Am 16. Januar 2026 jährte sich zum zehnten Mal die willkürliche Inhaftierung von Milagro Sala, Bürgerrechtlerin, Gewerkschafterin und soziale Leiterin der Nachbarschaftsorganisation Tupac Amaru in der argentinischen Provinz Jujuy, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung, die in teils großer Armut leben, eingesetzt hat.
Der Fall ist einer der gravierendsten politisch motivierten Inhaftierungen weltweit und hat auch international Aufsehen erregt. Von Papst Franziskus bis zum damaligen kanadischen Premier Trudeau haben sich viele, darunter auch die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen, Amnesty International sowie die zahlreichen Komitees für die Freiheit von Milagro Sala, für eine Beendigung der Haft eingesetzt. Sala wurde mit konstruierten Anklagen und Prozessen überzogen, musste mediale Hetzkampagnen über sich ergehen lassen und steht seit zehn Jahren unter Arrest. All das, weil sie erfolgreich Schulen, Krankenhäuser, Sporteinrichtungen und Essensverpflegung für die Ärmsten in der Provinz Jujuy errichtet hatte.
Laut dem Nachrichtenportal El Destape zog am 10. Jahrestag ihrer Verhaftung, dem 16. Januar, eine Karawane von Buenos Aires bis nach La Plata zum Regierungs- und Parlamentsgebäude der Provinz Buenos Aires, um den Einsatz der Justiz als Instrument der politischen Disziplinierung anzuprangern und Gerechtigkeit sowie Milagros Freiheit zu fordern. „Vielen Dank Milagro, dass du nicht aufgegeben und für Würde gekämpft hast“, war auf den Straßen von La Plata zu hören. Es ist die „Chronik einer Gefangenschaft, die eine Politikerin, aber auch ein ganzes Volk bestrafen wollte“, so der Bericht von El Destape.
Auch die Vereinigung „Madres de la Plaza de Mayo“ forderte am 16. Januar in der Hauptstadt Buenos Aires in einer Protestkundgebung die Freilassung Milagro Salas sowie Gerechtigkeit für die „Desaparecidos“, die verschwundenen Menschen, deren Familienangehörige immer noch auf Aufklärung und Gerechtigkeit warten. „Was sie dieser Frau antun, ist ein Skandal und eine Schande“, erklärte Carmen Arias, Vorsitzende der Vereinigung der Mütter der Plaza de Mayo, wie ein Artikel von Página12 berichtet.
Milagro Salas Inhaftierung ist Teil einer Reihe von Gerichtsverfahren, die darauf abzielen, den sozialen Widerstand gegen die Ausbreitung des extraktiven Modells zu unterdrücken, insbesondere in Jujuy, einer für die Lithiumgewinnung wichtigen Provinz, wie Telesur schreibt. Milagro Sala hat für die Würde und Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung gekämpft. Inzwischen ist sie gesundheitlich angeschlagen und befindet sich in ärztlicher Behandlung. Doch ihr Werk, ihre Kraft und ihre Liebe zu den einfachen Menschen, den Ärmsten der Armen, bestehen weiter, unterstützt von vielen tausenden Menschen überall auf der Welt.
Der Tag der Rehabilitierung Milagro Salas wird kommen, und mit ihm wird auch ein dunkles Kapitel in der Geschichte Argentiniens zu Ende gehen.
***
Das Video zeigt Auszüge aus der Fotodokumentation „La tupac“ (Jujuy, 2010) des argentinischen Fotografen Sebastián Miquel, die einige Jahre vor der willkürlichen Verhaftung von Milagro Sala am 16.01.2016 enstand. Sie zeigt Milagro und die Menschen, die sie unterstützte und die durch ihre Hilfe ein neu erwachtes indigenes Selbstbewusstsein erlangt hatten, das politisch nicht gewollt war.









