Überwältigendes Votum für Abzug und Verbot von Atomwaffen

23.03.2016 - Berlin - Reto Thumiger

Überwältigendes Votum für Abzug und Verbot von Atomwaffen
(Bild von forsa. / Foto: US Air Force, gemeinfrei)

Die von Friedensorganisationen in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage weist eine überwältigende Mehrheit von 85% der Bundesbürger für einen Abzug der in Deutschland stationierten und gelagerten Atomwaffen aus. Sogar 93% befürworten dass Atomwaffen generell, ähnlich wie Chemie- und Biowaffen, völkerrechtlich verboten werden sollen.

Die Studie wurde nicht zuletzt anlässlich dem vor 6 Jahren vom Bundestag gefassten und bis heute von der Bundesregierung komplett ignorieren Beschluss von der deutschen Sektion der Internationalen Arzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW) in Auftrag gegeben. Am 26. März 2010 hatten die Bundestagsabgeordneten fraktionsübergreifend den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland und den engagierten Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt gefordert“. Im Gegensatz hat sich die Bundesregierung in der In der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 8. Dezember 2015 mit Enthaltungen und zwei Gegenstimmen gegen den Fortschritt in der nuklearen Abrüstung gestellt (Deutschland stimmt gegen Atomwaffenverbot).

Die aktuellen Auseinandersetzungen um die atomaren Drohgebärden Nordkoreas, aber auch die Angst vor einer schmutzigen Bombe in Belgien nach den gestrigen Terroranschlägen zeigen, wie groß die atomare Gefahr ist. Alle Atomwaffenstaaten planen eine umfangreiche Aufrüstung ihrer Arsenale. Die sogenannte Doomsday Clock wurde daher 2015 auf drei Minuten vor zwölf gestellt.

Weltweit existieren weiterhin mehr als 15.000 Atomwaffen. Über 90% dieser Arsenale besitzen die USA und Russland, die meisten davon mit einer vielfachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Eine solche Bombe kann, über einer großen Stadt abgeworfen, mehrere Millionen Menschen töten. 1.800 dieser Atomwaffen befinden sich immer noch in höchster Alarmstufe und können innerhalb von Minuten abgefeuert werden. Wie groß das Risiko ist, zeigen die zahlreich dokumentierten Pannen und Fast-Katastrophen.

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„Nach dem Einsatz einer Atomwaffe wäre effektive humanitäre Hilfe unmöglich“, meint die Ärztin Inga Blum. Krankenhäuser, Verkehrs- und Kommunikationssysteme sowie Stromversorgung wären zum Großteil nicht mehr vorhanden und humanitäre Hilfe nicht möglich. „Die Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft fordert deshalb aus humanitären Gründen die Ächtung von Atomwaffen und einen Verbotsvertrag“, so Sascha Hach, Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. Derzeit streben 127 Staaten ein Verbot von Atomwaffen an. Deutschland ist nicht dabei.

Roland Blach von atomwaffenfrei.jetzt stellt vor diesem Hintergrund die Kampagne „Büchel ist überall“ vor. An dem Atomwaffenstandort wird mit einer Fotoaktion am 26. März und den dortigen Ostermarsch zwei Tage später für ein atomwaffenfreies Deutschlang demonstriert. Es ist äußerst wichtig den Druck auf die Bundesregierung zu verstärken, betonte er abschließend.

Kategorien: Frieden und Abrüstung, International
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