„Ich kann es nicht fassen!“ Protest gegen Sklaverei in Libyen

25.11.2017 - Berlin, Deutschland - Johanna Heuveling

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Griechisch verfügbar.

„Ich kann es nicht fassen!“ Protest gegen Sklaverei in Libyen
(Bild von Jos Ajabo)

Am heutigen Samstag versammelten sich etwa 3000 AfrikanerInnen aller Länder des Kontinents und ihre UnterstützerInnen vor der libyschen Botschaft in Berlin-Dahlem, um gegen Versklavung, Vergewaltigung und Ausbeutung ihrer Schwestern und Brüder in Libyen zu protestieren. Die Demonstranten waren wütend, aber durchgehend friedlich, während die Polizei mit einem Großaufgebot die libysche Botschaft schützte und auch anfing, nachkommende Demonstranten zu kontrollieren. Viele Anwesende empfanden das als Provokation und als Parteinahme für die Libyer.

Sie klagten auch und vor allem die Politik der Europäischen Union und der Nato an, die diesen Menschenrechtsverstößen Legitimation verleihe.

Wir haben ein sehr bewegendes Interview mit Victoria Baxter geführt, deren Familie ursprünglich aus Ghana kommt. Sie erklärt, wie fassungslos es sie mache, im Jahr 2017 mit Sklaverei konfrontiert zu sein. Sie kritisiert die Hilflosigkeit und Überforderung der Europäischen Union, die mit den Konsequenzen ihrer eigenen Politik konfrontiert sei, aber auch deren Stolz, konstruktive Lösungsvorschläge anzunehmen. Schwarze würden immernoch als Sklaven gehalten und die Europäer wüßten das. Sie unterstützten immernoch die arabische Welt mit Geld und Waffen. Und täten, als ob sie von all dem nichts wüssten. Das sei eine Schande. Sie fordert, dass jeder Bürger, der hier Steuern zahlt und damit diese Machenschaften unterstützt, aufstehen solle und protestieren, statt sich aufstacheln zu lassen gegen Flüchtlinge. Am Ende würde alles auf sie zurückfallen: „Schimpft auf Eure Politiker statt gegen Flüchtlinge! Wenn sie heute nichts tun, möchte ich nicht in ihrer Haut stecken. Denn die Leute werden sich nicht aufhalten lassen.“

Bilder von Jos Ajabo:

Bilder von Johanna Heuveling:

Kategorien: Europa, Menschenrechte, Vielfalt
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