Monsanto Tribunal in Den Haag: ein großer Schritt für die weltweite Bewegung für Ernährungssouveränität

15.10.2016 - Pressenza Muenchen

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Französisch verfügbar.

Monsanto Tribunal in Den Haag: ein großer Schritt für die weltweite Bewegung für Ernährungssouveränität
(Bild von www.monsanto-tribunal.org)

Das Monsanto Tribunal ist eine internationale zivilgesellschaftliche Initiative, um Monsanto für Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ökozid zur Verantwortung zu ziehen. Angesehene Richter werden die Aussagen von Opfern anhören und einen beratenden Standpunkt liefern, gefolgt von Verfahren des Internationalen Gerichtshofs. Eine andere und parallel stattfindende Veranstaltung, die People´s Assembly, bietet die Gelegenheit für soziale Bewegungen, sich zu versammeln und für eine Zukunft zu planen, wie wir sie wollen. Das Tribunal und die People´s Assembly finden vom 14. bis zum 16. Oktober 2016 in Den Haag, den Niederlanden, statt.

Die Anklage

Für eine wachsenden Anzahl von BürgerInnen in der ganzen Welt ist der amerikanische Konzern Monsanto das Symbol für die industrielle Landwirtschaft: eine Produktionsform, welche durch den massiven Einsatz von Chemikalien die Umwelt verpestet, den Verlust der biologischen Vielfalt beschleunigt und massiv zur globalen Erwärmung beiträgt.

Monsanto fördert ein Modell von Industrielandwirtschaft, das weltweit mindestens ein Drittel der anthropogenen Treibhausgasemissionen verursacht. Die industrielle Landwirtschaft ist zu einem grossen Teil verantwortlich für die Abnahme von Bodenfruchtbarkeit und Grundwasserreserven, für Biodiversitätsverlust und Artensterben, sowie weltweit für die Verdrängung von Millionen von Kleinbauern. Mit der Patentierung von Lebewesen und Saatgut bedroht dieses Modell die Ernährungssouveränität von uns allen.

Kritiker werfen Monsanto vor, durch einer systematischen Verschleierungsstrategie die durch ihre Produkte verursachten Schäden an Mensch und Umwelt zu leugnen und ihre verheerenden Aktivitäten aufrecht zu erhalten. Zu diesen gehört: Lobbying bei den gesetzgebenden Agenturen und Regierungen, Lügen und Korruption, Finanzierung betrügerischer wissenschaftlicher Studien, unter Druck setzen unabhängiger Wissenschaftler, Manipulation von Presseorganen, etc.

Das Ziel

Das Monsanto Tribunal wurde von einem Komitee von Experten, Anwälten, Wissenschaftler, Journalisten und Aktivisten, darunter Vananda Shiva, organisiert, in dessen Verlauf die gegen Monsanto erhobenen Vorwürfe zusammengetragen und die verursachten Schäden evaluiert werden. Das Tribunal wird sich auf die im Jahre 2011 verabschiedeten „UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“ stützen. Das Tribunal befasst sich auch mit Monsantos Verbrechen gegen die Umwelt in Form des Ökozids, dessen Aufnahme ins internationale Strafrecht bereits vorgeschlagen wurde. Das Tribunal wird untersuchen, ob sich das Römer Statut auf dem der Internationale Strafgerichtshof seit 2002 beruht, reformieren lässt und Ökozid als Verbrechen darin aufgenommen werden kann. Dies würde ermöglichen, natürliche und juristische Personen, welche unter Verdacht stehen ein solchen Verbrechen begangen zu haben, zur Verantwortung zu ziehen.

Das Tribunal

Der offizielle Beginn des Monsanto Tribunals ist am Freitag, den 14.Oktober 2016, in Den Haag, Niederlande. Die Anhörungen des Tribunals werden am 15. und 16. Oktober im Institut für Soziale Studien (ISS) stattfinden. Fünf international renommierte Richter werden 30 Zeugen und Experten aus 5 Kontinenten anhören. Das Ziel des Tribunals ist es, ein Rechtsgutachten über den Schaden an Umwelt und Gesundheit, verursacht durch den multinationalen Konzern Monsanto, abzugeben. Dies wird dazu führen, dass das Verbrechen Ökozid in der internationalen Debatte in das internationale Strafrecht miteinbezogen wird. Es wird außerdem Menschen überall auf der Welt eine sorgfältig dokumentierte gerichtliche Akte bieten, die in Gerichtsverfahren gegen Monsanto und ähnliche Chemiekonzerne verwendet werden kann.

People’s Assembly

In räumlicher Nähe in Den Haag und zeitlich parallel zu den Anhörungen des Monsanto Tribunals findet in die People’s Assembly statt. Hier werden Befürworter der Ernährungssouveränität aus allen Teilen der Welt Strategien gegen die schädlichen Auswüchse der industriellen Landwirtschaft besprechen. Eine Liste aller Organisationen, die ihre Unterstützung neben tausenden von Einzelpersonen durch Unterzeichnung bekundet haben, findet man hier.

www-monsanto-tribunal-org

Foto von www.monsanto-tribunal.org

Erste Eindrücke aus Den Haag

„Wir erleben heute etwas ganz besonderes. Vertreter von Bewegungen aus aller Welt sind nach Den Haag zum Monsanto Tribunal und der parallel stattfindenden People’s Assembly gekommen. An diesem World Food Day werden wir sprachliche und kulturelle Barrieren überwinden, um die weltweite Bewegung für Ernährungssouveränität zu stärken. Ihr unterstützt das und Ihr seid alle ein Teil davon. Das ist großartig! Es ist für uns alle wichtig, dass diese Bewegung der Ära von unbestrafter Vergiftung und Ausbeutung der Erde so schnell wie möglich ein Ende setzt.

Die Ära der Pestizide und des Kriegs gegen die Natur geht dem Ende zu. Wir treten nun in das Zeitalter der Agrarökologie ein, der Zusammenarbeit mit der Natur, um das Leben auf der Erde zu teilen und seine Fülle gemeinsam zu genießen. Wir verweigern uns mehr chemischen Einsatz, der Patentierung von Leben, Junk Food, Landraub und Abhängigkeit von Landwirten von großen Unternehmen. Stattdessen stehen wir gemeinsam für eine Welt, in der wir Landwirte für ihre wichtige Arbeit belohnen, Biodiversität feiern, uns um gesunden Boden kümmern und Land all denen zur Verfügung stellen, die es weise nutzen wollen, um Lebensmittel für alle zu anzubauen.

Bitte folgt uns online und schaut Euch den Livestream des Tribunals an (bitte auf die gewünschte Sprache klicken, gefolgt von „prev“).“

Mehr Infos gibt es hier:
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#MonsantoEcocide

Kategorien: Gesundheit, International, Menschenrechte, Ökologie und Umwelt, Pressemitteilungen
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