Tomás Hirsch: Gedenken an die Opfer der chilenischen zivil-militärischen Diktatur

16.09.2019 - Tomás Hirsch

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch verfügbar.

Tomás Hirsch: Gedenken an die Opfer der chilenischen zivil-militärischen Diktatur
(Bild von Oleg Yasinsky)

Wir veröffentlichen hier die Hommage, die der humanistische Abgeordnete am 11. September im chilenischen Parlament vorgetragen hat:

„Am 11. September jährt sich zum 46. Mal der zivil-militärische Putsch, mit dem die verfassungsmäßige Regierung von Salvador Allende gestürzt wurde. Dieser Putsch führte zur längsten und grausamsten Diktatur in unserer nationalen Geschichte.

An diesem Tag können sich viele von uns der Erinnerung an die Opfer der Repression und ihre Familien nicht entziehen, die bis heute für Wahrheit und Gerechtigkeit kämpfen. Anerkennung für diejenigen, die jahrzehntelang darauf gewartet haben, zu wissen, wo ihre Kinder, ihre Eltern und ihre Partner sind.

Sie sind der größte Ausdruck der Würde des chilenischen Volkes, von Tausenden von Menschen, die trotz des Versuchs, die Erinnerung zu löschen, die Geschichte durch Verleugnung, Schweigen oder Bildungspolitik zu verbergen oder zu unterdrücken, nicht vergessen.

Auch in diesem Jahr zeigen uns Tausende von Menschen im ganzen Land, dass die Erinnerung beständig ist, dass sie diejenigen antreibt und stärkt, die nach Gerechtigkeit streben. Die Geschichte erfordert, dass wir uns erinnern, um zu verstehen, was wir sind und zu definieren, was wir wollen und was wir sein können.

Zusammen mit der bitteren Erinnerung an die Bombardierung von La Moneda werden die Bilder und Stimmen derer wach, die nicht mehr unter uns sind. Die letzte Rede von Präsident Allende, der feige Angriff auf das Haus in der Straße Tomás Moro, die Verfolgung des verfassungstreuen Militärs in der Kriegsakademie, die Folterungen und Morde in der Villa Grimaldi oder in der Simón Bolivar-Kaserne, die Todesflüge auf dem Flugplatz Tobalaba oder die Ausrottung der Bewohner in den Müllwagen in der Villa San Luis de Las Condes.

Aber wenn wir uns wieder mit diesem Schmerz verbinden, treffen wir uns auch mit denen, die noch in unserer Erinnerung sind. Mit denen, die uns daran erinnern, dass es vor dem Staatsstreich ein Chile mit einer besseren Vergangenheit gab und die uns inspirieren, die Zukunft zu gestalten.

Die ruhige Stimme von Präsident Allende ist immer noch im Gewissen des chilenischen Volkes präsent. Diejenigen, die nicht mehr hier sind, inspirieren neue Generationen, eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft zu schaffen.

Und mit ihnen wird es uns aus Hoffnung und Erinnerung wieder gelingen, die Kultur der Angst, des Todes und der Gewalt zu besiegen.

Im Namen so vieler, im Namen der Humanisten, und ich möchte im Namen dieser Kammer sagen – obwohl sie leer ist und sie das nicht auf den Kamerabildern sehen können – und so notwendig wäre eine Hommage von dieser ganzen Abgeordnetenkammer an diejenigen, die so viele Menschenrechtsverletzungen erlitten haben, an die Tausende und Abertausende von Häftlingen, die an diesem 11. September für immer verschwunden sind, verbannt und gefoltert wurden, für alle von ihnen unser Tribut und unsere Erinnerung für immer.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Hannah aus dem ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Kategorien: Menschenrechte, Südamerika
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