somit perfekt.

Da sich die beiden beharrlich weigerten, ein Geständnis zu unterschreiben, die Staatsanwaltschaft keine Beweise hatte und sich bei den geladenen Zeugen, mit denen ihnen sexuelle Handlungen vorgeworfen wurde, vor Gericht herausstellte, dass sie während dem vermeintlichen Tatvorgang bereits älter als 15 Jahre waren, zog sich das Verfahren hin ohne, dass es bis heute zu einer Verurteilung oder einem Freispruch gekommen wäre.

Unterdessen verfügen Daniel und Matthias über Dokumente, Telefonmitschnitte, Überwachungs-Audio- und Videodateien und andere Beweise, die rumänischen Behörden belasten. Diese Unterlagen decken skandalöse Zustände bei Polizei und Justiz des EU-Staates Rumänien sowie über Misshandlung in Heimen für jugendliche Obdachlose auf.

Im Februar 2017 wurden die beiden endlich nach 20 Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen, unter Hausarrest gestellt und durften die Mietwohnung zu keiner Zeit verlassen. Die Einhaltung wurde mehrfach von der Polizei mit willkürlichen Besuchen unter anderem auch mitten in der Nacht kontrolliert. Im Januar 2018 wurde der Hausarrest ohne Begründung aufgehoben, wegen des laufenden Prozesses, der bis heute nicht abgeschlossen ist, durften sie weiterhin das Land nicht verlassen.

Daniel und Matthias erstatteten mehrfach Anzeige, sowohl in Rumänien als auch in Deutschland. In Rumänien wurden diesbezüglich nie ermittelt, oder die Ermittlungen wurden sofort wieder eingestellt, wie im Fall des versuchten sexuellen Missbrauchs an Daniel, obwohl es Zeugenaussagen gab und der Täter ein Teilgeständnis ablegte.

Auch die meisten deutschen Behörden verweigern bisher die Ermittlungen. Aber wie auch im Fall von Daniel und Matthias ist der finanzielle Aspekt, der durch die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien stattfindet, anscheinend lukrativer und wichtiger als zwei Menschenleben.

Zwar wird Rumänien regelmäßig vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bezüglich des Praktizierens von Folter und unmenschlicher Behandlung (EMRK Art. 3) und diversen weiteren Verstößen bzw. der Nichteinhaltung der Europäischen Menschenrechtskonventionen verurteilt (Rumänien Verurteilt – Queeramnesty), wirkliche Konsequenzen hat das allerdings nicht.

Somit hat sich nach 11 Jahren EU-Mitgliedschaft Rumäniens bezüglich Rechtsstaat, Korruptions-, Armutsbekämpfung und Einhaltung von Menschenrechten nicht viel getan. Warum auch, wenn die Europäische Menschenrechtskonvention nicht viel mehr als ein Papiertiger ist?

Heute leben die beiden wieder in Mecklenburg–Vorpommern und kämpfen mit den psychischen, physischen und finanziellen Folgen ihrer Untersuchungshaft in Rumänien. Das Thema lässt die beiden aber nicht los. Sie wollen über das Unrecht, dass ihnen und anderen Personen widerfahren ist, schreiben und sie möchten auf die desolate Menschenrechtssituation und die Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen sowie die unterlassene Sorgfaltspflicht seitens des Staates in Bezug auf Kinder- und Jugendschutz in Rumänien aufmerksam machen.

(Fotoreportage von Daniel Mundin)

Quellen:
Romania – Torture in Europe
Kanalkinder in Bukarest – Das Erste
Leben im Untergrund – Kanalmenschen in Bukarest
Unter dem Asphalt – Das Leben der Ausgestoßenen in Bukarest
Überbelegte Zellen und menschenunwürdige Zustände
Straßburger Richter prangern Zustände in rumänischen Gefängnissen an
Rumäniens Gefängnissystem braucht dringend neue Regeln


Rumänische Übersetzung und Veröffentlichung von România Liberă

România, un coşmar al drepturilor omului. Iar UE se uită în depărtare

La unsprezece ani de la aderarea la UE, România încearcă să se cureţe, dar sărăcia şi corupția sunt prezente în toată țara, scrie Reto Thumiger pentru Pressenza International Press Agency.

Agenția spune povestea unui cuplu de homosexuali din Germania și descrie umilințele, violențele și abuzurile la care a fost supus în București, chiar de către autorități.

Daniel şi Matthias, un cuplu de homosexuali din Germania, doreau să ştie în ce fel trăiesc românii în țara lor, un stat din Uniunea Europeană. Ei știau că administrația românească este coruptă, erau conștienți de faptul că homofobia din Europa de Est poate lua proporții bizare. Cu toate acestea, nu și-ar fi imaginat niciodată ce coșmar avea să li se întâmple, scrie Reto Thuminger.

În august 2014, a existat o ofertă de zbor pentru 15 euro în România. Cei doi au decis în mod spontan să viziteze capitala timp de câteva zile. La sosirea în gara din București a fost imediat evident că relatările scandaloase ale mass-media păreau aproape inofensive în comparație cu realitatea întâlnită. În spatele uneia dintre ieșiri puțea bestial, era un amestec de transpirație, urină și un lac caustic. Direct în spațiulaglomerat din fața gării, lângă o clinică publică, oamenii ieșeau târându-se, în fiecare minut, din gurile de canal. Unii se ajutau reciproc pentru a-și injecta o substanță. Dar cei mai mulți țineau o pungă de plastic în fața gurii. În pungile mici se umplea în mod repetat o substanță numită aurolac. O vopsea de argint care a fost folosită de zeci de ani pentru a suprima foamea, sărăcia și lipsa de perspective. Acest drog are ca rezultat, la o utilizare prelungită, boli de inimă, afecțiuni cerebrale și dăunează tractului respirator. Sub influența vaporilor, copiii manifestă uneori un comportament auto-vătămător, de exemplu prin aplicarea de tăieturi pe brațe, asupra lor înșiși, cu niște obiecte tăioase rezultate din spărturi.

În fața ochilor adulților se aflau și fete și băieți mici, care își începeau ziua cu „sniff“-uri în loc de mic dejun, de un duș sau de o școală.

Românilor le este cunoscută această priveliște. Dar, în loc să-i ajute, își întorc privirea de la mizerie. Oamenii trec zi de zi pe lângă ei, strâmbând din nas, unii îi insultă pe cei mai săraci dintre cei săraci. Populația s-a obișnuit cu această „problemă“. Aceste imagini zilnice, cu toate acestea, nu sunt un caz izolat în țară.

Imaginile înfricoșătoare din orfelinatele românești, la sfârșitul regimului lui Nicolae Ceaușescu, care a arătat copii neglijați, care erau parțial în propriile lor fecale și pe paie putrede și care se bâțâiau apatic, nu sunt uitate. Acești copii au crescut astăzi și mulți dintre ei trăiesc în fostele canale de încălzire și canalele subterane. Au întâlnit următoarea generație de copii și adolescenți uzi și murdari și împreună formează o comunitate de viață și suferință în subteranul capitalei românești.

Matthias și Daniel au făcut fotografii și au filmat de multe ori viața de zi cu zi a acestor persoane. S-au întors în Germania și au raportat prietenilor activi din punct de vedere politic despre această mizerie aflată la marginea UE, au publicat fotografii și au scris despre subiect.

Capcana

La a doua vizită în București, cei doi au fost abordați de unii dintre locuitorii canalelor. Oamenii erau curioși și cei doi au fost acceptați în mijlocul ghetoului din fața gării. Au adus cu ei haine calde, au gătit împreună cu cei fără adăpost și le-au creat posibilitatea să se spele. În acest fel, au creat încredere și, prin conversații, au încercat să reducă cel puțin temporar consumul de droguri al acestor tineri. După această vizită au continuat să corespondeze cu ei pe Facebook.

Imagini despre condițiile din centrul Capitalei unui stat membru al Uniunii Europene s-au răspândit peste tot în lume în ultimii ani, iar mass-media din Germania le-a prezentat, de asemenea, de mai multe ori. Faptul că Matthias și Daniel, pe de o parte, au denunțat nemulțumirile și în același timp au încercat să ajute pe cât posibil a provocat nemulțumirea autorităților, ceea ce a și deschis, de asemenea, oportunități pentru membrii Serviciului Român de Informații – SRI (organizația succesorală a Securității) și ai poliției locale să se îmbogățească financiar, relatează Reto Thumiger pentru Pressenza International Press Agency.

Persoanele de contact ale cuplului de același sex din Germania au fost obligate, în urma bătăilor, să le ademenească înapoi în România cât mai curând posibil. Între timp, procuratura română a făcut un act fals împotriva celor doi, cu ajutorul unui director al unei instituții de stat pentru persoane lipsite de locuință.

Înscenarea

Tinerii au trebuit să semneze protocoale potrivit cărora Matthias și Daniel i-au abuzat sexual. Pentru ca aceasta să devină o infracțiune, vârsta adolescenților a trebuit să fie redusă în protocol, deoarece toți tinerii implicați aveau mai mult de 15 ani, vârsta consimțământului în România. O circumstanță care a trebuit să fie confirmată ulterior în instanță. În plus, cei doi au fost acuzați de consum de marijuana, care poate fi încă pedepsit cu închisoare în România.

Datorită solicitărilor tinerilor, cei doi au decis în iunie 2015 să viziteze din nou Bucureștiul și să aducă ajutoare. Daniel și Matthias s-au reîntâlnit cu tinerii, au făcut cumpărături, au gătit și au petrecut timp împreună în oraș și în apartamentul închiriat.

Au fost urmăriți de poliție și membri ai SRI. Întrucât supravegherea uzuală nu a dus la succesul scontat, unuia dintre tineri, în vârstă de 16 ani, i-a fost înmânat un rucsac echipat cu o cameră video, cerându-i-se să o plaseze în apartament. El a fost însărcinat să-i seducă pe cei doi germani la acte sexuale cu el și să-i înregistreze.

Adolescentul a refuzat și a fugit cu rucsacul pregătit din fața oficialilor. Cu toate acestea, poliția l-a prins din nou și l-a forțat să se întoarcă în apartament a doua zi cu rucsacul. Acesta a plasat apoi rucsacul în colțul camerei.

Când, după trei zile, nu a avut loc nicio infracțiune, poliția a decis să pătrundă cu forța în apartament, dimineața la ora 6, însoțiți de agenți publici mascați și să-i aresteze pe Daniel și pe Matthias.

O astfel de abordare nu este un caz izolat în România. Țara UE a fost condamnată de mai multe ori în trecut de către Curtea Europeană a Drepturilor Omului, deoarece puterea de stat a executat operațiuni ilegale de captură sau operațiuni cu implicarea de agenți provocatori (exemplu: Hotărârea Curții de Justiție împotriva României privind doi germani care au fost, de asemenea, victime ale acestor metode: Toran și Schymik vs România).

Mai mulți oameni au intrat în apartament cu forța, dar nu s-au identificat ca polițiști. Matthias și Daniel au fost smulși din pat și aruncați pe podea.

Cei doi au fost arestați, nu au înțeles pentru ce, motivarea a fost în limba română. Au fost bătuți în mod repetat de polițiști parțial mascați. Cei doi au fost puși la perete, cu mâinile în cătușe la spatele capului, pentru mai mult de două ore, au fost insultați, amenințați, au primit pumni în stomac și la cap, iar cuvântul românesc pentru „gay“ a fost folosit în mod repetat. Ca motiv pentru încarcerarea la prima închisoare, a fost doar cuvântul „PERVERS“ scris cu majuscule.

Abuzurile

Separați unul de celălalt, nu au știut timp de cinci luni ce face cealaltă persoană. În detenția preventivă cei doi au cunoscut tortura și tratamentul nedemn. Primii doi au trecut prin diferite închisori notorii din București cu numele Arest Central, Arest Poliția Secția 5 și, în cele din urmă, și așa-numitul Penitenciar București Rahova. Printre altele, au fost supuși unor încercări de abuzuri sexuale, discriminare zilnică, amenințări cu moartea și violență fizică. Au fost șantajați de oficialități, gardieni și deținuți de drept comun.

Ei au suferit foarte mult în condițiile inumane de detenție și au fost încarcerați pentru perioade lungi de timp cu alți șapte deținuți într-o celulă nu mai mare de 10 metri pătrați. O igienă fizică suficientă, curățarea hainelor etc. nu a fost posibilă. Nu au fost disponibile toalete, hârtie igienică, lenjerie de pat, saltele sau duș. Nu aveau acces la asistență medicală și au fost izolați unul de celălalt și de lumea exterioară timp de mai multe luni.

În acest timp, ei au fost expuși zilnic continuu zgomotului. Pentru a împiedica deținuții să comunice unul cu celălalt, o stație de radio funcționa prin difuzoarele din fața celulelor timp de 14 ore, cu un volum asurzitor. Pe tot parcursul nopții se auzeau strigătele tinerilor care sufereau de foame, de privarea de droguri sau de auto-rănire.

Când un incendiu a izbucnit pe etajul lor, pentru că un deținut și-a aprins salteaua în semn de protest față de condițiile inumane, cei doi au trebuit să aștepte aproape o oră în celulele lor, plini de fum negru și otrăvitor, în ciuda plângerii după ajutor. Departamentul de pompieri nu a fost alarmat de teama de raportare negativă, deținuții au trebuit să stingă focul cu apă.

Indolența Ambasadei Germaniei

Personalul răspunzător al Ambasadei Germaniei nu era dispus să-și facă munca și să-i ajute pe cei doi în situația lor. Și aici cei doi au fost victimele prejudecăților, chiar dacă au existat suficiente dovezi ale inocenței lor. Atunci când rudele din Germania au reclamat poliției germane pe un membru al personalului ambasadei pentru lipsa de asistență în birou și alte infracțiuni, acesta a fost scos la pensie, la scurt timp după aceasta.

În cei aproape doi ani de detenție preventivă, cei doi inculpați au fost în mod repetat aduși în fața instanței. Nu li s-a asigurat niciodată un interpret, chiar cu cunoștințe rudimentare ale limbii germane. Nu și-au putut alege avocatul și nu au fost niciodată, în mod real, audiați în instanță. Li s-a refuzat dreptul la apărare.

Adresele, numerele de telefon ale apărătorului public din oficiu, care era schimbat în mod constant de către stat sau chiar numele nu au fost comunicate celor doi, de asemenea, o discuție cu aceștia a fost împiedicată. Cu toate acestea, în închisoare, gardienii au distribuit cărți de vizită ale unor așa-numiți avocați. Ei au cerut celor două familii să plătească 10.000 de euro drept mită. Ulterior, cei doi ar fi urmat să fie eliberați în urma încheierii unei înțelegeri cu procurorul, care ar fi inclus o mărturisire parțială. Ulterior s-a dovedit că acești apărători nu aveau dreptul de a profesa în România.

Crezând că cei doi cetățeni germani și persoanele aflate în întreținerea lor ar putea să plătească sume importante de bani, ei sperau într-o „afacere profitabilă“. Homosexualitatea celor doi îi făceau victime ușoare, a fost convins creierul acestei acțiuni. Presa românească a prezentat cu grijă afirmațiile greșite și i-a defăimat pe Daniel și Matthias în public, prejudecata fiind, prin urmare, perfectă.

Procesul care nu se mai termină

Deși cei doi au refuzat să semneze o mărturisire, procuratura nu avea dovezi, iar martorii acuzării care au declarat că au săvârșit acte sexuale având peste 15 ani în timpul presupusului act, procesul a continuat fără verdict de achitare până astăzi.

Între timp, Daniel și Matthias dispun de documente, înregistrări telefonice, fișiere audio și video de supraveghere și alte dovezi care incriminează autoritățile române. Aceste documente dezvăluie condiții scandaloase în poliția și sistemul judiciar al statului UE România, precum și rele tratamente în casele pentru tinerii fără adăpost.

În februarie 2017 cei doi au fost eliberați în cele din urmă, după 20 de luni de arest preventiv, trecând la arest la domiciliu fără permisiunea de a părăsi apartamentul închiriat în orice moment. Au fost monitorizați non-stop de poliție, care le făcea vizite arbitrare, inclusiv în mijlocul nopții. În ianuarie 2018, arestul la domiciliu a fost înlăturat fără explicații, dar încă nu li se permite să părăsească țara.

Daniel și Matthias au făcut mai multe demersuri, atât în România, cât și în Germania. În România, acest lucru nu a fost niciodată cercetat sau, dacă a fost cercetat, ancheta a fost imediat abandonată. În cazul tentativei de abuz sexual asupra lui Daniel, de exemplu, nu s-a întâmplat nimic deși au existat mărturii, iar făptuitorul a făcut o mărturisire parțială.

Majoritatea autorităților germane refuză, până acum, să investigheze. Dar, ca în cazul lui Daniel și Matthias, aspectul financiar al relațiilor comerciale dintre Germania și România pare să fie mai lucrativ și mai important decât două vieți.

Traumele

Deși România este condamnată în mod regulat de Curtea Europeană a Drepturilor Omului pentru practicarea torturii și tratamentelor inumane și a altor încălcări sau nerespectări ale Convenției Europene a Drepturilor Omului acestea nu au consecințe reale. Astfel, după 11 ani de aderare la UE a României, în ceea ce privește statul de drept, corupția, reducerea sărăciei și respectarea drepturilor omului, s-a întâmplat puțin.

Astăzi cei doi trăiesc din nou în Mecklenburg-Vorpommern, Germania, și se luptă cu consecințele psihologice, fizice și financiare ale detenției lor în România. Dar subiectul nu încetează să-i preocupe. Vor să scrie despre nedreptatea pe care au suferit-o ei și alte persoane și doresc să se refere la situația dezolantă a drepturilor omului și la discriminarea și persecuția homosexualilor, precum și la lipsa diligentei și datoriei legale din partea statului în ceea ce privește protecția copiilor și a minorilor din România.

Kategorien: Europa, Menschenrechte, Nichtdiskriminierung
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