Marta Gómez beteiligt sich an der Kampagne #nonviolenceday #diadelanoviolencia

30.09.2014 - Pressenza Berlin

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch verfügbar.

Marta Gómez beteiligt sich an der Kampagne #nonviolenceday #diadelanoviolencia
(Bild von Marta Gómez)

Interview mit Marta Gómez, Sängerin und Komponistin aus Kolumbien, die sich an die Kampagne „2. Oktober – Internationaler Tag der Gewaltfreiheit#nonviolenceday #diadelanoviolencia angeschlossen hat.

Marta, wir wissen, dass du dein neues Album „Este instante“ abgeschlossen hat. Was bedeutet dieses Werk in deiner Karriere?

Es handelt sich um ein sehr spezielles Album. Diese CD kommt nach einer längeren Pause heraus, da die letzte CD von Frederico Garcia Lorca inspiriert war. „Este instante“ besteht erneut wieder aus Liedern mit Musik und Texten von mir, was mich mit großer Freude erfüllt. Außerdem arbeitete ich zum ersten Mal mit einem Produzenten zusammen. Vorher habe ich meine Alben mit den Bandmitgliedern gemacht und wir haben die Entscheidungen alleine getroffen. Dieses Mal hat der Produzent Juan Andres Ospina sich um diese Themen gekümmert und wie das Album aufgenommen werden sollte. Das war sehr schön und erleichternd für mich. Das Resultat ist eine CD mit 11 Liedern perfekt angeordnet und produziert ohne die Essenz in unserer Musik zu verlieren.

Inmitten deiner zahlreichen musikalischen Aktivitäten, die neue CD, die Tour in Lateinamerika, deine Shows in Barcelona, hast du eine Kampagne in Gang gesetzte, die die Grenzen überschritten hat und viele Teile der Welt erreicht hat: „Para la guerra, nada“ (Für den Krieg nichts). Wie ist dieses Projekt entstanden?

Wie viele andere bin ich sehr besorgt über die Nachrichten die uns über den Krieg zwischen Israel und Palästina erreichten und immer noch erreichen. Alle Kriege machen mich betroffen aber dieser war sehr hart, da wir ihn live miterlebten. Wir haben alles über das Internet mitangesehen ohne diese Barbarei stoppen zu können.
Jede Nacht habe ich Nachrichten über den Konflikt gelesen und mir angeschaut. In einer dieser Nächte habe ich über raffinierte und komplizierte Erfindungen gelesen, die für diesen und andere Kriege entwickelt wurden. Eine magnetische Kuppel die Raketen in der Luft orten und zerstören kann, Waffen die äußerst schnell und schlagkräftig sind, etc. etc. Ich habe mir überlegt, wieviel Anstrengungen in einen Krieg investiert wird, wie viele Köpfe unermüdlich unglaubliche Sachen erfinden!
In der gleichen Woche besuchte ich den Cirque du Soleil und der erste Teil der Vorstellung war ein Kind, das einen Kometen steigen ließ. Die Szene hat mich zum gleichen Gedanken geführt, wieviel Energie in ein Objekt investiert wird, dessen einziger Zweck es ist uns glücklich zu machen.
Diese beiden Gedanken zu verbinden war einfach. Wie verschieden wäre unsere Welt, wenn wir uns ausschließlich damit beschäftigen würden, Sachen zu erfinden, die uns glücklicher machen und dem Krieg widmen wir nichts. Nicht eine  Sekunde unserer Zeit, keinen Cent, nicht einen Gedanken.
Als ich das Lied, dass ich mit diesem Gefühl schrieb, meinem Lebenspartner, Julio Serna, vorsang, meinte er, „Singe es nicht alleine, lade Musiker der ganzen Welt ein sich anzuschließen und wir machen ein langes Video.“ Wir hätten nie gedacht, es würden mehr als 7000 Personen mitmachen und das Lied 200 Strophen bekommen. Es war wunderbar, dass sich in einem so konfliktiven Medium wie Facebook die Menschen sich vereinen, um zu sagen: “Für den Krieg nichts!“.

Zum Schluss unseres Gesprächs und im Kontext der Kampagne für den 2. Oktober, Tag der Gewaltfreiheit und Hommage an Gandhis, wie stellst du dir eine Welt ohne Gewalt vor?

Als Gesellschaft sollten wir uns für Gewaltfreiheit einsetzen, oft verwechselt mit dem Frieden. Wir denken eine friedliche Welt ist unmögliche weil wir Frieden als diesen perfekten und utopischen Zustand verstehen.
So ist es allerdings nicht. Eine gewaltfeie Welt ist eine Welt mit Respekt für das Leben. Ganz einfach! Es gibt Konflikte und sie sind willkommen aber sie werden anders gelöst, nicht mit Waffen. Wir machen das schon viele Jahrhunderte und wir sollten uns klar werden, dass man mit Waffen keine Konflikte löst. Mein Land weiß das, es hat gelitten und wir lernen nun uns hinzusetzen und zu reden, das Problem zu erkennen und das Schwierigste von allem nämlich zu verzeihen.
Da liegt das Grundprinzip um eine gewaltfreie Welt zu erreichen. Was danach kommt wird wunderbar sein, die Berufe auszuüben, die wir uns wünschen, uns frei äußern zu können, frei wählen zu können wo und wie man leben möchte.

Übersetzung aus dem Spanischen von Reto Thumiger

 

 

Kategorien: Europa, Frieden und Abrüstung, Gesundheit, Gewaltfreiheit, International, Interviews, Kultur und Medien
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