Lana Del Rey – Statement gegen Hass und Xenophobie

26.11.2019 - Sabine Schmitz

Lana Del Rey – Statement gegen Hass und Xenophobie
(Bild von Youtube)

Lana Del Rey – Norman Fucking Rockwellein Plädoyer für die Liebe und die Bejahung des Lebens in düsteren Zeiten

Mit ihrem aktuellen sechsten Album, kurz NFRgenannt, etabliert sich Lana Del Rey endgültig als Meisterin des Fachs „Artpop“. Was 2010 mit „Video Games“ begann und bereits zwei Jahre später im Album „Born To Die“ gipfelte bringt sie nun mit „NFR“ dermaßen auf den Punkt, dass sprichwörtlich kein Auge trocken bleibt. Fast nebensächlich zu erwähnen, dass Lana Del Rey nahezu alle Songs selbst geschrieben hat, eine weitere Sidenote, dass das Album teilweise in den von Jimi Hendrix gegründeten Electric Lady Studios in New York eingespielt wurde und vielleicht gerade deshalb den Spirit der Psychedelic-Era atmet.

Dies ist aber natürlich auch der Produktion von Jack Antonoff (u.a. Lorde, Taylor Swift) geschuldet, der subtil Elemente wie Trip-Hop-Beats oder Hall-Effekte in den bekannten DreamPop einfließen lässt. Bereits die Vorab-Single Mariners Apartment Complex“ ließ erkennen, wohin die Reise geht, aber spätestens mit dem neunminütigen „Venice Bitch“ setzt Lana Del Rey ein klares Statement für die Kunst und gegen deren Vereinnahmung durch Konventionen aller Art. „NFR“ ist jedoch auch mehr das Werk einer Dichterin denn einer bloßen Pop-Sängerin, vergleicht sie sich doch in Hope is a DangerousThing…mit Sylvia Plath, einer Ikone feministischer Dichtkunst, die 1963 freiwillig aus dem Leben schied.

Der stärkste Song des Albums ist aber „Doin Time“, eine Coverversion des Klassikers „Summertime (and the livinis easy)“. Das Lied aus der Oper „Porgy and LanBess“, die das triste Leben von Afroamerikanern im 19. Jahrhundert schildert, bekommt hier eine völlig neue Dimension. George Gershwin hat es Lana Del Rey in gewisser Weise auf den Leib geschrieben, wiewohl er nicht wissen konnte, dass es dereinst eine Sängerin so melancholisch interpretieren würde. „NFR“ ist bei aller Verlorenheit und stets fern wirkender Sehnsucht ein Plädoyer für die Liebe und die Bejahung des Lebens – auch in düsteren Zeiten.

Nachsatz: Nach Fertigstellung des Albums hat Lana Del Rey unter dem Eindruck der Schusswaffen-Massaker von El Paso, Texas und Dayton  mit „Looking forAmerica“ ein Statement gegen Hass und Xenophobie eingespielt – hörenswert!

https://lanadelrey.com

Artikel von Leo K. 

Kategorien: Europa, Gewaltfreiheit, International, Kultur und Medien, Kunst, Nordamerika, Unkategorisiert, Vielfalt
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