Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor für Chile

21.10.2019 - Maga Navarrete

Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor für Chile
(Bild von maga navarrete)

Wer hätte es je gedacht? 

Neunzehnhundertdreundsiebzig, putschte das  chilenische Militär gegen die gewählte, fortschrittliche, sozialistische Regierung Salvador Allendes, die gute Kontakte zur damaligen DDR hatte und auch von den fortschrittlichen Kräften des damaligen Westberlins  unterstützt wurde. Nach dem brutalen Putsch der amerikanischen Marionette Pinochet, standen auf beiden Seiten des Brandenburger Tors, durch eine Mauer getrennt, die Menschen und zeigten ihre Solidarität mit dem leidenden und sich wehrenden Volk von Chile. Dort wurde jeder Protest mit Gewalt des Militärs auf barbarische Art unterbunden und bis heute noch sind tausende von Demokraten verschwunden.

Heute stehen wieder junge Menschen vor dem Brandenburger Tor und erklären ihre Solidarität mit den Chilenen, einem Volk, das so lange unter dem Allmachtsanspruch der  USA gegenüber Lateinamerika und unter Diktatoren zu leiden hatte. Bis jetzt zeigte die chilenische Regierung unter Piñera nicht ihr wahres Gesicht. Aber nun sind wieder Soldaten auf den Straßen und die Menschen kämpfen friedlich für ihre Rechte. Provokateure und Kriminelle nutzen die Lage um Unruhe zu stiften.

Wie damals dienen sie als Vorwand bewaffnete Soldaten auf die Straßen zu schicken und es herrscht eine Ausgangssperre. Zur Zeit sind ungefähr 1900 Chilenen im Gefängnis.

Allerdings ist nun auch eine neue Generation junger Menschen herangewachsen, die durch soziale Medien vereint ihrem Willen nach Freiheit und Demokratie Ausdruck verleihen können. Erneut erklingen unter dem Brandenburger Tor die gleichen Lieder von Victor Jara, Intillimani und Sol Lluvia 1970 – 1989 wie zu Zeiten der Diktatur.

Wer hätte nach dem Sturz von Pinochet je gedacht, dass wir so etwas noch einmal erleben müssen?

Bedauerlicherweise müssen wir allerdings weltweit sehen, wie längst todgeglaubte Geister wieder aufstehen. Kriegstreiber in den USA, der Türkei und China/Hongkong und in Deutschland die Neonazi machen sich erneut breit, Rassismus und Homophobie sind in vielen Ländern der Welt weit verbreitet und die Natur steht nicht nur am Amazonas mit dem Rücken zur Wand.

Allerdings wird jetzt von der jungen Generation ein kräftiges Votum für die Zukunft, für Demokratie, Umwelt und Freiheit gegeben. Dieses Votum erfolgt gewaltlos und nur die, denen etwas zu nehmen ist, setzen Gewalt ein.

Aber durch die Globalisierung wird weltweit die Maske der Diktatoren von ihren Gesichtern gerissen und die Zahl derer, die sich die anhaltenden sozialen Missstände, Meinungsunterdrückung, den Rassismus und Umweltzerstörung nicht mehr bieten lassen, wächst ständig.

Es ist bedauerlich, dass auch heute noch Menschen dafür ihr Leben lassen müssen. Aber die Menschen begehren auf und  sie wollen eine Zukunft die geprägt ist von einem Leben mit der Natur, der Freiheit und dem Respekt vor dem Anderen.

Dieses Ziel wurde auf der Demonstration in Berlin, auf der sich gut 700 Chilenen, die in dieser relativ weltoffenen, bunten Stadt ihre Heimat gefunden haben und solidarischen Berlinern deutlich vorgetragen.

Die überwiegend jungen Teilnehmer der Demonstration, betonten ihren gewaltfreien Ansatz.  Sie verlangten auf ihren Transparenten eine Änderung des Sozialsystems, eine Umverteilung des Vermögens sowie die Schaffung demokratischer Strukturen, den Respekt vor den Rechten indigener Völker und natürlich den Abzug des Militärs und die Beendigung der Ausgangssperre.

Hoffen wir, dass sich auch in anderen Teilen der Welt, wie hier an diesem Ort vor dem Brandenburger Tor schon einmal geschehen, die Stimme des Volkes durchsetzt und eine freiere, gerechtere Welt entstehen mag.

Reiner Helmuth & Magaly Navarrete

Kategorien: Fotoreportagen, Politik, Südamerika
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