Gier, Massenwahn und Tönnies

06.07.2020 - Günter Buhlke

Gier, Massenwahn und Tönnies
(Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay | CC0 - cropped)

Die Menschheit der Gegenwart ist von Massenerscheinungen umgeben, wie nie zuvor: Massenkonsum, angetrieben von einer Massenwerbung, Massentierhaltungen, angetrieben von Fördermitteln der Politik für die Großbetriebe, Müllberge, verursacht vom Massenkonsum, tägliche Kämpfe zwischen Edeka, Lidl, Aldi u.a. Großhändler um die größten Anteile am Massenmarkt.

Weiterhin bereiten Massenerscheinungen Sorgen in der globalen Welt, die alle irgendwie untereinander in Verbindung stehen. Massenhafte Fluchtbewegungen, massenhafter Export von Militärgerät. Massenhafte Ansammlung von Kapital, dem massenhafte Staatsschulden gegenüber stehen. Massensterben der Arten und eine massenhafte Luftverschmutzung.

Das alles hängt mit dem Trieb zusammen, Gewinne über das Normalmaß des Kreditkreislaufes zu erzielen. Das liegt im Trend des Neoliberalismus.

Gegenwärtig kochen die öffentlichen Debatten um die Massentierhaltung und um die Bedingungen der Großschlachthöfe hoch. Skandale um die Produktion von Lebensmittel haben traurige Tradition. Was geht bei den einzelnen Kettengliedern vor, wo jeder Profit machen will? Am Anfang steht der Bauer und sein Vieh, so glauben fälschlicherweise viele.

Das erste Glied sind große Mastbetriebe, errichtet mit Fördermitteln der Regierung und jährlich unterstützt von der EU. Die Betriebe beziehen ihre Futtermittel, beispielsweise Sojaschrot aus Brasilien, die ebenfalls mit Fördermitteln und den Großverträgen preislich an der unteren Grenze liegen. Maschinelle Systeme für die Fütterung und die Beseitigung des Kots sparen Arbeitskräfte. Es geht für die Masthöfe um große Verkaufsmengen mit niedrigen Angebotspreisen, um im Wettbewerb des Marktes zu bestehen.

Das zweite Glied sind die Schlacht-, Zerlege- und Verpackungsunternehmen. Ihr Konzept ist es, billig einzukaufen, die Verarbeitungskosten niedrig zu halten um weiter im Marktwettbewerb zu bleiben. Löhne schlagen prozentual an oberer Stelle zu Buche. Daher werden Arbeitskräfte aus dem östlichen Ausland unterhalb des gesetzlichen Lohnes beschäftigt und in überteuerten Räumen zum Schlafen untergebracht.

Das dritte Kettenglied, das ordentlich mitverdient, ist der Handel. Die Losung heißt wiederum billig einkaufen und mit niedrigen Preisen möglichst viel verkaufen. Der Druck auf die Bauern bzw. das erste Kettenglied wird noch einmal erhöht.

Als viertes Glied verdient die Massenwerbung am zerlegten Schwein oder der Hühnerbrust.

Zum Schluss entsteht mit dem Verpackungsmüll und den Werbepapieren noch eine weitere Massenerscheinung, der Müll.

Vor nicht allzu langen Zeiten war die Versorgung der Bevölkerung ohne große Mastbetriebe, ohne XXL Schlachthöfe gewährleistet. Die Bevölkerung ist auch nicht sprunghaft gewachsen. Das hohe Wertvolumen des Umsatzes weckte die Gier des Kapitals zum Einsteigen in die Versorgungskette.

Die Bevölkerung als Konsument genießt die billigen Angebote. Die mit der Massentierhaltung punktuell auftretende Verseuchung des Bodens und Müllproblem wird der Gemeinschaft zugeschoben.

Die Entwicklung zum Massenwahn kostete vielen Mittelbauern, kleinen Schlachtbetrieben, kleinen Läden die Lebensgrundlagen, von den negativen Folgen in den Entwicklungsländern ganz zu schweigen.

Das zu ändern obliegt der Politik und der Ministerin für Landwirtschaft, die wohl mit den Großen eine Allianz eingegangen ist.

Kategorien: Europa, Ökologie und Umwelt, Wirtschaft
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