Die Atomwaffenverbotsinitiative, die am 23. Dezember 2025 eingereicht wurde, ist mit 105’674 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Das hat die Bundeskanzlei heute mitgeteilt. Die Bevölkerung wird also über den Schweizer Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag, dem wichtigsten Abrüstungsvertrag unserer Zeit, abstimmen.

Die Schweiz, die direkt an der Ausarbeitung des Vertrags beteiligt war, weigert sich bis heute, dem Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) beizutreten. Dabei nahm das Bundesparlament 2018 einen Vorstoß von SP-Ständerat Carlo Sommaruga, Co-Präsident der Allianz hinter der Initiative, der den Beitritt forderte, deutlich an. «Der Bundesrat hat diesen Beitritt aus angeblichen außenpolitischen Gründen abgelehnt. In Wirklichkeit wurden jedoch der Wille des Parlaments und die Meinung einer großen Mehrheit der Bevölkerung ignoriert», erklärt Noemi Buzzi, politische Sekretärin der GSoA.

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 befürworten 72 % der Bevölkerung einen Beitritt der Schweiz zum TPNW. «Der TPNW ist der wichtigste Abrüstungsvertrag unserer Zeit. In einer Zeit, in der Großmächte mit nuklearer Abschreckung drohen und damit jeden Friedensprozess verhindern, ist es dringend notwendig, dass die Schweiz diesem Vertrag beitritt», fügt Florian Eblenkamp von ICAN hinzu.

Nach 18 Monaten der Unterschriftensammlung – überschattet von Skandalen anderer Initiativkomitees, die bezahlte Unterschriftensammler einsetzten und erschwert durch von der Bundeskanzlei verschärfte Regeln bzgl. Gültigkeit – gelang es der Allianz für ein Atomwaffenverbot im Dezember 2025, die Initiative einzureichen. «Die Allianz, die sich aus Dutzenden von Organisationen und Parteien zusammensetzt, hat hart gearbeitet. Wir freuen uns, dass die Schweiz endlich über die Selbstverständlichkeit abstimmen kann, die der Beitritt zu diesem Vertrag darstellen sollte», ergänzt Noemi Buzzi.

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