US Militärausgaben: der Elefant im Raum

08.07.2016 - New York, USA - David Andersson

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Italienisch, Griechisch verfügbar.

US Militärausgaben: der Elefant im Raum

Kürzlich war ich eingeladen zu einer Podiumsdiskussion, organisiert von Pressenza beim Global Media Forum der Deutschen Welle, über Waffenindustrie und Ethik. Während der Vorbereitungen zu meiner Präsentation und dem Zusammenstellen der Daten über die US Militärwirtschaft und ihrer Präsenz in der Welt, passierte etwas mit meiner Glaubensvorstellung. Ich glaubte immer, dass wenn wir nur weiter für den Frieden und die Gewaltlosigkeit arbeiteten, wir fähig sein würden, Konflikte zu überwinden und Kriege abzuwenden. Heute ist dieser Glaube verloren gegangen. Die Welt steht in Flammen, Konflikte und Gewalt nehmen auf allen Kontinenten zu und die Friedensbewegung der Sechziger ist fast nicht mehr existent.

Woher kam mein Glaube? Wie konnte ich nur so naiv sein? Als Humanisten haben wir einige universelle Prinzipien, die uns helfen, Licht auf eine komplizierte Situation zu werfen. Eines dieser Prinzipien lautet: „Du wirst Deine Konflikte verschwinden lassen, indem Du ihre tiefsten Wurzeln verstehst, nicht indem Du sie zu lösen versuchst.“ Wir wollten Krieg mit Frieden lösen, aber ohne dass wir begriffen hätten, woher die Kriege eigentlich kommen. Warum nimmt die Kriegswirtschaft weiterhin zu? Die USA, zum Beispiel, gaben dieses Jahr 50 Prozent mehr für das Militär aus als auf der Höhe des Kalten Krieges und des Vietnam Krieges. Die Welt insgesamt gibt etwa 2% ihres Gesamthaushaltes für Militär aus, die USA ungefähr 4%. Warum sind diejenigen Länder, die den UN Sicherheitsrat bilden gleichzeitig die größten Verkäufer von Waffen und Militärgütern? Es wurde mir klar, dass wir in der Welt keinen Frieden sehen werden, wenn wir diese Fragen nicht beantworten.

Und nun zum Elefanten im Raum. Um es kurz zu machen, 93% der Atomwaffen der Welt sind in den Händen der USA und Russlands. Die USA geben 1 Billiarde US Dollar im Jahr fürs Militär aus, so viel wie die nächsten zehn Nationen zusammen, drei bis fünfmal so viel wie China (abhängig davon wie man zählt) und sieben bis neunmal so viel wie Russland. Die USA haben beinahe 800 Militärbasen in mehr als 70 Ländern. Großbritannien, Frankreich und Russland, im Vergleich dazu, haben zusammen nur etwa 30 ausländische Stützpunkte. Die Top 100 Vertragspartner des Pentagon erhielten 2015 Verträge in Höhe von 175,1 Milliarden US$. Lockheed Martin war in diesem Jahr der größte Einzelvertragspartner der US Regierung, den Rest des Feldes weit anführend mit 36,2 Milliarden US$. Der nächste Konkurrent war Boeing mit 16,6 Milliarden US$. Um die Situation noch schlimmer zu machen, geben die USA Ländern wie Israel, Ägypten und Jordanien 5,7 Milliarden US$ finanzielle Hilfe, um Waffen zu kaufen (Video von CNN). Das ist dieselbe Methode, die von Drogendealern verwendet wird, die sich einen Markt in der Nachbarschaft aufbauen wollen: Verteile gratis Drogen an Kinder und mache sie damit zu Abhängigen! Die USA und ihre Konzerne zwingen Länder, auf die eine oder andere Weise, Waffen zu kaufen.

Bis die USA nicht ihr Geschäft mit dem Krieg ändern, werden wir keinen Frieden sehen. Da ist keine Ethik in diesem Geschäft. Der einzige Vorschlag, den ich machen kann, um dieses Problem an seiner Wurzel anzupacken, ist, die US Kriegswirtschaft unprofitabel zu machen #WarUnprofitable. Wir brauchen einen universellen Boykott aller Firmen und Banken, die ins Militärgeschäft verwickelt sind, so wie Lockheed Martin, Boeing und Intel. Das ist das einzige Argument, das sie verstehen. Wir müssen einen Weg finden, wie wir ihr Geschäft des Krieges unprofitabel machen können.

Im nächsten Artikel werden wir über Erfahrungen berichten, die erfolgreich waren, wie zum Beispiel die Kampagne, über die Jürgen Grässlin beim Forum erzählte, „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ in Deutschland, und die weltweite Kampagne gegen Apartheid in den Neunzigern. Das „Geschäft“ der Apartheid in Südafrika wurde teilweise dadurch unprofitabel, dass US Studenten ihre Universitäten zwangen, nicht mehr in Firmen, die Geschäfte mit Südafrika machen, zu investieren.

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Kategorien: Frieden und Abrüstung, Meinungen, Nordamerika
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