Ein weiterer Schritt im Kampf gegen Diskriminierung: Argentiniens Präsident Alberto Fernández hat heute den neuen Personalausweis vorgestellt, der auch die nicht-binäre Geschlechtsidentität berücksichtigt. Neben „männlich“ und „weiblich“ steht im Feld Geschlecht nun auch die Option X für alle Menschen zur Auswahl, die sich nicht als männlich oder weiblich identifizieren. X bedeutet: nicht-binär, nicht bestimmt, nicht spezifiziert, nicht bekannt, entsprechend der eigenen Wahrnehmung oder nicht erfasst. Die Entscheidung ist Teil des Gesetzes zur Geschlechtsidentität. Wie schon bei der Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe ist Argentinien auch hier das erste Land in der Region, das seinen Bürger*innen dieses Recht zuerkennt.

„Der Staat muss die geschlechtliche Orientierung eines Menschen nicht kennen“

In einem feierlichen Akt im Museo del Bicentenario überreichte das argentinische Staatsoberhaupt die ersten Ausweise an drei nicht-binäre Personen, eine von ihnen Gerónimo Carolina González Devesa. Der 35-jährigen ärztlichen Fachkraft war es im November 2018 als erster Person in Argentinien gelungen, ihre Geburtsurkunde ohne Geschlechtsbezeichnung ausstellen zu lassen. In seiner Ansprache erklärte Fernández, dass der Staat die geschlechtliche Orientierung eines Menschen nicht kennen müsse. „Dieser Schritt, den wir heute gehen, wird von einigen Menschen kritisch betrachtet. Wir hoffen jedoch, dass die Angabe Mann oder Frau oder was auch immer in Zukunft in keinem Ausweis mehr verlangt wird“. Die Änderung wurde im Präsidialdekret 476/21 festgelegt, das am Mittwoch im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Die Option X gilt ab jetzt auch für den Reisepass.

 

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