Unser Gespräch mit Lama Michel Rinpoche fand im Albagnano Healing Meditation Centre oberhalb von Verbania am Lago Maggiore statt. Das vollständige Interview wird in 4 Teilen auf Pressenza veröffentlicht, dieses ist der vierte und letzte Teil. Links zu den anderen Teilen am Ende.
Pressenza: Du hast ein wunderbares Buch geschrieben: „Dove vai così di fretta?“ (Wohin so eilig?). Wie können wir entschleunigen oder innehalten zum Meditieren in einer Welt, die Eile, Schnelligkeit, Beschleunigung, Entropie prämiert? Vielleicht ist es eines der Grundprobleme der Menschen zu glauben, dass der Tod „das Ende von allem“ ist. Vielleicht hat die Angst vor dem Tod mit der Eile zu tun, mit der Gewalt, mit dem Alles-an-sich-reißen, was man kann, weil es kein Danach gibt?
Lama Michel Rinpoche: Die Angst vor dem Tod scheint mir als Gedanke zu weit vorzugreifen. Da sind wir noch nicht, wir haben grundlegendere Probleme, die zu dieser Eile führen, es liegt mehr im System. Unsere Art zu leben, mit diesem Gefühl, wir müssten rennen, rennen, rennen und pausenlos etwas tun, wird nicht durch einen konzeptionellen Prozess verursacht, durch einen Gefühlszustand, etwas, das wir denken oder tun, sondern durch einen bestimmten Lebensstil.
Geben wir ein Beispiel. Stellen wir uns vor, wir haben eine Arbeit, für die wir ins Büro gehen und ein Dokument lesen müssen, eine Zusammenfassung erstellen und Entscheidungen treffen. In der Regel sind 2-3 Stunden nötig, um es gut zu machen, ich habe 4-6 Stunden zur Verfügung, also kann ich es gut machen. Ich beginne, das Dokument zu lesen, und während ich lese, kommt ein Kollege mit einem anderen Dokument und legt es mir vor. Was soll ich tun? Meine bisherige Arbeit unterbrechen und das neue Dokument ansehen. Ich gucke, worum es geht, und kehre zur vorigen Arbeit zurück. Ich versuche mich wieder darauf zu konzentrieren, nach kurzer Zeit kommt etwas anderes dazwischen. Ah, dies ist wichtig, aber ich beschließe, es danach zu machen. Ich konzentriere mich wieder, da kommt eine andere Sache.
Da alle fünf Minuten etwas Neues dazwischen kommt, habe ich am Ende des Tages das Gefühl, nicht genug Zeit zu haben für das, was ich tun muss. Mein Zeitmangel entsteht aber nicht, weil objektiv Zeit fehlt, sondern weil mein Raum voll von zu vielen anderen Informationen ist und ich es nicht schaffe, sie alle zu bearbeiten, es sind zu viele. Auch weil unser System allgemein gesagt dem Priorität zuweist, was neu kommt, was ich sehe, was ich höre. Wenn ich eine Sache tue und es kommt eine andere dazwischen, wird die Priorität auf Letztere gerichtet.
In den Vereinigten Staaten wurde kürzlich in einer Studie untersucht, wie oft wir unterbrochen werden, im Büro zum Beispiel. Unterbrochen wovon? Von einer Message, einer E-Mail, einer Benachrichtigung, von einem Anruf, was auch immer. In den USA werden die Menschen im Büro im Durchschnitt alle 90 Sekunden unterbrochen. Denken wir an unser Leben: Wie oft tun wir etwas und werden von anderem unterbrochen? Die Studie stellt dann etwas noch Schlimmeres fest: Wenn eine Person Unterbrechungen gewohnt ist und dann nicht mehr unterbrochen wird, was tut sie dann? Sie unterbricht sich selbst! Du bist da und tust etwas, und irgendwann hast du das Gefühl, dass du etwas anderes machen musst.
Das ist nicht die einzige, aber eine der Ursachen für die Hektik, den Zeitdruck, denn der Zeitmangel wird nicht durch fehlende Zeit auf der Uhr verursacht. Es sind die zu vielen Informationen und zu vielen Dinge, die verarbeitet werden müssen, also bleiben wir an der Oberfläche und haben das Gefühl, dass man nie genug Zeit hat, um die Dinge richtig zu machen, dass es nie gelingt, etwas zu vertiefen, die Dinge gut zum Abschluss zu bringen. Das wird nicht durch Mangel an Zeit oder an Bewusstsein verursacht, und auch nicht dadurch, dass ich alles tun will, weil ich bald sterben muss. Denn wenn jemand das Bewusstsein für den Tod entwickelt, führt das zu einem anderen Ergebnis, nämlich die eigenen Prioritäten zu überdenken. Und das wäre eine sehr gute Sache.
Wenn ich die Diagnose erhalte, dass ich bald sterben muss, dann reagiere ich, indem ich Meetings absage, mit meinen Kindern spreche, mit denen ich lange nicht gesprochen habe, versuche, meine Angelegenheiten zu regeln, meine Prioritäten zu überdenken, und das ist eine gesunde Sache. Statt dessen werden wir von einer enormen Informationsflut bombardiert und haben eine Abhängigkeit davon entwickelt, auch weil Neuheiten zu den Dingen gehören, die Dopamin erzeugen.
Es gibt vier Dinge, die Dopamin erzeugen: Klang, Bewegung, Farbe und Neuigkeiten. Wenn wir die Aufmerksamkeit eines kleinen Kindes anziehen wollen, was nutzen wir dann? Klänge, Bewegung, Farben und Neuigkeiten. Was haben wir in den Handys? Klang, Farbe, Bewegung und Neuigkeiten. Der Inhalt interessiert uns in der Regel nicht, uns interessiert, dieses innere Gefühl zu befriedigen, jene Leere, die entsteht, und jenes Bedürfnis nach einem angenehmen Gefühl. Und das ist die Geschichte des perfekten Dopamins.
Dieses Gefühl der Eile also, mit dem wir heute leben, wird von dem stark ungesunden Lebensstil verursacht, der uns heute prägt. Um daraus auszubrechen, müssen wir unseren Lebensstil nicht unerheblich ändern. Wir müssen die Menge an Informationen und Reizen, denen wir ausgesetzt sind, verringern. Wir müssen uns erlauben, in der Stille zu sein. Die Stille ist äußerst wichtig, denn wir leben in einer Epoche mit dem höchsten chronischen Stressniveau unserer Geschichte.
Stress wird durch Bedrohung ausgelöst. Ich stehe vor einer Bedrohung und es tritt eine Stressreaktion ein, die richtig ist. Denn wenn eine Bedrohung vorliegt, sind wir dafür gemacht, dass wir entweder fliehen oder kämpfen oder unbeweglich verharren müssen, das sind die drei wesentlichen Reaktionen des Wesens, und der Stress ermöglicht uns diese. Der Stress erhöht also das Cortisol bei der Reaktion auf eine Bedrohung.
Warum ist zum Beispiel Haarausfall eins der möglichen Symptome, wenn ein Mensch unter chronischem Stress steht? Angesichts einer Bedrohung, wie wichtig sind da die Haare? Was wichtig ist, sind starke Arme, starke Beine, die Energie fließt also an eine andere Stelle. Das Gleiche gilt für die Fruchtbarkeit. Wie auch immer, Tatsache ist, dass unser System eine vorhandene körperliche Bedrohung, die von den Sinnen wahrgenommen wird, genau so erlebt wie eine imaginäre Bedrohung. Wenn ich also denke, morgen kann etwas passieren, versetze ich mich in eine Alarmreaktion. Was ist der wesentliche Unterschied? Dass unser System sich nach etwa 90 Sekunden umschaut und sagt: Ist die Bedrohung noch da? Nein. Also aktiviert es automatisch die Amygdala, die jene Stressreaktion beruhigt und das Cortisol absenkt, die Ruhe wieder herstellt. Wenn ich mich umschaue und sage: Die Bedrohung ist noch da, dann bleibt das System aktiviert. Wenn die Bedrohung physisch ist, ein Feuer zum Beispiel, fliehe ich weiter. Wenn das Feuer nicht mehr da ist, kann ich mich beruhigen.
Wenn die Bedrohung mental ist, besteht dann Gefahr? Ja, sie ist da. Und manchmal können wir tage-, monate- oder jahrelang in diesem aktivierten Zustand bleiben. Das hängt mit der Abhängigkeit von den Informationen ab, die wir erhalten. Was auch mit diesem Zeitdruck verbunden ist, sind unsere Schlafprobleme – wir können nicht gut schlafen. In unserem System gehört Schlafen zu den Prioritäten. Was passiert also, wenn einer nicht schläft, er hat das Bedürfnis, kann aber nicht schlafen? Weil eine Bedrohung da ist. Wenn wir uns trotz Müdigkeit nicht ausruhen, reagiert das System, indem es das Cortisol erhöht. Denn das bedeutet, dass eine Bedrohung vorliegt, ich muss also aufmerksamer sein, das Cortisol steigt und ich kann noch weniger schlafen.
Es passiert auch, dass man nicht schlafen kann, weil man zu müde ist. Das erzeugt einen Teufelskreis. Ich schlafe nicht gut, ich wache auf, ich fühle mich schlecht, die Sorge nimmt zu, und auch das erzeugt Hektik. Was tun? Die Reize verringern, sich erlauben, Stille zu erleben. Praktische Dinge: Alle Nachrichten des Telefons abstellen. Das ist kein Scherz, es ist schwer, aber es hat eine entscheidende Wirkung. Das Telefon ab und zu ausschalten, ohne Telefon aus dem Haus gehen, es in die Schublade legen, wenn du nach Hause kommst, und erst am nächsten Tag wieder nehmen, wenn du es wirklich brauchst, bis man es schafft, den Reifezustand zu erreichen, wenn man das Telefon in die Hand nimmt und sagt: Will ich das jetzt oder brauche ich es wirklich? Was muss ich tun? Ich muss einer Person schreiben, ich schreibe dieser Person und basta, und schaue dabei nicht 20 andere Dinge an. Das ist eine Sache.
Sich erlauben, bewusster zu atmen. Die Art, wie wir atmen, aktiviert das System Sympathikus/Parasympathikus. Wenn wir in die Brust atmen, mit kurzen, hohen Atemzügen, werden wir aktiver. Wenn wir tiefer, langsamer in den Bauch atmen, fördert das mehr die Ruhe, und die brauchen wir heute. Um also die Hektik zu verringern, müssen wir den Lebensstil ändern. In allen Teilen der Welt sehe ich Menschen in der gleichen Dynamik des Zeitdrucks. Und was haben sie gemeinsam? Einen Lebensstil, der längst überall verbreitet ist, in der diese enorme Reizüberflutung besteht, mit allen Konsequenzen, die da zusammenkommen.
Mein Rat ist also: Erlauben wir uns, uns zu langweilen. Denn eine Folge, die mir Sorgen macht bei dieser Hektik, ist, dass wir zwei sehr wichtige geistige Zustände immer weniger erleben: Kreativität und Intuition. Die spirituellen Dinge, die materiellen, die wissenschaftlichen und künstlerischen Dingen, wo entstehen sie? Aus der Kreativität und der Intuition. Dann kommt der ganze theoretische Teil, aber dies ist der Ausgangspunkt. Und wenn wir in diesem Zyklus aus Stress und Hektik bleiben, ermöglichen wir uns nicht die Voraussetzungen, um zur Intuition zu gelangen und kreativ zu sein.
Um also kreativ zu sein, müssen wir zulassen, uns zu langweilen. Jenseits der Langeweile entsteht Kreativität. Wir müssen zulassen, in der Stille zu sein. Wenn ein Mensch in der Stille ist – nicht nur in der physischen Stille, also ohne Klänge, ohne sinnliche Reize, nicht in der Stille, während ich lese und Videos gucke, nein, in der Stille aller Sinne – und wenn es ihm dann gelingt, eine Stille im Geiste zu schaffen, jenen inneren Dialog anzuhalten, wird automatisch das Cortisol abgesenkt. Wir brauchen die Stille, wir haben immer weniger und sie ist extrem wichtig.
Pressenza: Danke für dieses lange, interessante Interview. Möchtest du noch etwas ergänzen?
Lama Michel Rinpoche: Es gibt noch einen Punkt, der meiner Meinung nach wichtig ist, da wir über das Handy gesprochen haben. Ich habe in letzter Zeit darüber nachgedacht. Das Handy ist ein Instrument, mit dem wir metaphorisch die Welt in unseren Händen haben, und auch praktisch können wir mit diesem Objekt auf alles zugreifen. Also einerseits ist die ganze Welt darin, aber es ist eine Welt, auf die ich nach meinen Bedürfnissen, nach meinen Zeiten, meinem Willen zugreifen kann. Das steigert eine selbstreferentielle, also selbstbezogene, narzisstische Einstellung.

Ein praktisches Beispiel: Wir haben heutzutage Schwierigkeiten, einen Menschen anzurufen, eher schicke ich eine Sprachnachricht oder eine Message. Denn wenn jemanden anrufe, muss ich mich mit ihm auseinandersetzen, der andere existiert, ich muss ihm zuhören. Wenn ich eine Nachricht schicke, ist das nur für mich, ich muss mich nicht mit dem anderen auseinandersetzen. Also bringt uns die Nutzung dieses Objekts, des Handys, immer mehr in eine selbstbezogene, narzisstische Haltung und zieht den anderen aus unserem Leben heraus. Das hat verheerende Folgen.
Noch zur Zeit der E-Mails, vor den Kurznachrichten, war da ein Mensch im Berufsumfeld, der sagte: Wenn du einer Person eine E-Mail schickst, antwortet sie dir, und du musst mit einer weiteren E-Mail antworten, und wenn sie wieder antwortet – schreibe nicht mehr, sondern vereinbare einen Termin. Heute entstehen viele Konflikte aus dieser Art zu kommunizieren, in der der andere nicht da ist. Da ist das, was ich sagen will, aber der andere ist nicht da.
Ein zeitgenössischer Philosoph spricht viel über dieses Thema: der Deutsch-Koreaner Byung-Chul Han. Bei ihm geht es genau darum. Uns wird oft nicht klar, dass wir zwar viel über die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt, auf viele andere Dinge sprechen, aber wir uns nicht damit auseinandersetzen, wie diese Technologien die Art zu leben verändern und schon jetzt die menschliche Psyche beeinflussen. Das ist das Besorgniserregendste von allem. Wenn es dem Menschen mehr oder weniger gut geht, wechselt er die Arbeit, findet eine andere und es gelingt uns, miteinander zu sprechen, zu kommunizieren, in den Dialog zu treten. Aber wenn eine Veränderung in der menschlichen Psyche stattfindet, der Verlust von Vertrauen in sich selbst und in die anderen, führt das zu enormen Konsequenzen. Und das ist die größte Gefahr der technologischen Revolution, die wir heute erleben.
Byung-Chul Han spricht genau darüber: Wir löschen den Anderen aus unserer Existenz. Und das führt zu schweren Konsequenzen, auch weil wir Rudelwesen sind, wir brauchen den Austausch, die Verbindung untereinander. Wir tun das nicht mehr, und das führt zu weiteren Konsequenzen.
Zum Abschluss könnte jemand fragen: Bist du nun Optimist oder Pessimist? Wenn ich mich umschaue, bin ich im Allgemeinen pessimistisch. Wenn ich die Welt in einem weiteren Sinne betrachte, kurz- bis mittelfristig, glaube ich, dass wir noch nicht am tiefsten Punkt angelangt und noch in einer Phase des Niedergangs sind. Geopolitisch, auf der Ebene der menschlichen sowohl körperlichen wie geistigen Gesundheit, emotional. Auf vielen Ebenen des Planeten, der Umwelt – wir kommen jetzt nicht zu diesem Thema, denn um das Umweltproblem geht es hier nicht, aber die Haltung, die wir zur Natur haben, in der uns das Bewusstsein fehlt, dass wir „Teil“ der Natur sind. Wir sind nicht hier, um sie zu besitzen oder auszubeuten. Natur heißt nicht: die natürlichen Ressourcen. Wir sind Teil der Natur.
Generell, wenn man sich umschaut, ist es sehr schwer, optimistisch zu sein, kurz- und mittelfristig gedacht. Dann, wie bei allen Dingen, kommt man an einen tiefsten Punkt, und irgendwann geht es wieder aufwärts, wobei man die Narben und Wunden des Erlebten in sich trägt. Aber wenn ich von einem individuellen Standpunkt schaue, im Spezifischen, in der Mikrowelt, kann ich nur optimistisch sein. Ich habe nie jemanden gesehen, bei dem man sagen könnte: Hier ist nichts mehr zu machen. Ich bin überzeugt, dass alle Menschen, die ich bis heute kennengelernt habe, wenn sie im richtigen Umfeld sind, wenn man ihnen hilft, absolut sowohl innerlich wie äußerlich eine gesündere Lebensart entwickeln können. Also im Kleinen, auf der individuellen Ebene, bin ich sehr optimistisch. Auf der Makroebene bin ich pessimistisch.
Was ist also die Schlussfolgerung? Die Makrowelt besteht aus der Mikroebene, seien wir also optimistisch. Aber wir müssen auf der Mikroebene arbeiten, nicht auf der Makroebene.
Am Ende tut jeder von uns seinen kleinen Teil und damit kann man viel erreichen. Ich wollte dieses Interview mit etwas Optimistischem beenden. Und die Realität ist, dass man viel tun kann. Wenn wir unsere Sichtweise ändern, ändern wir nach und nach unvermeidlich auch die Gemeinschaft. Die Art zu leben wirkt sich aus auf die Zukunft von allen, die nach uns kommen.
Hier im Zentrum in Albagnano veranstalten wir ein Sommercamp für Jugendliche von 9 bis 18 Jahren. Beim letzten Mal hatten wir über 60 Teilnehmende. Und gerade die Jugendlichen, denen es so gut geht, haben uns gebeten, uns häufiger zu treffen, also haben wir das Wintercamp gemacht und jetzt das Frühlingscamp. Und ich sehe, wie die jungen Leute sich verändern und wie offen sie sind. Wir haben dem Camp den Namen gegeben: Die Erforscher des inneren Raumes. Dieses Jahr baten sie mich um ein Gespräch, um den Unterschied zwischen Bedürfnissen, Träumen, Zielen und Wünschen ausführlicher zu behandeln. Und wir haben über all diese Dinge gesprochen, wie wir lernen, unsere Bedürfnisse zu erkennen, und wenn man die Bedürfnisse kennt, setzen wir uns Ziele, um sie zu erreichen, wir lassen Träume zu, und die Kraft, die uns treibt, ist der Wunsch. Mit Jugendlichen von 9 bis 18 über diese Dinge sprechen zu können, wobei die Initiative von ihnen kam, ist eine wunderbare Sache.
Man sieht also, dass es viele Möglichkeiten gibt, aber sie brauchen ein gesundes Umfeld, das diese Dinge zulässt. Viele junge Leute sagen uns: Hier ist der einzige Ort, an dem ich ich selbst sein kann. Ich sehe also, es gibt viel Hoffnung, aber man muss das richtige Umfeld aufbauen. Während des Camps ist das Handy verboten. Wenn die Kinder hier sind, haben sie drei Hauptregeln: Sie müssen sich selbst respektieren, den anderen respektieren und die Umwelt respektieren. Wir sehen die Ergebnisse, man sieht sie, es ist unglaublich. Ich habe berührende Momente und Freude erlebt, diesen sechzig Jugendlichen zuzusehen.
Damit will ich sagen: Es gibt Hoffnung. Man kann sehr viel tun. Schritt für Schritt führt man die Energie in eine gute Richtung, die Ergebnisse sind zu sehen. Wir sagen: Je dunkler es um dich ist, desto stärker ist jedes kleine Licht.
1. Teil: „Dialog aufbauen“
2. Teil: „Die Gegenwart ist die Frucht der Vergangenheit und die Wurzel der Zukunft”
3. Teil: „Brücke zwischen der buddhistischen und der wissenschaftlichen Sicht“
Weitere Informationen über die Zentren Kunpen Lama Gangchen: https://kunpen.ngalso.org/
Buchempfehlung: Dove vai così di fretta? von Lama Michel Rinpoche
Übersetzung aus dem Italienischen von Annette Seimer vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!
Lama Michel Tulku Rinpoche, geboren 1981 in São Paulo in Brasilien, ist ein buddhistischer Lehrer und spiritueller Führer mehrerer buddhistischer Zentren weltweit.
Interview von Barbara De Luca, Giorgio Schultze und Thomas Schmid.










