Laut einer offiziellen Mitteilung der Regierung vom 10. November wird per Gesetz 21.282 der 19. Dezember offiziell zum nationalen Gedenktag gegen Femizide erklärt. Mit dem Beschluss bekennt sich das aus zwei Artikeln bestehende Gesetz zu dem Ziel, „dieses Verbrechen als extremste Form der Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen, das Gedenken an die Opfer von Femiziden würdig zu gestalten und dem Beitrag der feministischen Bewegung zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen in unserem Land Anerkennung zu zollen.“ In dem Gesetzestext werden soziale Organisationen und Bildungseinrichtungen angeregt, Aktivitäten zur Prävention und Beendigung von Gewalt gegen Frauen durchzuführen. Ende 2018 hatte eine Gruppe von Parlamentarierinnen einen entsprechenden Gesetzesantrag eingereicht und damit den Weg für den Beschluss geebnet. Ende Oktober wurde die Gesetzesvorlage dem Senat vorgestellt und der Entwurf einstimmig verabschiedet.

Warum der 19. Dezember?

Die sechsjährige Javiera Neira Oportus wurde am 19. Dezember 2005 von ihrem Vater ermordet. Javieras Mutter hatte sich aufgrund von verbaler und physischer Gewalt von ihrem Partner getrennt. Als Javiera eines Tages von einem Besuch bei dem Vater nicht zur verabredeten Zeit zu Hause erschien, ging ihre Mutter in die Wohnung des Mannes, wo dieser sie mit einem Messer angriff. In dem Versuch, ihre Mutter zu verteidigen, wurde Javiera von ihrem Vater aus dem Fenster geworfen. Der Fall hatte den Kampf gegen den Femizid und den öffentlichen Diskurs entscheidend geprägt. Seit 2006 wird der 19. Dezember in der chilenischen Gesellschaft als „Nationaler Gedenktag gegen Femizide“ begangen. Jedes Jahr finden an diesem Tag Kundgebungen und Aktivitäten von Frauenorganisationen statt.

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