Stellen wir uns der Herausforderung des Friedens

28.07.2016 - Berlin - Reto Thumiger

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Stellen wir uns der Herausforderung des Friedens
Friedenszeichen in Budapest, Ungarn (Bild von Pressenza Archiv)

Werfen wir erst einmal einen Blick in das aktuelle Jammertal, um ihn danach auf eine mögliche bessere Zukunft erheben zu können.

Das transatlantische Verteidigungsbündnis expandiert schon seit längerem und lässt seine Muskeln spielen. Russland und auch China fühlen sich bedroht und versuchen ihren regionalen Einflussbereich mit allen Mitteln zu sichern. Die USA haben mit einer Modernisierung ihrer Atomwaffenbestände begonnen, geschätzte Kosten bis zu einer Billion US-Dollar. Betroffen von einer Modernisierung sind auch die stationierten Atomwaffen in Deutschland. Der Kalte Krieg ist wieder in aller Munde und auch hier scheint eine rasante „Klima-Erwärmung“ statt zu finden. Die USA drängen die NATO-Mitgliedsländer ihre Militärausgaben auf 2% des BIP zu erhöhen. Weltweit liegen die Rüstungsausgaben aktuell bei 1.700 Milliarden Dollar. „Die Welt ist überrüstet und der Frieden unterfinanziert“, wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon treffend formuliert hat.

Frieden wird einem nicht geschenkt

Damit noch nicht genug. Das Desaster im Mittleren Osten ist ein Trauer-Spiel ohne Ende, das zu großen Flüchtlingsbewegungen, ertrinkenden Menschen im Mittelmeer, religiösem Fanatismus und zu Brutstätten von Terrorgruppen führt. Das Nato-Mitglied Türkei erhält eine Carte blanche und seine größenwahnsinnige Regierung startet gerade so richtig durch. Gewaltexzesse beherrschen die täglichen Nachrichten, ob es sich dabei um Amokläufe, Terroranschläge von Einzeltätern oder von Terrornetzwerken wie dem IS handelt, spielt dabei keine so große Rolle. Bleibt vielleicht noch hinzuzufügen, dass die Friedensbewegung weltweit schwächelt und von internationalen Mobilisierungen wie 2003 gegen den Irak-Krieg nur träumen kann.

Wie bei so vielem in dieser Welt wird einem auch Frieden nicht geschenkt. Und Frieden ist nicht gleich Abwesenheit von militärischen Konflikten. Frieden ist eine zunehmende Überwindung der Gewalt in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen, sei es körperliche Gewalt, wirtschaftliche Gewalt, Unterdrückung, Diskriminierung, Fanatismus etc.

Kein Frieden ohne Versöhung

Nicht aus Zufall trägt der Weltkongress, der vom ‚International Peace Bureau‘ in Berlin vom 30.09. – 02.10. angesetzt ist, das Motto: „Für eine Atmosphäre des Friedens“. Sich für den Frieden einsetzen, bedeutet der Kontamination der Gewalt in der Gesellschaft und in der persönlichen Umgebung entgegenzutreten und eine Atmosphäre der Toleranz und Gewaltfreiheit zu schaffen. Hoffnung verbreiten, hilfsbereit sein, solidarisch zusammenstehen, für einander einstehen, aufeinander zugehen, offen kommunizieren, Vorurteile ansprechen und Konflikte gewaltfrei lösen. Dann und eigentlich erst dann macht es richtig Sinn auch auf die Straße zu gehen und unsere PolitikerInnen, von den Wirtschaftsinteressen der Waffenlobby geleitet, davon abzuhalten an der Gewaltspirale weiterzudrehen und die Menschheit ins globale Desaster zu führen.

Stellen wir uns der Herausforderung des Friedens. Berlin scheint uns der richtige Ort dafür zu sein und dieser Friedenskongress der richtige Anlass, um weltweit am Vortag des internationalen Tag der Gewaltfreiheit (Mahatma Gandhis Geburtstag), den 1. Oktober zu einem lebenden Friedenszeichen aufzurufen. Es soll ein menschliches Zeichen für Frieden und Gewaltfreiheit sein, ein Akt der individuellen Versöhnung. Denn ohne Versöhnung gibt es keinen Frieden!

Die Suche nach dem Frieden beginnt im eigenen Herzen und muss in die Welt und auf die Straße getragen werden. Dort werden wir uns hoffentlich treffen…

Kategorien: Frieden und Abrüstung, Gewaltfreiheit, Humanismus und Spiritualität, International, Meinungen
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