Am Samstag, dem 7. März, unterstützte die griechische Ausgabe der internationalen Nachrichtenagentur Pressenza eine wichtige Solidaritätsaktion in der Gemeinde Chalandri (nordöstlich von Athen) unter dem Motto „Kuba ist nicht allein!“.

Dutzende Einwohner:innen von Chalandri spendeten Medikamente und Lebensmittel, um ihre Solidarität mit dem kubanischen Volk zu bekunden, das seit Anfang 1966 – Jahre nach Inkrafttreten des US-Embargos – mit den härtesten Sanktionen konfrontiert ist.

Am selben Abend sprach Takis Politis, Professor am Fachbereich Digitale Systeme der Universität Thessalien, per Videokonferenz aus Santa Clara (Kuba), wo er derzeit als Gastprofessor tätig ist. Die Veranstaltung fand in einem Raum im Obergeschoss des Jugendzentrums der Gemeinde statt. In seinem Beitrag schilderte er die aktuelle Situation in Kuba unter den Bedingungen des strengen Ölembargos.

Nach Angaben von Professor Politis steht Kuba derzeit vor erheblichen Problemen bei der Stromversorgung, im Transportwesen und sogar bei der Zubereitung von Mahlzeiten in den Haushalten. Gleichzeitig fördern diese Schwierigkeiten Einfallsreichtum und sozialen Zusammenhalt. Das soziale Bewusstsein sei sehr ausgeprägt und durchdringe die gesamte kubanische Gesellschaft – auch jene Teile, die der Regierung besonders kritisch gegenüberstehen.

In Kuba sei deutlich zu erkennen, dass dem Kollektiv Vorrang vor dem Individuum eingeräumt werde. Während in der westlichen Welt meist die Individualität im Vordergrund stehe, setzten die Bewohner:innen der Insel stärker auf kollektives Bewusstsein und gemeinsames Handeln.

Politis berichtete, dass auf den Straßen von Santa Clara täglich diejenigen, die über Mobilität verfügen – sei es mit dem Auto, zu Pferd, mit einem Elektro-Dreirad oder mit dem Fahrrad –, versuchen, möglichst vielen Mitmenschen zu helfen, die diese Möglichkeit nicht haben.

Die Universitäten des Landes bieten seit drei Wochen Fernunterricht an. Diese Umstellung des Bildungsmodells bedeutet jedoch nicht, dass der Unterricht eingestellt wurde. Gleichzeitig beteiligen sich Studierende, die nicht in Santa Clara selbst, sondern in umliegenden Dörfern und Städten leben, an Selbsthilfe- und gemeinnützigen Initiativen in ihren Gemeinden. Besonders unterstützen sie Lehrer:innen der Grund- und Sekundarschulen bei Kursen, die normalerweise in den Schulen stattfinden.

Darüber hinaus waren in der vergangenen Woche Mitarbeiter:innen, Studierende und Dozent:innen der Universität von Santa Clara im städtischen Krankenhaus im Einsatz. Dort übernahmen sie Aufgaben des Reinigungspersonals, das wegen fehlender öffentlicher Verkehrsmittel nicht zur Arbeit kommen konnte.

„Das Bild von Universitätsstudent:innen – darunter auch der Rektor der Universität –, die mit handgefertigten Besen das Krankenhaus ihrer Stadt reinigen, ist im Westen ungewöhnlich. Diese Situation zeigt nicht nur eine andere Mentalität und eine bemerkenswerte Bescheidenheit der kubanischen Studierenden, sondern macht auch deutlich, dass bestimmte Konzepte in Kuba in einem ganz anderen gesellschaftlichen Kontext stehen als in der westlichen Welt.

In Kuba gilt gemeinnützige Arbeit als unveräußerliche soziale Verpflichtung – eine Aufgabe, die von der gesamten Bevölkerung mit großem Engagement erfüllt wird. Im Westen hingegen ist gemeinnützige Arbeit häufig eine von Gerichten verhängte Maßnahme.“

Zur Energiekrise erklärte der Professor außerdem, dass viele Menschen ihre Photovoltaikanlagen der Regierung zur Verfügung gestellt hätten, damit diese sie zentral verwalten und dort einsetzen könne, wo sie am dringendsten benötigt werden. Vorrang hätten dabei Krankenhäuser und andere sensible Einrichtungen, die auf eine kontinuierliche Stromversorgung angewiesen sind.

Auch im Alltag hätten sich die Menschen angepasst. Viele Familien hätten ihre Ernährungsgewohnheiten verändert und nutzten nun häufiger Kohle zum Kochen. Straßenbarbecues florierten, und Nachbar:innen helfen einander, Mahlzeiten für sich selbst und für ärmere Menschen zuzubereiten.

In dem Video, das er den Organisator:innen der Veranstaltung schickte, fügte Politis außerdem einen kurzen Ausschnitt aus einer der letzten öffentlichen Reden von Fidel Castro ein, in der der kubanische Führer erklärte:

„Unser Land hat niemals in Flugzeugträger oder Bomben investiert, um andere Völker oder Städte anzugreifen. Unser Land besitzt keine nuklearen, chemischen oder biologischen Waffen. Stattdessen bildet es eine Armee von Ärzten aus, um Leben zu retten. Wir werden niemals präventive, repressive oder andere Interventionen in den entlegensten Regionen der Welt durchführen. Im Gegenteil: Wir werden Ärzteteams entsenden, um Leben zu retten.“

Kuba habe die Beständigkeit dieser Worte unter Beweis gestellt, betonte Politis. So entsandte das Land 2014 während des Ebola-Ausbruchs medizinische Missionen nach Guinea, Sierra Leone und Liberia. Im Jahr 2020, während der Coronavirus-Pandemie, schickte Kuba zudem die erste medizinische Brigade nach Bergamo in Italien.

Diese bemerkenswerte kubanische Gesellschaft, die Widerstandsfähigkeit, Empathie und Altruismus zeigt, sei genau das, was die Regierung von Donald Trump zu brechen versuche.

Die Veranstaltung am Samstag, dem 7. März, wurde von der Initiative zur Solidarität mit dem kubanischen Volk sowie vom Kulturverein „José Martí“ – Solidarität mit Kuba organisiert und von zahlreichen weiteren Organisationen unterstützt.

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!