Am Donnerstagmorgen, dem 26. Februar, wurde die aus Aserbaidschan stammende Studentin der Columbia University, Elmina „Ellie“ Aghayeva, in New York von ICE-Agenten festgenommen, die ohne Haftbefehl ihr Wohnheim außerhalb des Campus betraten.

Nach Angaben von Claire Shipman, Interimspräsidentin der Columbia University, zeichneten Sicherheitskameras die Agenten im Flur auf, als sie Fotos eines vermissten Kindes zeigten. Der Vermisstenfall diente als Vorwand für den Zugang zum Gebäude. Aghayeva postete am frühen Morgen auf Instagram über ihre Verhaftung und schrieb: „Das Heimatschutz-Ministerium hat mich illegal verhaftet. Bitte helfen Sie mir.“

Die Freunde der Studentin waren die ersten, die die Verhaftung anprangerten. Sie organisierten am Donnerstagnachmittag eine Kundgebung am Eingang der Universität, an der etwa 200 Menschen teilnahmen.

Die Freilassung von Elmina Aghayeva erfolgte dann kurz, nachdem sich der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani im Weißen Haus direkt an Präsident Trump gewandt hatte. Es war sein zweiter Besuch dort seit seinem historischen Wahlsieg im November.

„Ich habe gerade mit Präsident Trump telefoniert. Ich habe meine Besorgnis über die Inhaftierung der Columbia-Studentin Elmina Aghayeva zum Ausdruck gebracht, die heute Morgen vom ICE verhaftet wurde. Der Präsident hat mir gerade mitgeteilt, dass sie sofort freigelassen wird“, schrieb der New Yorker Bürgermeister später auf X. Die Columbia University bestätigte die Nachricht in einem Post und sagte, sie sei „erleichtert und hoch erfreut über die Freilassung der Studentin“.

Zohran Mamdani übergab außerdem der Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, eine Liste mit den Namen von vier derzeitigen und ehemaligen Student*innen, die ins Visier der Einwanderungsbehörden des Bundes geraten sind. Mamdani bat die Regierung, bei der Einstellung ihrer Verfahren zu helfen. Dabei handelt es sich um Mahmoud Khalil, Yunseo Chung, Mohsen Mahdawi und Leqaa Kordia. Sie wurden verhaftet, nachdem sie an pro-palästinensischen Protesten teilgenommen hatten. Leqaa Kordia ist als Einzige noch in einem ICE-Gefängnis in Texas inhaftiert, fast ein Jahr nach ihrer Festnahme.

Vor Mamdanis Intervention hatte auch die demokratische Gouverneurin des Staates New York, Kathy Hochul, die ICE-Razzia auf einem Universitätscampus scharf kritisiert und die Freilassung der Student*innen gefordert. „Niemand sollte durch die Hand der Regierung verschwinden oder unter Vorwand aus dem Wohnheim gebracht werden. Diese Vorfälle erfordern eine unabhängige Untersuchung, und jemand muss die Verantwortung übernehmen. New York wird nicht wegschauen.“

Übersetzung aus dem Italienischen von Alexandra Twardy vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!