Abkommen von Escazú: die ersten 12 Unterschriften des lateinamerikanisch-karibischen Vertrages zur Verteidigung der Umwelt

01.10.2018 - Pressenza München - Riccardo Noury

Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar.

Abkommen von Escazú: die ersten 12 Unterschriften des lateinamerikanisch-karibischen Vertrages zur Verteidigung der Umwelt

Am 27. September haben anlässlich der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Länder Argentinien, Antigua und Barbuda, Brasilien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Guyana, Mexiko, Panama, Peru, Santa Lucia und Uruguay das Abkommen von Escazú unterschrieben.

Das Abkommen wurde am 4. März diesen Jahres in Escazú, einer zur Metropolregion und Hauptstadt von Costa Rica San José gehörenden Provinz, von Vertretern von 24 lateinamerikanischen und karibischen Ländern beschlossen. Es stellt den ersten verbindlichen Schritt zum Schutz des Rechtes auf Information, auf Partizipation und Zugang zu Gerechtigkeit im Bezug auf Umweltfragen dar. Zudem enthält es präzise Bestimmungen zum Schutz von Leib und Leben von Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten.

Damit das Abkommen von Escazú in Kraft tritt, muss es bis zum 27. September 2020 von mindestens 11 Ländern ratifiziert werden. Ein Ziel, das durchaus erreichbar ist, sogar noch vor Ablauf dieser Frist.

Die Ratifizierung und Umsetzung würde bedeuten, dass genau die Menschen, die sich für Umweltschutz und damit verbundene Menschenrechte in den gefährlichsten Regionen der Welt einsetzen, nun auch selber geschützt werden und dass alle Stimmen bei Entscheidungen im Bezug auf Umwelt- und Klimafragen gehört werden.

Alleine vergangenes Jahr gab es 207 registrierte Morde an meist indigenen Aktivisten, die ihre Gemeinden, Flüsse, Wälder und Ressourcen vor Raubbau durch Megaprojekte und Großindustrie schützen wollten (Quelle: Global Witness). Um die 60 Prozent davon entfielen auf diese Region, in der sich die sogenannte Lunge der Erde befindet – der Amazonas Regenwald.

Das Abkommen von Escazú wird auch als „Principle 10 Agreement“ bezeichnet, da es sich auf Grundsatz 10 der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung von 1992 bezieht. Es wurde über sechs Jahre lang mühsam verhandelt und stellt einen Meilenstein im Kampf für eine gesunde intakte Umwelt für zukünftige Generationen dar.

Angesichts der Tatsache, dass sich 80% der verbleibenden Biodiversität unseres Planeten auf indigenen Gebieten befinden, könnte dieses Abkommen für uns alle wichtiger nicht sein.

 

Weitere Informationen / Quellen:

– Artikel von Nachrichten Welt: Treffen zwischen den Ländern für das Escazú-Abkommen – Umwelt – Leben

– Artikel von Amnesty International (Englisch): Americas: Historic environmental and human rights treaty gains momentum as 12 countries sign

– Vertragstext des Escazú-Abkommens (Englisch): 

www.accessinitiative.org/sites/default/files/regional_agreement_on_access_to_information_-_costa_rica.pdf

 

Kategorien: Indigene Völker, Menschenrechte, Mittelamerika, Ökologie und Umwelt, Südamerika
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