Bücher gegen die Sklaverei

09.03.2015 - Reto Thumiger

Bücher gegen die Sklaverei
(Bild von http://intent.com/)

Die italienische, zum Islam konvertierte Autorin und Menschenrechtlerin Dr. phil. Milena Rampoldi, die als freie Schriftstellerin und Chefredakteurin des interkulturellen und interreligiösen Verein ProMosaik e.V. tätig ist, präsentiert uns hier vier Werke gegen die Sklaverei und zwar mehrheitlich aus islamischer Sicht.

ProMosaik  hat sich in seinem „Manifesto“ vorgenommen, in seinen Schriften gegen jegliche Form der Unterdrückung zu kämpfen. Und Sklaverei ist wohl die höchste Form der Unterdrückung und der Missbilligung der Würde eines Menschen. Denn jeder Mensch ist in der islamischen Weltanschauung Allahs Geschöpf und besitzt als solches dieselben Menschenrechte wie alle anderen.

Islam gegen Sklaverei: Die Geschichte der Sklaverei und des Kampfes gegen die Sklaverei in Mauretanien von Prof. Saïdou Kane

Hier wird uns das Werk des bekannten zeitgenössischen mauretanischen Soziologen und Historikers Saïdou Kane näher gebracht, der sich vor allem geschichtlich mit dem Thema der Sklaverei in Mauretanien auseinandersetzte und sich als Menschenrechtler um deren konkrete Abschaffung bemühte. Die Autorin schließt sich seiner Meinung an, nach der der Islam eine egalitäre Religion ist und die Sklaverei aus der vorislamischen Zeit Schritt für Schritt abschaffen wollte.

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Islam gegen Sklaverei – Für eine definitive Befreiung der Sklaven im Namen des Islam und die Bekämpfung der antiabolitionistischen Haltungen in den muslimischen Gesellschaften

Dieser zweite Band geht das Thema mehr auf der theologischen als der geschichtlichen Ebene an. Der Autorin geht es grundsätzlich um die theologische Fundierung des Egalitarismus im Islam zwecks Bekämpfung der Sklaverei im Namen des Islam und seiner Grundprinzipien der Gleichheit und Gerechtigkeit. Denn sie findet prinzipiell, dass es wenig Sinn macht, in den muslimischen Gesellschaften den Islam gegen die westlichen Menschenrechte aufzuspielen, sondern darum, das egalitäre Potential des Islam zu stärken und in die Praxis umzusetzen.

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Baila Wane: Fuuta Tooro von Ceerno Suleyman Baal bis zum Ende des Almamiyats (1770-1880)

Diese Arbeit rundet die Werke über die Sklaverei in Mauretanien ab und zeigt, wie auch das Lebenswerk von Prof. Saïdou Kane und Louis Hunkanrin beweisen, auf, wie wichtig eine historische Perspektive sein kann, um sich im Hier und Jetzt aktiv für die Menschenrechte in Afrika einzusetzen und somit allen unterdrückten und bis heute versklavten Menschen eine Stimme zu geben.

Der Islam ist eine grundlegend egalitäre Religion, in deren Rahmen die politische Führung als ethische Aufgabe verstanden wird. Der politische Führer dient dem Volk und darf sich nicht bereichern und seine Stellung missbrauchen, indem er einzig und alleine seine persönliche Macht steigert. Die politische Führung basierte nach Sulyeman Baal auch auf der Kompetenz und wahren religiösen Moral des Herrschers, der demokratisch gewählt wurde, weil er seine Funktion auch verdient hatte.

Das Essay von Baïla Wane, der am historischen Institut der Universität Dakar lehrt, befasst sich mit einer sehr spezifischen historische Epoche der Region von Fuuta Toro im heutigen Senegal. Ein Essay wie dieses erhält einen ganz besonderen Stellenwert, wenn wir es in die Geschichte der Menschenrechte einordnen und aufzeigen, wie schon in der Geschichte Afrikas interne Versuche gewagt und interne Strategien erarbeitet wurden, um Demokratie und Menschenrechte zu gewährleisten, indem man sich gegen die Sklaverei und das Kastendenken im Namen des Islam auflehnte.

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Der Menschenrechtler Louis Hunkanrin und sein Kampf gegen die Sklaverei

In diesem Buch wird das turbulente Leben und das Wirken des vergessenen, heldenhaften Journalisten und Menschenrechtlers Louis Hunkanrin vorgestellt. Gemäs Dr. Rampoldi war  Hunkanrin weder der unassimilierbare Gegner der korrupten französischen Kolonialherrschaft noch der Nationalist von Benin, sondern mehr, und zwar ein Mann, der für die Gerechtigkeit kämpfte und mit den Unterdrückten und Schwachen solidarisierte, indem er ihnen eine Stimme gab, unabhängig davon, welcher Religion oder welchem Stamm sie angehörten. Er rief auch alle Weltanschauungen und Religionen in einer Art synkretistischem, marxistisch orientierten Humanismus dazu auf, Ausbeutung, Sklaverei und Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen.

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Kategorien: Afrika, International, Menschenrechte
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