Die Zapatistische Nationale Befreiungsarmee (EZLN) hat einen Aufruf zur Solidarität mit der kubanischen Bevölkerung veröffentlicht. Die Zapatistas, eine sozialrevolutionäre indigene Bewegung mit ihrer Basis im Süden von Mexiko, warnten vor einer Eskalation wirtschaftlicher, politischer und militärischer Aggressionen. Diese zielten darauf ab, „das kubanische Volk zu ersticken, um Investitionen und ‚Entwicklung‘ zu fördern“.

In der Erklärung, die von Kollektiven und Persönlichkeiten aus verschiedenen Ländern mitunterzeichnet wurde, bekräftigte die Bewegung, dass „der kapitalistische Sturm sich weiterhin über die ganze Welt ausbreitet und Tod, Zerstörung und Elend hinterlässt“. Sie wies darauf hin, dass nach den Angriffen auf Venezuela und der Zerstörung in Gaza nun Kuba im Visier stehe.

Der Krieg des Kapitals kenne „keine Grenzen, keine Beschränkungen […] und keine internationalen Gesetze“. Die Zapatistas hinterfragten auch das beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellte Projekt „New Gaza“. Sie sehen es als Strategie zur „Zerstörung und Entvölkerung verschiedener Regionen der Welt“, um diese „durch und für das Kapital wieder aufzubauen und neu zu ordnen“.

Nach Angaben der EZLN beabsichtigt Washington in Kuba die Errichtung eines neuen „Little Saint James“, in Anspielung auf die Insel des multiplen Sexualstraftäters und Finanzier Jeffrey Epstein. „Das Kapital will keine Freiheit, sondern Sklaverei für seine touristischen Freuden“, heißt es in dem Aufruf.

Die Zapatistas unterstützen das „würdevolle kubanische Volk“, das mehr als 60 Jahre lang der größten Militärmacht der Welt Widerstand geleistet und ihr bedeutende Niederlagen zugefügt habe. Sie ruft die Welt dazu auf, ihre Solidarität zu bekunden und das Ersticken des kubanischen Volkes zu verhindern.

Angesichts einer neuen internationalen Ordnung, die „über den Kadaver der Menschheit“ aufgebaut werde, sei internationale Solidarität dringend notwendig. Die EZLN bezog in der Vergangenheit öfter zu internationalen Themen Stellung. 2022 demonstrierte sie gegen den Überfall Russlands auf die Ukraine. Die Bombardierung des Gazastreifens durch Israel verurteilte sie als „Völkermord“ an der palästinensischen Bevölkerung.

Ende Januar 2026 solidarisierte sich die zapatistische Bewegung mit dem Aufstand im Iran. „Der Widerstand und die Rebellion“ in Kuba, Venezuela, Palästina und im Iran werden weiterleben, betonten die Zapatistas in ihrer aktuellen Erklärung, die per E-Mail mitunterzeichnet werden kann.

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