Es ist Zeit, um über Frieden im Weltall zu verhandeln

01.03.2021 - Alice Slater

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Französisch, Portugiesisch verfügbar.

Es ist Zeit, um über Frieden im Weltall zu verhandeln
Woomera-Testgelände in Süd-Australien. Ein Vorhaben zur Erstellung eines Handbuchs zum Weltraumkriegsrecht ist nach dem Woomera benannt. (Bild von Commonwealth of Australia, Department of Defence)

Das Bestreben der USA nach militärischer Vorherrschaft und Kontrolle im Weltraums, war und ist ein riesiges Hindernis auf dem Weg zur nuklearen Abrüstung und dem Schaffen eines friedvollen Lebens aller Wesen dieser Welt.

Als die Mauer niedergerissen wurde und Gorbatschows ganz Osteuropa von der Sowjetischen Besetzung – überraschenderweise ohne einen einzigen Schuss – befreite, lehnte Reagan Gorbatschows Angebot ab, den „Sternenkrieg“ aufzugeben, um für die Eliminierung aller nuklearer Waffen beider Länder zu sorgen.

Busch und Obama haben in den Jahren 2008 und 2014 jegliche Debatten um die Angebote aus Russland und China zu einem Verbot von Weltraumwaffen im konsensgebundenen Abrüstungsausschuss in Genf abgeblockt, wo diese Länder einen Vertragsentwurf zur Prüfung vorlegten.

Nach dem Erlass eines Vertrags im Jahr 1967 zum Verbot von Massenvernichtungswaffen im Weltraum, legen die Vereinten Nationen jedes Jahr seit den 1980ern eine neue Resolution zur Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum (PAROS) vor. Die Vereinigten Staaten stimmen jedoch konsequent dagegen.

Clinton lehnte Putins Angebot ab, dass beide Staaten ihre massiven Nuklearwaffenarsenale auf je 1.000 Bomben abbauen und die anderen Atommächte einzuberufen, um über die Eliminierung der Atomwaffen zu verhandeln. Dies hätte vorausgesetzt, dass die Entwicklung von Raketenstandorten in Rumänien eingestellt werden müsste.

Busch trat aus dem Vertrag über die Begrenzung von antiballistischen Raketenabwehrsystemen (ABM-Vertrag) von 1972 aus und stellte einen neuen Raketenstandort in Rumänien auf. Ein anderer wurde unter Trumps Regierung in Polen errichtet – quasi in Russlands Hinterhof.

Obama lehnte Putins Angebot über die Verhandlung eines Vertrags zum Verbot von Cyberkriegen ab.

Trump stellte eine neue US-Militärdivision auf, eine Space Force unabhängig von der US-Luftwaffe, um das zerstörerische Streben der USA nach Vorherrschaft im Weltraum fortzusetzen.

Zu dieser in der Geschichte einzigartigen Zeit ist es unerlässlich, dass Nationen sich zu Kooperationen zusammenschließen, um Ressourcen zu teilen, um die Gefährdung ihrer Einwohner rund um den Globus zu beenden und eine zerstörerische Klimakatastrophe oder eine welterschütternde nukleare Verwüstung zu verhindern. Stattdessen aber gehen wir mit unserem Schatz rücksichtslos um und vergeuden unsere intellektuellen Kapazitäten auf Waffen und Weltraumkampfmittel.

In der Phalanx des US-militärisch-industriellen-akademischen-Kongress-Medienkomplex, der sich hartnäckig gegen die Schaffung eines friedlichen Weltraums wehrt, scheint es einen Riss zu geben. John Fairlamb ist ein pensionierter Oberst der Armee, der nationale Sicherheitsstrategien und Grundsätze im US State Department formulierte und einführte. Als Berater für politisch-militärische Angelegenheiten in einer großen Heeresleitung rief er zu einem Fanfarenstoß auf, um den Kurs umzukehren! Unter dem Titel Die Vereinigten Staaten sollten über ein Rüstungsverbot im Weltraum verhandeln argumentiert er wie folgt:

Wenn die USA und andere Nationen weiterhin den derzeitigen Kurs fortsetzen, sich zu organisieren und auszurüsten, um einen Krieg im Weltall zu führen, werden Russland, China und andere danach streben, ihre Einsatzmöglichkeiten zur Zerstörung von amerikanischen Ressourcen im Weltraum zu verbessern. Mit der Zeit würde das die Bedrohung der gesamten im Weltall stationierten Anlagen der USA stark erhöhen. Anlagen für den Geheimdienst, die Kommunikation, die Überwachung, die Zielausrichtung und die Navigation, die bereits im Weltall stationiert sind und von denen das Verteidigungsministerium abhängt, um Militärabläufe zu steuern und zu kontrollieren, würden zunehmend einer erheblichen Gefahr ausgesetzt werden. Folglich wäre die Bewaffnung des Weltraums ein klassischer Fall von einem Versuch zur Lösung eines Problems, der ein viel größeres Problem verursachen würde.

Fairlamb hält außerdem fest:

Das Obama-Regime lehnte 2008 Angebote aus Russland und China ab, alle Waffen im Weltraum zu verbieten, da es nicht überprüfbar sei, nicht das Verbot von Entwicklung und Lagerung von Weltraumwaffen enthalte und sich nicht mit Weltraumwaffen, die am Boden stationiert sind, befasse, wie beispielsweise gelenkten Anti-Satelliten-Raketen.

Anstatt nur die Vorschläge anderer zu kritisieren, sollten sich die USA an den Bemühungen beteiligen und die harte Arbeit leisten, ein Abkommen zur Kontrolle von Weltraumwaffen auszuarbeiten, welche unsere Bedenken behandelt und verifizierbar macht. Ein rechtsverbindlicher, internationaler Vertrag, der die Rüstung des Weltraums verbietet, sollte das Ziel sein (https://thehill.com/opinion/national-security/536774-the-us-should-negotiate-a-ban-on-basing-weapons-in-space?rl=1).

Bleibt zu hoffen, dass Menschen guten Willens dies eines Tages erreichen!

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Lena Rixinger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Kategorien: Frieden und Abrüstung, Meinungen, Nordamerika
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