Die gesamte Geschichte der Deutschen Bahn (DB) ist von Profit durch Krieg und Ausbeutung gekennzeichnet. Die Reichsbahn stellte die Infrastruktur für den Holocaust.[1]

DB Schenker transportierte später für den Faschisten Franco in Spanien.[2] Heute ist die DB-Tochter in 140 Ländern wie Katar und der Türkei aktiv und für Rüstungstransporte in der ganzen Welt verantwortlich. In Deutschland nutzt „Deutschlands schnellster Klimaschützer“ Strom aus dem Klimakiller Datteln IV, wo „Blutkohle“ etwa aus Kolumbien oder Russland verbrannt wird, während die (indigene) Bevölkerung vor Ort vertrieben und Aktivistinnen* ermordet werden.[3]

Von einem weiteren „Projekt des Todes“ profitiert die DB Consulting und Engineering, die einen millionenschweren Vertrag zur Beteiligung am zynisch benannten „Maya-Zug“ im Süden Mexikos ergattern konnte. Das 1500 km lange Infrastrukturprojekt zerstört einen der letzten grossen Regenwälder des Kontinents und bedroht 23 Naturschutzgebiete.

Die Regierung enteignet, vertreibt und kriminalisiert die Menschen in der Region. Sie verletzt ein UN-Abkommen, dass der indigenen Bevölkerung das Recht zusichert, über das Projekt mitzubestimmen. Und am Ende ist es vor allem ein Projekt der mexikanischen Armee. Diese baut, verwaltet und profitiert von den Gewinnen des „Maya-Zuges“, der weder ein Zug noch Maya ist.

Das Megaprojekt muss im Zusammenhang mit weiteren Vorhaben in der Region gesehen werden, die alle gemeinsam eine Migrationssperre für die flüchtenden Menschen aus Mittelamerika bilden. Die zynische Aneignung des Namens „Maya“ fasst die Brutalität des Projektes zusammen: „Maya“ bleibt als Tourismusattraktion und Restaurantkette, während die wahre Geschichte, Kultur, Lebensweise und (vor allem) die Maya-Bevölkerung selbst durch Geldgier korrupter Eliten und die Privatwirtschaft eines globalen Kapitalismus ausgelöscht wird. Es zeugt daher nur von Traditionsbewusstsein, wenn die Deutsche Bahn vorne mit dabei ist, doch beharrlich über ihr Mitwirken schweigt. Viele weitere europäische Unternehmen (u,a. Renfe, Ineco, Alstom) sind am Projekt beteiligt.

Dabei geht es nicht – nie und auch nicht am 30.10. – „nur“ um diese wenigen Konzerne oder um den einen Tren „Maya“, von dem es Tausende gibt. Es geht um das System eines kolonialen Kapitalismus, der durch seine Profitgier alles Schöne auf dieser Welt beerdigt. Daher: Von Chiapas bis Kurdistan, von Lützerath bis Kolumbien –

Alle Gemeinsam gegen den Kapitalismus, beruhend auf Patriarchat, Rassismus und Kolonialismus. Alle Gemeinsam am globalen Aktionstag am 30.10. gegen die DB’s dieser Welt!

pm

Fussnoten:

[1] Vgl. u.a.:

„Die Deutsche Reichsbahn und der Holocaust“, in: Kinofenster (Bundeszentrale für politische Bildung), (9. November 2006), [zuletzt aufgerufen am 10.10.2021]. https://www.kinofenster.de/filme/archiv-film-des-monats/kf0611/die_deutsche_reichsbahn_und_der_holocaust/

Thoralf Cleven: „Bahn soll Holocaust-Opfer entschädigen: Linke, Grüne und FDP unterstützen Vorstoss“, in: RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland), (25. Januar 2021), [zuletzt aufgerufen am 10.10.2021]. https://www.kinofenster.de/filme/archiv-film-des-monats/kf0611/die_deutsche_reichsbahn_und_der_holocaust/

[2] Vgl. u.a.:

„Die Schenker-Verbrechen: Schenker & Co.: Hehler, Räuber, Mordbeihelfer“, in: Zug der Erinnerung. Ein Bund der Generationen, (aktualisiert am 10. Oktober 2021), [zuletzt aufgerufen am 10.10.2021]. https://www.kinofenster.de/filme/archiv-film-des-monats/kf0611/die_deutsche_reichsbahn_und_der_holocaust/

[3] DeCOALonize Europe: „Still Burning“ – Vom Kampf gegen die Steinkohle. https://decoalonize-europe.net/wp-content/uploads/2019/09/Still-Burning.pdf

Der Originalartikel kann hier besucht werden