Mut, Leidenschaft und Humor beim Gipfel der Friedensnobelpreisträger

14.12.2014 - Anna Polo

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch verfügbar.

Mut, Leidenschaft und Humor beim Gipfel der Friedensnobelpreisträger
Die jemenitische Aktivistin Tawakkol Karman und die anderen Nobelpreisträger in der zweiten Sitzung (Bild von Domenico Musella)

Die Leidenschaft und die Kraft derer, die scheinbar unmögliche Herausforderungen angehen, der Humor eines spirituellen Führers, der tiefgreifende Botschaften zu kommunizieren vermag ohne Unnützes und ohne ernste Feierlichkeit und die trotz seines Todes vor einem Jahr immer noch spürbare Präsenz eines großen Kämpfers für Gewaltfreiheit, haben die ersten beiden Tage dieses Gipfels beherrscht.

Die teilnehmenden Frauen – die Irin Mairead Maguire, die Jemenitin Tawakkol Karman, die Amerikanerin Jody Williams und die Liberianerin Leymah Gbowee – habe alle eine mitreißende Kraft zu eigen, die sie dem Publikum zu vermitteln wissen und es so nicht nur in die Darlegung von Ideen und Vorschlägen, sondern auch vor allem in die persönliche Erfahrung von Mut, Opfererbringung und Kohärenz miteinzubeziehen vermögen.

Liebe und Erbarmen als Motor für Veränderung und die Rebellion gegen Ungerechtigkeit durchziehen ihre Vorträge und geben so dem Begriff „Frieden“ mannigfaltige Bedeutungen, die weit über die allgemeine und ein wenig gutmenschliche Banalität hinausgehen, in die man oft fällt, wenn es um dieses Thema geht.

Der Schrei von Tawakkol Karman hebt diese Bedeutungen hervor und umspannt sie vom Zugang zu Trinkwasser bis zur Erziehung zum Kampf gegen Korruption, vom Recht der Rede- und Versammlungsfreiheit bis hin zur Forderung nach Gleichheit für alle.

Jody Williams, die Seele der Kampagne für das Verbot von Landminen, die glücklicherweise beendet werden konnte, lässt ihre lange Geschichte als Aktivistin Revue passieren, die mit dem Widerstand gegen den Vietnam-Krieg begann, und betonte, dass nicht die Sache oder das Thema für das man kämpft, wichtig ist, sondern die Übersetzung der Empörung in Taten. Ein wunderbares Wortspiel in der englischen Sprache – to be moved that you move – macht dieses einfache aber inspirierende Konzept deutlich.

Die Erzählungen von Leymah Gbowee bringen uns in das durch Jahre blutigen Bürgerkriegs gezeichnete Liberia und sie überbringt uns unvergessliche Bilder von Frauen, die vor den verschlossenen Türen der Verhandlungssäle sitzen, fest entschlossen dort auszuharren, bis ein positives Resultat erzielt werden konnte. Wenn ein Ziel einfach zu erreichen ist, sagt Leymah, lohnt es sich nicht, dafür zu kämpfen.

Die gleiche großherzige Hingabe für andere, die gleiche Fähigkeit furchteinflößende Widrigkeiten zu überwinden, um ein besseres Modell für die Zukunft zu suchen, finden wir im jungen Tareke Brhane aus Eritrea, der eine Medaille für sein soziales Engagement erhalten hat. Tareke schlägt vor, den 3. Oktober, Jahrestag des Unglücks von Lampedusa, als Tag der Erinnerung an jene 20.000 Menschen einzurichten, die in den letzten 20 Jahren beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, gestorben sind. Sein leidenschaftlicher Appell – Menschen schützen, nicht die Grenzen – schließt den Vormittag ab und lanciert eine Herausforderung, die Europa und an erster Stelle Italien aufgreifen sollte.

Übersetzung aus dem Italienischen von Evelyn Rottengatter

Kategorien: Europa, Frieden und Abrüstung, Gewaltfreiheit, Meinungen
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